zecken beim hund

Borreliose beim Hund – Symptome & Lösungen

Wenn du im Sommer (März- Oktober) mit deinem Hund durch Wälder, Wiesen und Parks wanderst, lauert, für das menschliche Auge gut getarnt, eine heimtückische Gefahr am Boden. Dein Hund könnte dadurch einige Monate nach einem Spaziergang schwer erkranken.

Was ist Lyme- Borreliose

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, an der sowohl Hunde als auch Menschen erkranken können.
Wird diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt, bedeutet das für deinen Hund einen langen, schmerzhaften Leidensweg.

Ursache

Verursacht wird die Erkrankung durch Bakterien, den Borrelien, die sich hauptsächlich in Vögeln, Nagern und Igeln aufhalten. Saugt eine Schildzecke an einem infizierten Tier, wandern die Bakterien in den Magen- Darmtrakt (in Deutschland und Österreich meist der gemeine Holzbock Ixodes ricinus). Für jedes ihrer Entwicklungsstadien- von der Nymphe zur Larve und schließlich zur Zecke- benötigt die Schildzecke eine Blutmahlzeit, bei der eine Infektion des Hundewirtes mit Borrelien erfolgen kann.

GRATIS BUCH: 4 neue Methoden zur Leinenführung

Melde dich jetzt zu unserem Hundeerziehungs-Newsletter an und erhalte GRATIS als Willkommensgeschenk das Buch: Bulletproof Leinenführung!

In Europa kommen drei Unterarten der spiralförmigen Bakterien vor:

  • Borrelia burgdorferi
  • Borrelia afzalii
  • Borellia garini

Von vier Zecken, die in Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern mit Gras und Büschen und auf Lichtungen leben, sind meistens drei mit Borrelien infiziert.

Wird ein Hund von einer Schildzecke gestochen, beginnt diese Blut zu saugen. Fließt das warme Blut in den Darm der Zecke, wandern die Bakterien aus dem Darm in die Speicheldrüse der Zecke, daher werden erst nach einem 12- 48 Stunden dauernden Saugvorgang die Borrelien in den Körper des Hundes abgegeben. Damit die Bakterien nicht sofort von der Immunabwehr des Hundes angegriffen werden, umgeben sie sich mit Proteinen (Eiweißstoffen) aus dem Zeckenspeichel. Diese sorgen dafür, dass die Bakterien einige Tage Zeit haben, um ungehindert in tiefere Gewebeschichten eindringen zu können.

Je länger die Zecke am Hund saugt, umso größer ist die Gefahr einer Infektion mit Borrelien.

Ist ein Hund einmal erkrankt, kann er die Infektion nicht direkt an andere Hunde weitergeben, es besteht daher keine Ansteckungsgefahr von Hund zu Hund.

Symptome

borreliose beim hund

Hat sich ein Hund mit Borrelien angesteckt, verstreichen bis zum Ausbruch der Erkrankung mehrere Wochen bis Monate.

Erstinfektionen verlaufen meist ohne erkennbare Krankheitserscheinungen. Eine begrenzte Hautreaktion in Form einer halbmondförmigen bis kreisrunden, geröteten Hautstelle, wie beim Menschen immer zu beobachten, tritt bei Hunden nicht auf.

Wird der Hund ein zweites Mal von einer Zecke gestochen, zeigt er zuerst Symptome, die nicht deutlich zuordenbar sind.

Dein Hund frisst nicht mehr, ist häufig müde, hat immer wieder Fieberschübe. Die Lymphknoten sind vergrößert. Mit der Zeit wird der Gang steif, er läuft unsicher. An den Vorder- und Hinterbeinen treten abwechselnd immer wieder schmerzhafte Schwellungen der Gelenke auf. Oft sind die Beine deines Hundes abwechselnd gelähmt.
Ist auch die Muskulatur von der Entzündung betroffen, kannst du die Lahmheit vor allem nach dem Aufstehen deines Hundes verstärkt beobachten.

Wird die Erkrankung nicht behandelt, breiten sich die Entzündungen entlang der Nerven aus. Streichelst du deinen Hund im Rückenbereich, wird er mit Schmerzen und Abwehr reagieren.

Bei längerer Krankheitsdauer können auch Herz und Nieren von der Entzündung betroffen sein. Diese Form tritt vor allem bei Labrador, Retriever und Berner Sennenhund auf.

Bei einer chronischen Borreliose treten auf der Haut „Hot Spots“ auf, rote, stark nässende Entzündungen.
Zwischen den Krankheitsschüben ist dein Hund immer wieder frei von Symptomen und scheint gesund zu sein.

