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Diabetes beim Hund – 7 Symptome & Behandlung bei Hunden

Frisst dein Hund übermäßig viel und verliert trotzdem Gewicht? Trinkt er extrem viel Wasser und muss ständig hinaus, um Harn abzusetzen? Ist er manchmal desorientiert und launisch? Ist er anfällig für verschiedene Krankheiten?
Dann könnte er an einer bei Menschen und Hunden gleichermaßen, weltweit verbreiteten Stoffwechselstörung, Diabetes Mellitus, leiden.

Was ist Diabetes

Diabetes ist eine Stoffwechselerkrankung, unter der vor allem Hunde ab dem mittleren Lebensalter erkranken. Vereinzelt tritt diese Stoffwechselstörung auch angeboren bei Junghunden auf. Zellen benötigen für ihre Energieversorgung Zucker aus dem Blut. Dieser kann aber nicht direkt aufgenommen werden. Erst mit Hilfe von Insulin, einem Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse erzeugt wird, kann der Zucker die Zellwand passieren und steht so dem Stoffwechsel der Zelle zur Verfügung. Produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Insulin steigt der Zuckerspiegel im Blut, dieser kann aber von den Zellen nicht genutzt werden. Der Körper versucht diesen Energiemangel durch die ständige Aufforderung „friss“ auszugleichen.

Wo wird Insulin erzeugt

Insulin wird in den Beta- Zellen der Langerhans- Inseln in der Bauchspeicheldrüse gebildet und gespeichert. Normalerweise ist ein Insulinvorrat für einige Tage vorhanden. Erhält die Bauchspeicheldrüse durch einen hohen Zuckerspiegel das Signal „schütte Insulin aus“, wird sofort wieder mit der Produktion von neuem Hormon begonnen. So bleiben die Speicher immer gefüllt.


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Wie wirkt Insulin

Insulin haftet sich an die Zellwand an und aktiviert Rezeptoren, die die Aufnahme von Zucker in die Zelle ermöglichen. Ist der Zucker einmal in die Zelle gelangt, wird er sofort zur Energiegewinnung abgebaut. Nicht verbrauchter Zucker wird zu Speicherzucker (Glykogen) umgebaut und in Energiedepots in Leber und Muskeln für die spätere Verwendung gelagert. Einige Stunden nach der Futteraufnahme ist der Zucker zum großen Teil in den vielen Zellen verarbeitet worden, der Blutzuckerspiegel erreicht wieder sein normales Niveau.

Soll Zucker aus den Speichern in Leber und Muskeln wieder freigesetzt werden, schüttet die Bauchspeicheldrüse das Hormon Glukagon aus und wirkt so einem Absinken des Blutzuckerspiegels entgegen.
Durch das Zusammenspiel von Insulin und Glukagon gelingt es dem Körper, den Blutzuckerspiegel über den Tag verteilt auf einem stabilen Niveau zu halten.
Welche Formen von Diabetes gibt es

Man unterscheidet beim Hund drei Formen von Diabetes:

Diabetes mellitus Typ I

Die Bauchspeicheldrüse produziert kein Insulin. Dadurch kann Zucker aus dem Blut nicht verarbeitet werden. Der Zuckerspiegel steigt.
Diese Form kommt bei Hunden am häufigsten vor.

Diabetes mellitus Typ II

Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, aber nicht in ausreichender Menge. Die Körperzellen reagieren nicht empfindlich auf das ausgeschüttete Insulin, man spricht auch von Insulin- Resistenz.

Diabetes mellitus Typ III

Diese Form der Zuckerkrankheit wird durch Medikamente, Läufigkeit oder andere Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Unterfunktion der Schilddrüse, ausgelöst.
Nach der Läufigkeit oder während der Trächtigkeit wird vermehrt das Hormon Progesteron produziert. Insulin wird durch Progesteron daran gehindert, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Deshalb wird während dieser Zeit die Insulinproduktion verstärkt. Reicht die vermehrte Insulinproduktion nicht aus, entsteht vorübergehend Diabetes mellitus.

Symptome

Alle drei Formen gleichen sich in den Symptomen

  • Ständiges Hungergefühl
  • Ständiger Durst
  • Gewichtsverlust
  • Vermehrte Wasserausscheidung über den Harn
  • Der Harn riecht fruchtig und süß
  • Erhöhte Anfälligkeit für Harnwegsentzündungen, da sich Bakterien im zuckerhaltigen Harn besser vermehren können
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Das Fell wird stumpf und trocken
  • Die Linsen in den Augen trüben sich, das Auge erscheint grau
  • Ist die Linse vollständig getrübt, kann dein Hund nur noch Schatten erkennen
  • Die Leber verfettet und ist vergrößert
  • Mattigkeit
  • Schwäche in den Hinterbeinen durch Energiemangel
  • Geschwüre in der Maulschleimhaut
  • Schmerzen im Bauchraum
  • Koma, Tod

Ursachen

Diabetes Typ I:

Dieser Diabetes Typ kann angeboren sein, oder durch Zerstörung der Langerhans- Inseln entstehen.

