Demenz bei Hunden – Ursache, Symptome, Therapie

Wie bei uns Menschen, steigt auch die Lebenserwartung bei unseren Hunden durch bessere Fütterung und gute medizinische Versorgung stark an. Galt ein Hund einer kleinen Hunderasse früher mit acht Jahren schon als Senior, hat er heute die Chance 18 – 20 Jahre alt zu werden.

Mit dem zunehmenden Lebensalter erhöht sich aber für deinen Hund auch das Risiko, an altersbedingten Erkrankungen zu leiden. Eine davon ist die Demenz.

Was versteht man unter Demenz

Das kognitive Dysfunktionssyndrom- senile Demenz bei Hunden ist eine Erkrankung, die Alzheimer ähnelt. Mit Zunahme des Lebensalters entstehen kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensänderungen, die das Zusammenleben mit deinem Hund beeinträchtigen.


Für alle Hunderassen geeignet


GRATIS BUCH: HUNDEERZIEHUNG 1 x 1

Trage jetzt  unterhalb deine E-Mail ein für den kostenlosen E-Mail-Newsletter “Hundeerziehung”. Als GRATIS-Begrüßungsgeschenk erhältst Du sofort im Anschluss das Buch „Hundeerziehung 1 x 1“!

Wie entsteht Demenz

Demenz, oder Hunde- Alzheimer, entwickelt sich ähnlich, wie die menschliche Alzheimererkrankung.

An den Nerven entstehen irreversible (nicht umkehrbare) Veränderungen, die zu Störungen der normalen Gedächtnisleistung führen. Durch Ablagerung von Lipofuszin und Amyloid- Plaques im Gehirn wird die Weiterleitung von Nervenimpulsen und Botenstoffen erschwert. Die Nervenzellen degenerieren.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Ablagerung der Eiweißstoffen an den Nerven konnten noch nicht ausreichend geklärt werden. Die Abfallstoffe verhindern nicht nur den Transport von Signalen durch Botenstoffe, sondern sie machen auch eine Blutversorgung dahinter liegender Gehirnteile unmöglich. Sie umgeben die Nervenfasern wie eine Mauer.

Narkosen können zum Absterben von Nervenzellen führen und so die Entstehung von Demenz fördern.

Symptome

Dein Hund ist desorientiert, er wandert ziellos herum und bleibt in Ecken oder vor Möbeln bewegungslos stehen. Oft starrt er nur ins Leere.

Manche Hunde machen einen stark verwirrten Eindruck, sie wissen nicht mehr, ob sie in der Wohnung oder im Freien sind. Geht man mit ihnen hinaus, wissen sie nicht mehr, warum sie hinausgelassen wurden.

Harn- und Kotabsatz erfolgen auch in der Wohnung, die Stubenreinheit geht vollständig verloren.

Auch wenn dein Hund hungrig ist, kommt es vor, dass er vor dem vollen Futternapf steht, und nicht mehr weiß, wie er fressen soll. Es ist aber auch möglich, dass dein Hund seinen Futternapf in der Wohnung nicht mehr findet. Er ist hungrig, kann das Futter aber nicht riechen. Stellt man ihm die Futterschüssel vor die Nase, frisst er wir ausgehungert. Es bedeutet nicht, dass dein Hund mit seinem Leben abgeschlossen hat, nur weil er nicht mehr frisst.

Befehle des Besitzers können nicht mehr ausgeführt werden, da sie von dem Hund nicht mehr verstanden werden. Dein Hund wird nicht sturer oder hört schlecht, er kann die Befehle nur nicht mehr im Gehirn verarbeiten und entsprechende Reaktionen setzen.

Wird der Hund mit seinem Namen gerufen, erkennt er diesen oft nicht mehr, ebenso wird der eigene Besitzer nicht mehr als solcher erkannt. Familienmitglieder werden angebellt und angeknurrt.

Streicheln und Zuwendung werden nicht mehr eingefordert, manche Hunde leiden unter Stimmungsschwankungen oder reagieren gereizt auf Kontakt mit anderen Hunden oder Menschen.

Der Schlaf- Wachrhythmus ist verändert, dein Hund benötigt mehr Schlaf. Vor allem bei Dämmerung und in der Nacht wandert er ruhelos herum und winselt.

Jammert dein Hund ständig, sollte von einem Tierarzt abgeklärt werden, ob dies nur eine Verhaltensänderung ist, oder ob dein Hund Schmerzen hat und leidet. Alte Hunde benötigen oft krankheitsbedingt eine regelmäßige Verabreichung von Schmerzmitteln

Diagnose

Die Diagnose wird sich aus dem Alter deines Hundes und den Symptomen herleiten.

