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Blähungen beim Hund –  7 Symptome & Behandlungen bei Hunden

Hat dein Hund immer wieder Blähungen und Gasbildung im Darmtrakt? Riecht bereits der ganze Raum unangenehm nach den Pupsen deines Hundes? Willst du mit deinem Hund wegen des Gestanks nicht mehr unter Leute gehen kannst?
Dann solltest du den Ursachen für diese übermäßige Gasproduktion auf den Grund gehen, um Abhilfe zu schaffen und das Zusammenleben mit deinem Hund wieder angenehmer zu gestalten.

Was sind Blähungen

Unter Blähungen (Flatulenz) versteht man eine übermäßige Gasbildung im Darmtrakt. Die übelriechenden Gase- Methan und Schwefelverbindungen- werden stoßweise über den After abgegeben. Die Umgebung riecht nach faulen Eiern.

Ursachen

Dein Hund bekommt schwer verdauliches ungeeignetes Futter:
gewürzte Essensreste und Tischabfälle können von deinem Hund nur sehr schwer verdaut werden.
Zuckerersatzstoffe, Hülsenfrüchte, eine zu große Menge an Ballaststoffen und Brot führen zu Entzündungen des Darms und Gasbildung.

  • Milchprodukte: Dein Hund verträgt möglicherweise keine Laktose oder kein Milcheiweiß
  • Futtermittelallergien: reagiert dein Hund allergisch auf bestimmte Bestandteile seines Futters (Fleischsorte, Getreide), entzündet sich die Darmschleimhaut. Diese Entzündungen sind mit starker Gasbildung und Durchfall verbunden.
  • Zu schnelle Futterumstellung: bekommt dein Hund anders zusammengesetztes Futter (veränderter Fleisch- oder Fettanteil) zu fressen, kann dieses nicht so gut von den im Darm enthaltenen Bakterien verwertet werden. Fehlgärungen verbunden mit starker Gasbildung sind die Folge.
  • Parasiten: Würmer setzen sich im Darm an der Schleimhaut fest, sie saugen Blut und entnehmen dem Körper Nährstoffe. Die Schleimhaut entzündet sich, Gase werden gebildet.
  • Giardien (Einzeller): führen ebenfalls zu einer Entzündung der Darmschleimhaut und zu Gasbildung.
  • Infektionen, die eine Entzündung von Magen und Darm verursachen: Virusinfektionen (Staupe, Parvovirose) oder Infektionen mit Bakterien (Salmonellen, Campylobacter) können starke Durchfälle mit Gasbildungen verursachen
  • IBD- Inflammatory Bowl Disease: Eine immunologisch bedingte, chronische Entzündung von Magen und Darm. Eigene Antikörper greifen die Schleimhaut des Verdauungstraktes an und verursachen chronische Entzündungen. Die Muskulatur der Schleimhaut ist verdickt, die Darmzotten, die die Nahrungsbestandteile aufnehmen sollen, verkümmern. Durchfall und Gasbildung ist die Folge.
  • Behandlung mit Antibiotika: Bei einer Behandlung mit Antibiotika werden immer auch die im Darm enthaltenen Bakterien in ihrer Zusammensetzung verändert. Die Verdauung des Futters kann nicht mehr normal erfolgen, stinkende Durchfälle und Gasbildung treten auf.
  • Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse: Sind zu wenig Verdauungsenzyme vorhanden, kann das Futter nicht richtig aufgespalten werden. Im Darm deines Hundes laufen Gärprozesse mit massiver Gasbildung ab.
  • Reizdarmsyndrom: Durch Stress, Futtermittelempfindlichkeit, zu wenig Rohfaser im Futter entsteht eine chronische Entzündung des Dickdarms (Colon), die mit Durchfall und Blähungen einhergeht
  • Abschlucken von Luft: Frisst dein Hund zu gierig, oder hast du vielleicht einen Hund mit einer sehr kurzen Schnauze (brachycephale Hunderassen, wie Mops und Boxer) schluckt dein Hund beim Fressen reichlich Luft ab. Diese wird entweder über Rülpser oder Pupse wieder abgegeben
  • Fressen von Kot
  • Bewegungsmangel: Macht dein Hund zu wenig Bewegung verlangsamen sich auch die Darmbewegungen. Durch die längere Verweildauer des Futters im Darm bilden sich vermehrt Gase.
  • Trinken von verschmutztem Wasser
  • Magendrehung: Dreht sich der Hundemagen um seine eigene Achse, kommt es zu einem Verschluss des Mageneingangs und -ausgangs. Das im Magen enthaltene Futter beginnt zu gären, Gase entstehen.
  • Fremdkörper: Hat dein Hund einen Ball oder Stein verschluckt, kann dieser in den Darm gelangen und einen Darmverschluss verursachen. Die Gase können nicht entweichen und stauen sich im Darm an.