  • Bestimmte Hunderassen, wie Beagle, Retriever, Dackel und West Highland White Terrier erkranken häufiger als andere Rassen
  • Bauchspeicheldrüsentumor
  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Zerstörung der Beta- Zellen durch Antikörper
  • Übergewicht

Diabetes Typ II
Bei dieser Form sind die Ursachen noch nicht ganz geklärt.

  • Übergewicht
  • Hormonstörungen, wie Schilddrüsenunterfunktion

Diabetes Typ III

  • Medikamente
  • Läufigkeit
  • Trächtigkeit

Diagnose

Aufgrund der spezifischen Symptome wird sehr schnell die Verdachtsdiagnose Zuckerkrankheit gestellt werden.
Um die Diagnose abzusichern werden eine Harn- und eine Blutuntersuchung durchgeführt.
Harn: Messung der Glukose, am besten im ersten Harn am Morgen
Blut: Messung von Glukose

Messung der Fruktose:

Zur Absicherung der Diagnose Zuckerkrankheit wird auch der Fruktosaminspiegel im Blut bestimmt, da er nicht so großen Tageschwankungen unterliegt, wie der Glukosespiegel.

Therapie

Abgesehen von Diabetes Typ III ist eine vollständige Heilung nicht möglich. Um einen Übergang von Typ III in Typ I zu verhindern, wird eine Kastration der Hündinnen empfohlen.
Ist dein Hund an Diabetes erkrankt, benötigt er sein Leben lang Spritzen mit Insulin. Nach der Erstellung eines Glukosetagesprofils durch den Tierarzt, erhältst du genaue Anweisungen, wie und in welcher Menge du Insulin verabreichen sollst.
Eine Insulin- Therapie mit Tabletten ist bei Hunden leider nicht möglich.
Ist dein Hund auf eine bestimmte Insulinmenge eingestellt, solltest du regelmäßig den Blutzuckerspiegel kontrollieren. Du kannst den benötigten Bluttropfen durch einen kleinen Stich ins Ohr gewinnen, oder, sollte dein Hund nicht kooperativ sein, den Blutzucker im Harn mittels eines Teststreifens kontrollieren.

Homöopathische Behandlung

Eine homöopathische Behandlung mit Einzel- oder Komplexmitteln kann dabei helfen, die benötigte Insulinmenge zu reduzieren und Begleiterscheinungen zu mildern. Meist werden Mittel zur Entgiftung und Ausleitung eingesetzt, um den Stoffwechsel zu stärken. Durch biochemische Heilmittel kann die Bauchspeicheldrüse gestärkt werden, Säuren und Toxine werden besser mit Harn und Kot ausgeschieden.
Die Zusatzfütterung von Mineralsalzen hilft, Heißhungerattacken zu reduzieren, da die Zellen keine zusätzlichen Mangelerscheinungen ausgleichen müssen.

Komplikationen

Hast du einmal zu viel Insulin gespritzt, ist dies ein absoluter Notfall. Durch den zu niedrigen Blutzuckergehalt (Hypoglykämie) erhält das Gehirn nicht genug Energie. Dein Hund ist unruhig, zittert, ist orientierungslos und kann sogar in einen Schockzustand oder ins Koma fallen.
Suche sofort einen Tierarzt auf, der deinem Hund die lebensnotwendige Glukose wieder in ausreichender Form zuführt.

Welche weiteren Verhaltensregeln solltest du beachten

Füttere deinen Hund zwei Mal täglich, wenn möglich immer zur gleichen Zeit. So kannst du den Blutzuckerspiegel besser stabil halten.
Gib Leckerchen nur sparsam oder vermeide sie ganz.
Verwende qualitativ hochwertiges Futter mit einem hohen Rohfasergehalt. Eine kohlenhydratarme und rohfaserreiche Nahrung bewirkt eine langsamere Aufnahme des Zuckers in das Blut. So vermeidest du eine zu schnelle Erhöhung des Blutzuckerspiegels nach der Fütterung.
Ausreichende Bewegung verhindert Übergewicht. Versuche die Tageszeit und Dauer der Bewegung konstant zu halten, um größere Schwankungen des Blutzuckerspiegels zu vermeiden.
Vermeide Stress.
Lass dein Tier regelmäßig untersuchen, um anderen Krankheiten vorzubeugen.

Zusammenfassung

Zuckerkranke Hunde, die mit Insulin behandelt werden, können ein vollständig normales Leben führen. Ist einmal die richtige Dosis gefunden, sollte nur mehr regelmäßig der Blutzuckerspiegel von dir kontrolliert werden.
Wichtig ist, bei Verdacht sofort Hilfe zu suchen, um Folgen wie Erblindung durch grauen Star (Linsentrübung), starke Abmagerung oder Leberverfettung zu vermeiden.

Lea | Tiersinne Administrator
Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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