Haarausfall bei Hunden – 10 Ursachen, Symptome, Therapie

Dein Hund haart ständig und du kommst mit dem Staubsauger nicht mehr nach. Ist das noch ein natürlicher Fellwechsel oder steckt ein krankheitsbedingter Haarausfall dahinter?

In diesem Artikel findest du Informationen über den Aufbau von Haaren, sowie den normalen und den krankheitsbedingten Haarverlust bei deinem Hund.

Haut und Haar

Haut und Haare schützen den Körper deines Hundes wie ein Mantel vor äußeren Einflüssen, wie UV- Strahlung, extreme Hitze und Kälte, Schmutz und Keime.

GRATIS BUCH: 4 neue Methoden zur Leinenführung

Melde dich jetzt zu unserem Hundeerziehungs-Newsletter an und erhalte GRATIS als Willkommensgeschenk das Buch: Bulletproof Leinenführung!

Wie ist ein Haar aufgebaut

Ein Haar besteht aus drei Schichten:

Die äußere Schicht- Schuppenschicht oder Cuticula- setzt sich aus tannenzapfenartig angeordneten, abgestorbenen, verhornten Zellen zusammen. Liegt die Schuppenschicht flach an, glänzt das Fell durch Reflexion von Licht.

Die Faserschicht- Rinde oder Cortex- besteht aus Keratinfasern. Sie ist für die Festigkeit des Haares verantwortlich.

Der Markkanal- Medulla- befindet sich im Zentrum des Haares.

In der Haarwurzel- Papille- werden Hornzellen gebildet, die sich nach oben schieben und den Haarschaft bilden. Zusätzlich sind Melanozyten eingelagert, die durch ihre Pigmente für die charakteristische Fellfarbe sorgen.

Der Haarschaft liegt in der Oberhaut in einem Haarfollikel, in dem sich auch eine Duftdrüse und eine Talgdrüse befinden.

Welche Haare unterscheidet man

Das Fell deines Hundes setzt sich aus verschiedenen Haararten zusammen:

Grannenhaare, Wollhaare und Langhaare. Zusätzlich besitzt dein Hund an Schnauze und Augen Tasthaare.

Man unterscheidet Glatt- und Kurzhaarhunde mit oder ohne Unterwolle, Rauhaar, Langhaar, Stockhaar und Langstockhaarhunde.

Haarzyklus

Jedes Haar unterliegt einem eigenen Lebenszyklus.

In der anagenen Phase wird das Haar über Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt, es wächst.

In der katagenen Phase, dem Übergangsstadium, erfüllt das Haar seine Schutzfunktion für den Körper. Die Haarwurzel beginnt sich zu verkleinern.

In der telogenen Phase fällt das abgestorbene Haar aus.

Ursachen für Haarausfall

Haarausfall beim Hund

Haarausfall beim Hund – 10 Ursachen, Symptome, Therapie

Natürlicher Fellwechsel

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und Herbst, verliert dein Hund aufgrund des Fellwechsels von Sommer- zu Winterfell sehr viele Haare. Dieser Haarwechsel kann bis zu sieben Wochen dauern. Kurz vor der kalten Jahreszeit wird mehr Unterwolle gebildet, um den Körper vor Kälte zu schützen. Diese wird im Frühjahr wieder abgestoßen.

Manche Hunde haaren durch die konstanten Temperaturen in der Wohnung und die fehlende Verkürzung des Tageslichts bereits das ganze Jahr.

Bei einigen Hunderassen, Pudel oder Yorkshire Terrier, fallen die Haare nicht aus, sie wachsen ständig weiter. Dieses Fell muss durch Trimmen oder Scheren gekürzt werden.

Für Allergiker geeignete Hunderassen, Portugiesischer Wasserhund, verlieren gar keine Haare. Es können allerdings auch die Hautschuppen dieser Hunde allergen wirken.

Parasiten

Durch den Befall mit Flöhen, Milben, Zecken und Läusen entsteht starker Juckreiz. Der Hund kratzt und benagt ständig seine Haut, die Haare werden geschädigt, brechen ab und fallen schließlich ganz aus.