Symptome

  • Gut hörbare Darmgeräusche
  • Pupsen
  • Dein Hund stinkt bestialisch
  • Dein Hund macht einen Katzenbuckel, um die Schmerzen, die durch das Gas im Darm verursacht werden, zu lindern
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Der Bauch sieht dick und aufgetrieben aus
  • Durchfall
  • Stinkender Kot
  • Erbrechen
  • Erschwerte Atmung
  • Durch starke Gasbildung im Verdauungstrakt wird das Zwerchfell in den Brustraum gedrückt. Die Lunge kann sich nicht mehr genügend entfalten, die Atmung ist erschwert.
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsabnahme

Diagnose

Um eine wirksame Behandlungsmethode zu finden, muss zuerst die Ursache der starken Blähungen abgeklärt werden. Lass deinen Hund von einem Tierarzt untersuchen, der anhand von Laboruntersuchungen (Kotproben, Blutentnahme) oder Röntgen und Ultraschall erkennen kann, warum im Darm deines Hundes so große Gasmengen gebildet werden.

Futtermittelunverträglichkeit – Ausschlussdiät

Welcher Futterbestandteil für deinen Hund nicht verträglich ist, kannst du über eine Ausschlussdiät ermitteln. Hierbei fütterst du deinem Hund über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen nur eine Fleischsorte, die in seinem vorherigen Futter nicht vorhanden war. Dies könnte zum Beispiel Fleisch von Pferden, Kängurus oder Kaninchen sein. Nach diesem Zeitraum wird vorsichtig eine weitere Fleischsorte zugefüttert.

Treten die Blähungen wieder auf, reagiert dein Hund auf die neu zugefütterte Fleischsorte überempfindlich. Zukünftig solltest du alle Futterbestandteile, auf die dein Hund allergisch reagiert, nicht mehr füttern.
Alternativ können Allergien auch mittels Bioresonanz oder Pendel ausgetestet werden. Bei der Testung mit Bioresonanz wird die Veränderung des Hautwiderstandes gemessen, der durch den Kontakt mit einem Allergen absinkt. Wird mit einem Pendel getestet, kann man bei Kontakt mit einem Allergen eine Veränderung in der Rotation (Kreisbewegung) des Pendels beobachten.

Behandlung

Die Behandlungen sind ebenso verschieden wie die ursächlichen Grunderkrankungen.

  • Parasitenbefall

Dein Hund sollte sich einer Wurmkur unterziehen. Das dafür geeignete Medikament erhältst du in Absprache mit dem Tierarzt.

  • Magendrehung, Darmverschluss

Eine Operation ist hier unvermeidbar

  • IBD

Liegt eine durch ein fehlgeleitetes Immunsystem bedingte Erkrankung vor, bekommt dein Hund eine entzündungshemmende Therapie mit Antibiotika und Kortison von deinem Tierarzt.

  • Allergien auf Futtermittel

Lass, wenn möglich, alle Futterbestandteile, auf die dein Hund empfindlich reagiert, weg. Eventuell kannst du auch spezielles Diätfutter für allergische Hunde füttern. Dieses ist sowohl als Trockenfutter, als auch in Dosen als Feuchtfutter erhältlich.

Homöopathie

Welche Globuli für die Behandlung deines Hundes erforderlich sind, richtet sich nach den Symptomen (Farbe, Geruch des Kots, Art des Durchfalls – breiig, flüssig) und sollte in einem homöopathischen Erstgespräch (Repertorisierung) ermittelt werden.

Allgemeine Maßnahmen

  • Verzicht auf die Fütterung von Getreide
  • Verwende Schonkost für deinen Hund: Huhn mit ungesalzenem Reis oder Seniorenfutter
  • Verteile die Futtermenge auf 2 – 3 Mahlzeiten am Tag, damit Magen und Darm nicht überlastet werden
  • Massiere den Bauch deines Hundes von vorne nach hinten, um die Gase zu lösen
  • Verwende spezielle Futternäpfe, die ein zu schnelles Fressen deines Hundes verhindern
  • Stelle den Futternapf in eine erhöhte Position, damit beim Fressen nicht so viel Luft abgeschluckt wird
  • Sorge für ausreichen Bewegung

Was kannst du vorbeugend tun

Gib deinem Hund Tee zu trinken. Fencheltee, gemischt mit Anis und Kümmel beugt Blähungen vor und mildert bereits vorhandene Gasbildung.
Weigert sich dein Hund, den Tee zu trinken, kannst du gemahlenen Kümmel unter das Futter mischen.
Füttere deinem Hund Quargel (Harzer Käse) oder anderen stark riechenden Käse, er wird so weniger Lust verspüren, bei der Gassi Runde Kot zu fressen.
Mische einen Esslöffel Orangensaft unter das Futter. Der Saft wirkt gegen Übersäuerung des Verdauungstraktes und bewirkt eine schnellere Passage des Futters durch den Magen- Darmtrakt.
Ebenso kann die Fütterung von Heilerde oder Heilmoor Magen und Darm beruhigen und Entzündungen vorbeugen.
Wechsle das Futter nicht zu häufig

Zusammenfassung

Hat dein Hund starke Blähungen, ist dies eine sehr lästige Angelegenheit. Es kann aber auch eine ernste Grunderkrankung dahinterstecken. Du solltest daher immer einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen. Bei Nichtbehandlung kann es aufgrund von Komplikationen, wie Schockzustand, Versagen von Herz und Kreislauf, oder Absterben des Darms bei Verschluss durch Fremdkörper sonst zum Tod deines Hundes kommen.

Lea | Tiersinne Administrator
Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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