Diagnose

Da die Krankheitserscheinungen nach einer Infektion mit Borrelien nicht spezifisch dieser Krankheit zugeordnet werden können, ist es schwer, eine rasche, eindeutige Diagnose zu stellen. Zuerst werden daher Gelenk- und Nervenentzündungen anderer Ursache ausgeschlossen

Mit einem Bluttest können Antikörper gegen Borrelien im Blut nachgewiesen werden. Leider kann nicht unterschieden werden, ob diese aufgrund einer Reaktion des Immunsystems auf eine neue Infektion oder auf eine alte Infektion gebildet wurden. Hat sich dein Hund einmal mit Borrelien infiziert, können die Antikörper, ohne dass Krankheitserscheinungen zu beobachten waren, jahrelang im Blut deines Hundes nachgewiesen werden.

Meist variiert die Anzahl der Antikörper (Titer) auch abhängig vom Labor, in das die Blutprobe geschickt wurde. Bei Kontrolluntersuchungen sollte daher immer darauf geachtet werden, dass die Antikörperbestimmung wieder von demselben Labor durchgeführt wird.

Nur ein negativer Laborbefund ist eindeutig, das Immunsystem deines Hundes hatte dann noch nie Kontakt mit Borrelien.

Auch eine Biopsie (Entnahme von Gewebeteilen) und anschließend durchgeführter PCR- Test gibt keine Auskunft darüber, wann die Infektion mit Borrelien erfolgt ist. Wird bei der Auswertung DNA (Erbmaterial) von Borrelien nachgewiesen, sagt dies nur etwas über eine einmal erfolgte Infektion, aber nicht über den dazu gehörigen Zeitpunkt aus.
Der Laborbefund kann also nur im Zusammenhang mit den Symptomen, die bei deinem Hund auftreten, und aufgrund deines Vorberichtes- mein Hund wurde von einer Zecke gestochen- richtig gedeutet werden.

Welche Krankheiten zeigen ähnliche Symptome:
Tumore im Bereich der Gelenke, Arthrose, Allergien, Ehrlichiose und Pilzinfektionen können ähnliche Krankheitserscheinungen verursachen, wie Borrelien. Der Ausschluss dieser Krankheiten (Differentialdiagnose) ist bei einer Infektion mit Borrelien sehr wichtig für die weitere Durchführung der Behandlung.

Therapie

borreliose bei hunden

Je früher eine Therapie beginnt, umso größer sind die Heilungschancen. Wird die Erkrankung erst spät diagnostiziert und ist sie bereits in die chronische Form übergegangen, kann dein Hund bleibende Schäden zurückbehalten. Lähmungen der Vorder- und Hinterfüße können bestehen bleiben, die Entzündung des Herzmuskels kann eine allgemeine Herzschwäche hervorrufen und die Nierenentzündung kann in eine bleibende Funktionsstörung der Niere übergehen.
Dein Hund wird mindestens für einen Monat mit vom Tierarzt verschriebenen Antibiotika behandelt. Da die Borrelioseerreger sehr widerstandsfähig sind, muss diese Behandlung mehrmals im Abstand von drei Monaten wiederholt werden. Oft müssen fünf bis sechs Behandlungszyklen durchgeführt werden, um eine Heilung zu erreichen.

Es ist sehr wichtig, dass du deinem Hund die verordneten Antibiotika regelmäßig, über den gesamten Zeitraum, eingibst, nur so besteht eine Chance auf Heilung.

Leider werden durch die Antibiotika die Erreger oft nur dezimiert, es kann also immer wieder zum Aufflammen der Krankheit kommen.

Zusätzlich zu den Antibiotika werden noch schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente verabreicht.
Bei chronischer Borreliose ist außerdem der Einsatz von physiotherapeutischen Maßnahmen, wie der Einsatz von Unterwasserlaufbändern, angebracht, um die Beweglichkeit der Gelenke zu unterstützen und das Allgemeinbefinden deines Hundes zu verbessern.

Kann Borreliose mit alternativen Heilmethoden behandelt werden?

Alternative Heilmethoden sollten keinesfalls eine schulmedizinische Diagnostik und die Verabreichung von Antibiotika ersetzen, da sonst schwere Spätfolgen der Krankheit auftreten können.

Unterstützend kann ein Ausgleich des Säure- Basenhaushalts mit Basenpulver und eine Sanierung der Darmflora durchgeführt werden. Eine Unterstützung des Immunsystems sollte ebenfalls in die Wege geleitet werden.
Nosodentherapie

Nosoden gegen Borreliose werden aus abgetöteten Borrelien oder veränderten Organen hergestellt. Durch Verdünnung (Potenzierung) wird die für deinen Hund wirksame Substanz, die anschließend in Form einer Injektion verabreicht wird, hergestellt.

Um das Immunsystem zu fördern, können auch Autonosoden, die aus dem Blut des Hundes gewonnen werden, angewendet werden.

Laserblutbestrahlung:

Das Blut deines Hundes wird mit verschiedenfarbigen Laserstrahlen „bestrahlt“. Rotes Licht aktiviert das Immunsystem, grünes Licht verbessert die Herzfunktion und die Sauerstoffversorgung, blaues Licht hilft bei der Abtötung von Bakterien.

