BARFen für Anfänger – der ultimative Guide in 2018

Du möchtest deinem Hund das bestmögliche Futter anbieten? Aber für welches sollst du dich entscheiden? Auf dem Markt sind viele verschiedene Futtermittel erhältlich, vom Trockenfutter, industriellem Feuchtfutter, gekochtes Futter im Glas oder rohes Futter.

In diesem Artikel findest du Informationen über die Vorteile und Nachteile von BARF- Fütterung.

Was bedeutet BARF

Die Bedeutungen des Begriffs BARF sind vielfältig: Das ursprüngliche „born again raw feeders“ und „bones and raw food“ wurde übersetzt als „biologisch artgerechte Rohfütterung“ oder „biologisch artgerechtes rohes Futter“.

Dahinter steht der Wunsch, seinen Hund gesund und artgerecht zu ernähren und auch bei Hunden vorkommenden Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, Herz- Kreislauferkrankungen oder Diabetes mellitus, vorzubeugen. Außerdem möchtest du sicher genau wissen, aus welchen Inhaltsstoffen das Futter deines Hundes zusammengesetzt ist. Zudem besteht Trockenfutter auch heute noch zu einem hohen Anteil, meistens 80%, aus Getreide, da es für die Hersteller billiger ist, als hochwertiges Fleisch zu verarbeiten. Trockenfutter wurde in einer Zeit (nach dem 2. Weltkrieg) entwickelt, in der Fleisch nicht nur teuer, sondern auch Mangelware war. Und warum sollten die Hersteller die Rezeptur ändern, die doch schon so lange funktioniert und sich durch Marketing gut verkauft.

Wichtig ist, deinem Hund ein Futter zu bieten, das alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält und seinen Energiebedarf ausreichend abdeckt.

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Vorteile von BARFen

barfen für anfänger

Barfen – Ein Thema, welches in aller Munde ist. Doch auch hier, kann man eine Menge falsch machen…

Die Ernährungsweise ist der von Hunden in der freien Natur ähnlich. Die Nährstoffe werden nicht durch Erhitzen zerstört, es werden keine Konservierungsmittel oder andere künstlichen Substanzen zugesetzt.

Durch Fütterung von Knochen werden die Zähne auf natürliche Art geeinigt, Zahnstein und Mundgeruch treten seltener auf.

Es wird nur mehr einmal am Tag Kot abgesetzt, der kaum riecht.

Da die Verdaulichkeit von rohem Fleisch besser ist, als die von Trockenfutter, hat dein Hund keine Blähungen mehr. Es werden auch weniger Abfallstoffe über die Haut ausgeschieden, das „hundeln“ verschwindet.

Nachteile von BARFen

Die Zubereitung des Futters ist zeitaufwändiger als das Öffnen einer Dose oder eines Trockenfuttersacks.

Du musst dich genau über den Nährstoffbedarf deines Hundes informieren und darauf achten, dass alle nötigen Bestandteile in ausreichender Menge vorhanden sind. Als Knochen sollten nur Markknochen oder Fleischknochen verwendet werden, da diese nicht splittern und so zu Verletzungen führen können.

Ist bei Welpen der Proteingehalt im Futter zu hoch, wachsen sie zu schnell. Deformationen von Knochen und Gelenken können die Folge sein.

Nährstoffbedarf von Hunden

Der Nährstoffbedarf deines Hundes ist abhängig von seinem Alter, seiner Größe und seiner Bewegung. Besondere Situationen, wie Trächtigkeit oder Säugen von Welpen erhöht den Nährstoffbedarf. Die Tagesportion Futter sollte ungefähr 2% des Körpergewichtes deines Hundes betragen.

Proteine und Aminosäuren:

Um den Proteinbedarf deines Hundes zu decken, muss sein Futter 10 essentielle Aminosäuren enthalten, die er nicht selbst herstellen kann. Diese Aminosäuren sind an vielen Prozessen im Körper beteiligt, zum Beispiel an der Umwandlung von Glukose in Energie. Hunde bevorzugen instinktiv proteinreiches Futter, das die essentiellen Aminosäuren in einem ausgewogenen Verhältnis enthält.

Fette und Fettsäuren:

Pflanzliche Öle und tierische Fette liefern Energie. Die Fettsäuren sind am Transport fettlöslicher Vitamine und am Aufbau von Zellstrukturen beteiligt.

Futter sollte mindestens 10% Protein und 6% Fett enthalten.

Energiebedarf:

Die Energie wird vor allem aus Kohlenhydraten, wie Zucker, Stärke und Fasern gewonnen. Kohlenhydrate, wie Glukose und Fruktose werden direkt aufgenommen. Verdauliche Kohlenhydrate müssen im Dünndarm durch Enzyme aufgespalten werden. Fasern und Stärke werden im Dickdarm durch Bakterien in kurzkettige Fettsäuren und Gase umgewandelt.

Durchschnittlicher Energiebedarf eines erwachsenen Hundes mit normaler Bewegung:

Körpergewicht                  Energiebedarf in Kalorien

5 kg                                                        404

15kg                                                       920

25kg                                                       1350

35kg                                                       1740

45kg                                                       2100

Ein Welpe sollte doppelt so viele Kalorien zu sich nehmen, wie ein erwachsener Hund.