Würmer, Parasiten im Darm, entziehen dem Körper wichtige Nährstoffe, die Haare können nicht ausreichend versorgt werden, sterben ab und falls schließlich sogar aus.

Dermatophyten

Hautpilze verursachen kreisrunden Haarverlust, der vom Zentrum nach außen fortschreitet.

Stress

Übermäßiger Stress kann zu einem stärkeren Belecken einiger Körperzonen führen, die Haare brechen ab und fallen aus.

Hormone

Nach einer Kastration, oder während der Trächtigkeit ändert sich der Hormonstoffwechsel deines Hundes. Veränderungen des Fells und Haarausfall treten auf. Ist dein Hund bereits in einem fortgeschrittenen Alter, bilden seine Keimdrüsen zu wenig Östrogen, die Haare fallen vermehrt aus.

Cushing- Syndrom

Durch vermehrte Bildung von Kortisol in der Nebennierenrinde steht der Körper unter Dauerstress. Die Haarwurzeln werden nicht ausreichend durchblutet, die Haare sterben ab und fallen aus.

Futtermittelallergie

Das Fell spiegelt den Gesundheitszustand deines Hundes wieder. Reagiert er auf Bestandteile seines Futters allergisch, tritt vermehrter Juckreiz auf, die Haare werden durch Kratzen geschädigt und fallen aus.

Ungenügende Nährstoffe im Futter

Enthält das Hundefutter nicht ausreichend Nährstoffe, werden die Haarwurzeln nicht genügend versorgt. Die Haare sind glanzlos, schwach und fallen aus.

Psychische Störungen

Leidet dein Hund unter Angsterkrankungen, wird er vermehrt sein Fell benagen.

Raumklima

Ist die Luft in deiner Wohnung durch eine Gasheizung sehr trocken, hat dies auch Auswirkungen auf die Haut und das Fell deines Hundes. Schuppenbildung und Haarausfall können die Folge sein.

Symptome

Durch den ständigen Juckreiz kratzt sich dein Hund immer wieder. Die Haare brechen ab und fallen aus. Kahle Stellen im Fell sind die Folge. Zusätzlich können blutig nässende oder eitrige Hautentzündungen auftreten.

Die Haut bildet vermehrt Schuppen, das Fell ist stumpf, trocken und durch eine erhöhte Talproduktion fettig.

Durch Speichel und Schuppen verfilzen und verkleben die Haare. Farbveränderungen an Haut und Fell entstehen.

Diagnose

Parasiten, wie Flöhe und Zecken, können bei der Fellpflege entdeckt werden. Da sich Flöhe nur zum Blutsaugen auf dem Hund aufhalten, kannst du einen Flohtest durchführen.

Flohtest: lege ein Stück Küchenrolle unter deinen Hund und bürste das Fell, vor allem an den Seiten, am Bauch und an der Innenseite der Oberschenkel, aus. Meist fallen schwarze Pünktchen herunter. Tropft man auf diese Punkte Wasser, verfärbt es sich rötlich. Hierbei handelt es sich um verdautes Blut, das von den Flöhen als Kot ausgeschieden wird. Schmutz bleibt schwarz grau.

Kotuntersuchung: Sammle über drei Tage den Kot deines Hundes. Im Labor wird eine mikroskopische Untersuchung auf ausgeschiedene Wurmeier durchgeführt werden. Da diese Eier nicht ständig ausgeschieden werden, ist es nötig, den Kot über mehrere Tage und zu verschiedenen Tageszeiten zu sammeln. Dein Tierarzt stellt dafür eigene Kotröhrchen zur Verfügung.

Hautgeschabsel: für den Nachweis von Milben und Hautpilzen wird der Tierarzt Hautproben mit einem Skalpell abschaben und in ein Labor senden. Da einige Räudemilben (Sarkoptesmilben) in tiefen Hautschichten sitzen, kann es bei einem Geschabsel zu leichten Blutungen der Haut kommen.

Bluttest: Parasiten und allergische Erkrankungen werden bei der Durchführung eines Bluttests durch eine Zunahme der eosinophilen Blutzellen angezeigt.