Homöopathie

Ledum palustre D12: wird vor allem bei starker Schwellung der Gelenke und Fieber angewendet.
Bei stark geschwollenen Lymphknoten und erhöhter Herzfrequenz kann Atropa belladonna D12 verabreicht werden.

Treten Muskelschwäche und Lähmungen auf, wirkt Gelsemium D12 unterstützend.

Futterergänzungsmittel:

Grünlippenmuschel und MSM unterstützen die Gelenke bei der Selbstheilung. Echinacea hilft, das Immunsystem wieder zu stärken.

Bioresonanz

Eine Behandlung deines Hundes mit Bioresonanz kann helfen, krankmachende Schwingungen zu eliminieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers durch Überlagerung mit positiven Schwingungen zu stärken.

Vorbeugung

borreliose vorbeugen

Es ist extrem wichtig, deinen Hund nach jedem Spaziergang nach Zeckenbefall abzusuchen.

Haben sich Zecken festgesaugt, müssen sie, so schnell wie möglich, entfernt werden. Dazu kann man Pinzetten, Zeckenzangen oder Zeckenschlingen nutzen. Dabei wird die Zecke vorsichtig erfasst und mit ruhigen, drehenden Bewegungen vorsichtig gelöst. Entfernte Zecken immer sofort töten, da sie auch ohne Nahrung jahrelang überleben können.

Ziehe niemals ruckartig an der Zeckenzange an. Der Kopf der Schildzecke könnte sonst an der Einstichstelle verbleiben. Entzündungen und eine Abgabe von Borrelien bei infizierten Zecken wären die Folge.

Zum Schutz vor Zecken gibt es beim Tierarzt und im Tierhandel Zeckenhalsbänder und Spot- on Präparate, die, vorbeugend zwischen die Schulterblätter getropft, das Saugen einer Zecke bis zu vier Wochen verhindern. Als Schutz vor Flöhen und Zecken sind auch Tabletten mit einer Wirksamkeit von drei Monaten bei Tierärzten erhältlich.

Borreliose- Impfung

Infiziert sich ein Hund mit Borrelien, bildet er keine schützenden Antikörper aus. Jeder neue Stich von einer infizierten Zecke kann wieder zu einer Infektion führen. Durch eine Impfung kannst du deinen Hund wirksam vor Borrelien- Infektionen schützen.

Geimpft werden können erwachsene Hund, auch trächtige Hündinnen, und Welpen ab einem Lebensalter von zwölf Wochen. Wichtig ist, dass dein Hund zum Zeitpunkt der Impfung gesund ist, und dass du ihn vorher entwurmt hast.

Was passiert bei der Borreliose- Impfung?

Nach der Impfung bildet dein Hund Antikörper, die beim Saugakt der Schildzecke über das Blut an die Zecke weitergegeben werden. Die Borrelien werden bereits im Darm der Zecke abgetötet, dein Hund kann nicht mehr infiziert werden.

Wie oft muss ein Hund geimpft werden

Der optimale Impfzeitpunkt liegt mehrere Wochen vor dem Auftreten der ersten Schildzecken- Jänner bis März.
Die Erstimpfung wird zweimal, im Abstand von drei bis fünf Wochen durchgeführt. Im ersten Impfjahr sollte zusätzlich eine Auffrischungsimpfung im Herbst durchgeführt werden.

Anschließend ist es nur mehr nötig, die Impfung einmal im Frühjahr auffrischen zu lassen.
Da die Impfung nur einen Schutz vor Borrelien ermöglicht, sollten trotzdem Spot- on Präparate zur Zeckenabwehr angewendet werden, da Schildzecken auch zahlreiche andere Krankheiten, wie Ehrlichiose oder Babesiose, übertragen können.

Zusammenfassung

Borreliose ist eine schwere Erkrankung deines Hundes, die ohne rechtzeitige Diagnose und Behandlung zu einem langen, schmerzhaften Leiden und damit verbundenen Folgeschäden führen kann. Der Einsatz alternativer Heilmethoden sollte unterstützend erfolgen, da ein hohes Risiko von gesundheitlichen Folgeschäden besteht.

Mit Borreliose infizierte Hunde bilden außerdem ein Erregerreservoir. Werden die Bakterien beim Saugakt wieder von einer Zecke aufgenommen, können sie beim nächsten Stich auf andere Tiere oder Menschen übertragen werden und so die Krankheit auslösen.

Ein Schutz deines Hundes schützt also immer auch dich selbst vor der Erkrankung.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
follow me

GRATIS BUCH: 4 neue Methoden zur Leinenführung

Melde dich jetzt zu unserem Hundeerziehungs-Newsletter an und erhalte GRATIS als Willkommensgeschenk das Buch: Bulletproof Leinenführung!

Borreliose beim Hund
Ihre Meinung zum Artikel

Hinterlasse ein Kommentar