Vitamine:

  • Vitamin A beeinflusst den Zellstoffwechsel, das Immunsystem und das Wachstum.
  • Vitamin D greift in die Mineralisierung der Knochen ein.
  • Vitamin E schützt als Antioxidans die Zellen.
  • Vitamin K wird für die Aktivierung von Proteinen und die Blutgerinnung benötigt.
  • Vitamin B1 unterstützt den Kohlenhydratstoffwechsel und die Energiegewinnung.
  • Vitamin B6 schützt das Nervensystem und das Immunsystem.
  • Vitamin B12, Niacin und Riboflavin sind als Enzyme im Körper tätig.
  • Cholin ist ein Bestandteil der Zellmembranen.
  • Folsäure ist am Aminosäurestoffwechsel beteiligt.

Mineralstoffe:

Kalzium ist für die Knochenbildung und die Zahngesundheit verantwortlich.

Phosphor greift in den Energiestoffwechsel ein und erhält das Säure- Basengleichgewicht im Körper.

Magnesium stabilisiert die Zellmembranen.

Welche Lebensmittel können verwendet werden

Fleisch:

80% der Futterportion sollten aus Fleisch bestehen, hier sind aber auch Innereien, Blut, Knorpel und Fisch eingerechnet. Achte darauf, die Fleisch- und Fischsorten immer zu wechseln. Solltest du eine Übertragung von Würmern durch rohes Fleisch befürchten, kannst du dieses für 3 Tage einfrieren (eventuell vorhandene Wurmeier und Larven werden abgetötet)

Nur bei rohem Schweinefleisch solltest du vorsichtig sein, es könnte Erreger der Aujeszky- Krankheit übertragen werden.

Innereien:

Lunge ist fett- und energiearm. Leber versorgt deinen Hund ausreichend mit Vitamin A. Nieren ergänzen die Versorgung mit Eiweiß. Wiederkäuermagen, vor allem ungeputzt, sind für deinen Hund eine Delikatesse. Die noch enthaltenen, bereits durch Bakterien vorverdauten Grünpflanzen, liefern hochwertige Proteine.

Fisch:

Ist besonders reich an essentiellen Fettsäuren. Enthält das Futter deines Hundes oft Fisch, darfst du nicht vergessen, Vitamin B1 zuzufüttern, da in Fischen Stoffe enthalten sind, die Vitamin B1 zerstören.

Rohe Knochen:

Liefern Kalzium und dienen der Zahnpflege. Knochen sollten immer roh verfüttert werden, damit sie nicht splittern. Gekochte Knochen splittern, sind schwer verdaulich und können zu Verstopfungen und Erbrechen führen.

Eier:

2- mal pro Woche gefüttert, sind ein guter Lieferant für Vitamine und essentielle Fettsäuren. Füttere immer nur den Eidotter und die Eierschale. Im Eiklar ist Avidin enthalten, das Vitamin H bindet.

Öl:

Kaltgepresste Öle lösen aus Gemüse die fettlöslichen Vitamine und machen sie dem Körper zugänglich. Fischöl, Distelöl, Leinöl liefern ausreichen ungesättigte Fettsäuren.

Obst und Gemüse:

Da dein Hund die Zellwände von Pflanzen nicht aufspalten kann, solltest du Obst und Gemüse immer pürieren. 20% der Tagesportion sollte aus Gemüse und Obst bestehen.

Geeignet sind Salate, Karotten, Gurke, Sellerie, Zucchini, Radieschen, Rote Rüben, Fenchel und Kürbis.

Getreide:

Reis, Hirse und Haferflocken können als Kohlenhydratlieferanten genutzt werden.

Was soll nicht gefüttert werden:

  • Zwiebeln und Knoblauch: zerstören die roten Blutkörperchen.
  • Avocado enthält Persin, ein Enzym, das den Herzmuskel angreift.
  • Paprika, Tomaten und Auberginen führen zu Durchfall und Krämpfen.
  • Weintrauben und Rosinen können Nierenversagen verursachen.
  • Schokolade enthält Theobromin, das einen Herzstillstand verursachen kann.
  • Hülsenfrüchte sind ungekocht für Hunde giftig und unverdaulich.

Wie kannst du deinen Hund auf BARFen umstellen

Ist dein Hund jung und gesund, kann die Umstellung plötzlich durchgeführt werden. Lege vorher einen Tag ohne Futter ein, damit der Darm leer ist.

Hat dein Hund schon über viele Jahre Fertigfutter gegessen, arbeitet sein Darm vielleicht nicht mehr richtig. Erhöhe die Menge des neuen Futters jeden Tag, bis das alte Fertigfutter ganz aus der Ernährung deines Hundes verschwunden ist. Eventuell kann die ersten drei Tage Durchfall auftreten.

Die erste BARF- Mahlzeit

Füttere anfangs leicht verdauliche Fleischsorten, wie Huhn. Will ein Hund das neue Futter anfangs nicht fressen, nimm die Futterschüssel weg und biete sie deinem Hund nach einigen Stunden wieder an. Du kannst das Fleisch anfangs leicht kochen, bis sich dein Hund an den Geschmack und die Konsistenz von rohem Fleisch gewöhnt hat.

Zusammenfassung

BARF ist eine gesunde, natürliche Ernährung für deinen Hund, die zwar zeitaufwändiger, aber nicht teurer ist als industrielles Fertigfutter. Und nicht jede Futterportion muss zu 100% ausgewogen sein und alle Nährstoffe enthalten. Du kannst also ausprobieren und deinem Hund einen abwechslungsreichen, gesunden Speiseplan bieten.

 

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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