Ist die Demenz noch nicht weit fortgeschritten, kannst du mit deinem Hund einen kognitiven Test durchführen:

Futtertest: decke zwei Becher, von denen einer mit Futter gefüllt ist, ab. Führe deinen Hund an die Becher heran und beobachte, ob er den Becher mit Futter erkennen kann und den Deckel beiseiteschiebt.

Führe deinen Hund an niedrige Hindernisse heran und lass ihn von selbst eine Lösung finden, diese zu überqueren.

Gib deinem Hund gewohnte Befehle, wie Sitz und Platz, und achte darauf, ob er sie ohne zu zögern, ausführt.

Therapie

Je früher mit einer Therapie begonnen wird, umso länger kann das Fortschreiten der Erkrankung hinausgezögert werden.

Verhaltenstherapie:

Förderung der Gehirntätigkeit durch Benutzen neuer Spazierwege. Beschäftige deinen Hund mit Intelligenzspielzeug, Futterbällen und ständigen neuen Kommandos. Führe im Freien Suchspiele mit Leckerchen durch. Fordere deinen Hund durch ständige neue Aktivitäten.

Futter:

Verwende Futter, das mit Antioxidantien und Mitochondrienfaktoren angereichert ist. Wenn du Fertigfutter verwendest, informiere dich über spezielles, geeignetes Futter für Senior- Hunde.

Futterergänzungsmittel:

Coenzym Q10 ist das Anti- Aging Mittel schlechthin. Es fördert die Versorgung der Zellen mit Energie und bindet freie Radikale, die die Zellwand schädigen können.

L- Carnithin: greift ebenfalls in die Energieversorgung der Zelle ein und unterstützt den Muskelaufbau.

Medikamente:

Zeigt dein Hund starke Wesensveränderungen, kann er mit speziellen Psychopharmaka, MAO- Hemmern, behandelt werden.

Schmerztherapie mit dem Alter entsprechenden Medikamenten

Homöopathische Therapie:

Ginko biloba: fördert die Gehirndurchblutung und regt die Nerven zu vermehrter Tätigkeit an.

Wie reagiert ein dementer Hund auf Schmerz

Im normalen Gehirn übernehmen unbewusst arbeitende Bereiche die Reaktionen auf Gefahr. Sie bestimmen die Reaktion des Tieres. Schmerz benötigt kein Bewusstsein und keine bewusste Empfindung, um den Körper Stress auszusetzen. Bei Demenz kann auch das Schmerzgedächtnis betroffen sein, man spricht von „vergessenem Schmerz“. Da der demente Hund den vergessenen Schmerz nicht mehr richtig zuordnen kann, kann er diesen auch nicht beseitigen oder vermeiden. Er wird aggressiv reagieren, ohne vorherige Warnzeichen.

Vegetativer Schmerz äußert sich durch Hecheln, Schmatzen, plötzlichem Fallenlassen statt langsamem Hinlegen. Der Schmerzzustand entzieht dem Körper durch Dauerstress eine hohe Menge an Energie.

Dies kann durch Schmerzmittel ausgeglichen werden, die dadurch lebensverlängernd wirken.

Vorbeugung

Da die Ursachen nicht genau geklärt sind, ist eine Vorbeugung nur durch allgemeine Maßnahmen möglich. Biete deinem Hund immer eine möglichst abwechslungsreiche Umgebung. Beschäftige ihn mit raffinierten Spielen und fördere so seine Denkleistung. Fordere ihn dazu auf, neue Spazierwege zu erkunden.

Achte darauf, dass das Futter hochwertig und ausreichend mit Vitalstoffen angereichert ist.

Lass deinen Hund für sei Futter „arbeiten“, indem er vor der Fütterung bestimmte Übungen absolvieren muss.

Zusammenfassung

Demenz bei Hunden ist eine schwere, schleichend verlaufende Erkrankung, die auch zu seelischen Leiden führt. Der Hund leidet unter der Stubenunreinheit und den zu hohen Erwartungen des Halters.

Gehe mit deinem Hund verständnisvoll und geduldig um, er ist krank und missachtet nicht mit Absicht deine Befehle.

Eine sofortige Euthanasie ist nicht nötig, auch ein dementer Hund kann sein Leben noch genießen.

 

 

 

 

 

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
follow me

Für alle Hunderassen geeignet


GRATIS BUCH: HUNDEERZIEHUNG 1 x 1

Trage jetzt  unterhalb deine E-Mail ein für den kostenlosen E-Mail-Newsletter “Hundeerziehung”. Als GRATIS-Begrüßungsgeschenk erhältst Du sofort im Anschluss das Buch „Hundeerziehung 1 x 1“!

Demenz bei Hunden
Ihre Meinung zum Artikel

Hinterlasse ein Kommentar