Hüftdysplasie beim Hund – 3 Ursachen, Symptome, Therapie

Hast du die Diagnose Hüftgelenksdysplasie bei deinem Hund erhalten? Das ist immer ein Schock und verlangt von dir schwierige Entscheidungen. Aber auch ein Leben mit Hüftgelenksdysplasie kann artgerecht und lebenswert sein. Hier findest du Informationen über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten dieser Gelenkerkrankung.

Anatomie des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk, das aus Pfanne (Acetabulum) und Oberschenkelknochen besteht, bildet die gelenkige Verbindung zwischen Beckengürtel und Hinterbeinen. Es dient der Kraftübertragung vom Rumpf auf die Extremitäten. Da die Gelenkkapsel sehr weit ist, muss das Gelenk von mehreren Bändern in seiner Position gehalten werden.

Hüftgelenksdysplasie oder Hüftdysplasie

Dysplasie ist die Fehlstellung oder Fehlentwicklung eines Gelenks. Sie stellt eine Vorstufe der Arthrose dar.

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Unter Hüftgelenksdysplasie versteht man eine Fehlbildung des Hüftgelenks. Der Kopf des Oberschenkelknochens (Femurkopf), oder die Pfanne des Hüftgelenks sind nicht genügend ausgebildet. Der Gelenkkopf findet keinen Halt in der Pfanne und rutscht aus dem Gelenk. Durch die ständig stattfindenden Luxationen wird der Gelenkknorpel geschädigt. Eine Arthrose entsteht.

Bei Hüftdysplasie befindet sich das Becken in einer Schieflage. Die Pfanne ist tief genug ausgebildet, der Oberschenkelkopf kann aber nicht richtig einrasten, da der Gelenkwinkel verändert ist.

Welche Hunderassen sind vor allem betroffen

Hüftgelenksdysplasie kommt häufig bei schnellwachsenden, mittelgroßen und großen Hunderassen, wie dem Deutschen Schäferhund, Rottweiler, Boxer, Dalmatiner, Berner Sennenhund und Retriever vor.

Ursachen

Dein Hund leidet nicht sofort bei der Geburt an Hüftgelenksdysplasie. Diese bildet sich erst im Laufe des Wachstums der Becken- und Oberschenkelknochen aus. Die Veranlagung zu einer gestörten Entwicklung des Hüftgelenks wird allerdings genetisch weitergegeben (vererbt).

Zu energiereiche Fütterung und eine Überversorgung mit Kalzium, Vitamin D und Vitamin C fördert die Ausbildung von schweren Formen der Hüftgelenksdysplasie durch zu schnelles Wachstum.

Wird dein Hund, wenn er noch nicht ausgewachsen ist, beim Hundesport oder Treppensteigen zu stark belastet, können sich die Bänder, die für die Stabilität des Hüftgelenks verantwortlich sind, überdehnen und lockern. Die Entstehung einer Hüftgelenksdysplasie wird gefördert.

Wie wirkt sich die Fehlstellung auf das Hüftgelenk aus

Rutscht der Oberschenkelkopf immer wieder aus der Pfanne, wird der Knorpel des Gelenks geschädigt. Die Nervenfasern der Knochenhaut am Pfannenrand werden gereizt, eine schmerzhafte Arthrose bildet sich aus.

Diagnose

Um eine sichere Diagnose zu stellen, musst du abwarten, bis dein Hund ausgewachsen ist. Dies ist mit circa 12 – 15 Monaten der Fall. Erst dann kann der korrekte Winkel des Hüftgelenks zum Oberschenkelknochen gemessen werden. Während des Wachstums kann dieser Winkel in jedem Lebensmonat durch Veränderung der Knochenlängen variieren.

Röntgenbild:

Eine Röntgenuntersuchung der Hüftgelenke sollte in Narkose erfolgen, da die Untersuchung für den Hund sonst zu schmerzhaft ist und die Muskeln für eine korrekte Beurteilung zu angespannt sind.

Der narkotisierte Hund wird auf den Rücken gelegt, die Vorderbeine werden nach vorne gezogen. Die Hinterbeine werden parallel nach hinten gestreckt und im Kniebereich nach innen rotiert. Auf der Aufnahme müssen Becken, Oberschenkelknochen und Lendenwirbel abgebildet sein.

Achte darauf, dass die Hundevereine oft Listen mit Tierärzten aufliegen haben, die von ihnen für die Beurteilung des Hüftgelenks anerkannt werden. Solltest du den Befund für die Zulassung deines Hundes zur Zucht benötigen, ist es erforderlich, einen Tierarzt aus der Liste zu wählen.

Welche Grade von Hüftgelenksdysplasie unterscheidet man

A             das Hüftgelenk ist normal ausgebildet, der Hund wird zur Zucht zugelassen

B             der Befund ist grenzwertig, der Hund wird zur Zucht zugelassen

C             leichte HD, eine Zucht mit diesem Hund ist möglich, wird aber nicht empfohlen

D             mittelgradige HD, eine Zuchtzulassung ist nicht möglich

E              schwere Form der HD, eine Zuchtzulassung ist nicht möglich

Symptome

Hüftdysplasie beim Hund

Hüftdysplasie beim Hund -3 Ursachen, Symptome, Therapie

Ist dein Hund jung, wird er sich nicht gerne bewegen, er hat Probleme aufzustehen und äußert Schmerzen beim Laufen. Bei Spaziergängen kann es vorkommen, dass dein Hund sich unmotiviert hinsetzt und weiteres Laufen verweigert. Läuft dein Hund schneller, neigt er zu hüpfenden Bewegungen, um die ständigen Luxationen des Gelenkes auszugleichen.