Therapie

Werden äußere Parasiten entdeckt, kannst du deinen Hund mit Flohshampoo baden. Zusätzlich ist die Verwendung von speziellen Flohhalsbändern oder Spot- on Präparaten erforderlich. Tropfe nie ein Spot- on Präparat direkt nach dem Baden auf die Haut. Die Wirkstoffe werden über den Haartalg verteilt, der erst drei Tage nach einem Bad mit Shampoo wieder in ausreichender Menge vorhanden ist.

Gegen Flöhe und Zecken können auch Tabletten, die für drei Monate wirksam sind eingesetzt werden.

Entwurme deinen Hund, um innere Parasiten, wie Spulwürmer und Bandwürmer, abzutöten.

Bürste deinen Hund mindestens einmal täglich, damit die abgestorbenen Haare entfernt werden. So kannst du Verfilzungen des Fells und Juckreiz vorbeugen. Für jede Fellart sind spezielle Bürsten im Tierfachhandel erhältlich, die das Fell deines Hundes optimal pflegen und die Durchblutung der Haut durch Massage fördern.

Reagiert dein Hund allergisch auf einzelne Futterbestandteile, vermeide diese im Futter.

Füttere qualitativ gutes Hundefutter, das deinen Hund entsprechend seiner Bedürfnisse ausreichend mit Nährstoffen versorgt.

Futtermittelzusätze:

Zusatz von ungesättigten Fettsäuren: Ein Zusatz von kalt gepresstem Leinöl oder Distelöl kann die Schuppenbildung reduzieren, da es die Erneuerung der Hautzellen unterstützt. Omega-3-Fettsäuren in Lachsöl sorgen für einen schönen Glanz des Fells.

Biotin stärkt das Haar, fördert das Haarwachstum und verleiht den Haaren wieder ihren ursprünglichen Glanz.

Homöopathie:

Phosphor D30: hilft dem Körper Schadstoffe auszuscheiden und die Abwehrkräfte zu stärken. Dieses Mittel wird vor allem bei überaktiven Hunden eingesetzt.

Natrium chloratum D30: verstärkt die Erneuerung von Haut und Haaren, führt zu einer vermehrten Feuchtigkeitsbindung in der Haut.

Calcium carbonicum C30: Bei starkem Auftreten von fettigen Schuppen

Pulsatilla D30: bei sehr sensiblen Hunde, die stark unter Stress leiden

Ruhezonen: Leidet dein Hund unter Stress durch laute Geräusche, errichte in deiner Wohnung Ruheplätze. Dort kann sich dein Hund entspannen und sicher fühlen.

Luftbefeuchter: Sorge im Winter durch Luftbefeuchter für ein angenehmes Raumklima

Schüßler Salze:

Verliert dein Hund büschelweise Haare, kannst du Schüßler Salz Nr. 6 (Kalium sulfuricum) verabreichen.

Bei stumpfem, trockenem Fell Schüßler Salz Nr. 8 (Natrium chloratum)

Bei Schuppenbildung und struppigem Fell Schüßler Salz Nr. 11 (Silicea)

Badetherapie:

Bade deinen Hund regelmäßig mit Shampoos, die die natürliche Schutzfunktion von Haut und Haaren stärken. Besonders geeignet sind dazu Shampoos, die zu einer besseren Feuchtigkeitsbindung in der Haut und damit zu einer besseren Nährstoffversorgung der Haare führen.

Zusammenfassung

Haarausfall, Alopezie, ist keine eigene Erkrankung, sondern ein Symptom, das bei vielen verschiedenen Hundekrankheiten auftritt. Die Ursache sollte immer von einem Tierarzt abgeklärt werden, um schwere innere Erkrankungen auszuschließen und bleibende Hautschäden und kahle Stellen zu vermeiden.

 

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
follow me

GRATIS BUCH: 4 neue Methoden zur Leinenführung

Melde dich jetzt zu unserem Hundeerziehungs-Newsletter an und erhalte GRATIS als Willkommensgeschenk das Buch: Bulletproof Leinenführung!

Haarausfall bei Hunden
Ihre Meinung zum Artikel

Hinterlasse ein Kommentar