Wird der Hund älter, verstärken sich die Beschwerden. Der Gang wird wackelig, das Becken kippt immer in die Richtung des vorgeführten Hinterbeines. Das bezeichnet man auch als „twisten“. Die Bewegungen sind schmerzhaft, knackende und knirschende Geräusche sind zu hören. Schmerzen treten vor allem am Morgen beim Aufstehen auf. Teilweise wird sogar ein Hinterbein zur Entlastung angehoben.

Durch die mangelnde Belastung bilden sich die Muskeln der Hinterbeine zurück.

Wird die Hüftgelenksdysplasie nicht behandelt, können die Gelenkskapseln durch die ständige Reizung dicker werden und schließlich sogar verknöchern. Dauerhafte Lahmheiten sind die Folge.

Therapie

Liegt nur eine leichte Form der Erkrankung vor, kann dein Hund mit Schmerzmitteln und Physiotherapie (Massagen, Unterwasserlaufband) behandelt werden. Die Rückbildung der Muskeln kann mit einer Elektrostimulationstherapie gestoppt werden.

Physiotherapie muss über einen längeren Zeitraum (mindestens 3- 4 Monate) durchgeführt werden, um eine Kräftigung der Muskeln zu erreichen.

Ist dein Hund zu schwer, muss unbedingt eine Gewichtsreduktion erfolgen.

Futterergänzungsmittel: Chondroitinsulfat und Grünlippenmuschelextrakte helfen dem Gelenkknorpel, sich zu regenerieren. Arthrosen können so hinausgezögert werden.

Teufelskralle: wirkt stark entzündungshemmend und schmerzstillend.

Liegt eine schwere Form der Hüftdysplasie vor, muss eine Operation durchgeführt werden:

Pectineus- Myectomie: ein Muskel an der Innenseite des Oberschenkels wird durchtrennt. Dadurch wird der Zug auf das Hüftgelenk verringert, das Gelenk bleibt bei Bewegung stabiler.

Befindet sich das Becken in Schieflage wird eine Pfannenschwenkung durchgeführt. Die Gelenkpfanne wird so in der Lage verändert, dass der Oberschenkelkopf wieder gut einrasten kann.

Sind bereits schwere Schäden am Hüftgelenk vorhanden, ist es nötig, ein künstliches Hüftgelenk einzusetzen. Der Oberschenkelkopf wird entfernt und durch ein Implantat aus Metall ersetzt. Schon nach einer Ruhepause von sechs Wochen, kann das Gelenk wieder normal belastet werden. Es treten keine Schmerzen mehr auf.

Alternative Heilmethoden:

Akupunktur:  Durch die Reizung der Akupunkturpunkte werden Endorphine (Schmerz- regulierende Substanzen) ausgeschüttet. Die chronisch verspannte Muskulatur entspannt sich, Schonhaltungen werden nicht mehr eingenommen.

Goldimplantate: durch Einsetzen von Plättchen aus 24- karätigem Gold oder Platindraht werden die Akupunkturpunkte dauerhaft gereizt, eine ständige Endorphinausschüttung verhindert Schmerzen.

Neuraltherapie: schmerzende Stellen werden mit einem lokalen Betäubungsmittel unterspritzt

Was kann man vorbeugend tun

Große Hunderassen sollten möglichst langsam wachsen. Achte darauf, dass das Futter für deinen Hund nicht zu energiereich ist, damit es nicht zu schnellen Wachstumsschüben kommt.

Das Calcium Phosphor- Verhältnis sollte 1,3 – 1,9: 1 betragen. Mit zunehmendem Alter solltest du den Anteil an Calcium und Phosphor im Futter reduzieren.

Zusatz von Glukosamin, um das Wachstum des Gelenkknorpels zu unterstützen.

Übergewicht belastet die Gelenke. Achte durch angepasste Fütterung und ausreichend Bewegung darauf, dass dein Hund sein Idealgewicht nicht überschreitet.

Muss dein Hund zum Tierarzt

Bei Verdacht auf Hüftgelenksdysplasie solltest du immer sofort einen Tierarzt aufsuchen. Manche Operationen, wie die Pfannenschwenkung, werden möglichst früh durchgeführt, um die Ausbildung schwerer Gelenkschäden zu vermeiden.

Zusammenfassung

Dein Hund kann mit einer leichten Form der Hüftgelenksdysplasie gut leben, solange er bei Bedarf durch den Tierarzt mit Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Medikamenten versorgt wird. In schweren Fällen solltest du nach Rücksprache mit dem Tierarzt eine Operation in Erwägung ziehen. Dein Hund kann auch mit einem künstlichen Hüftgelenk ein völlig normales, schmerzfreies Hundeleben führen.

 

 

 

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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