hund zieht an der leine

Hund zieht an der Leine – 5 Methoden für die Leinenführigkeit

Leinenführigkeit ist bei Hunden nicht genetisch angelegt. Man muss es ihnen daher antrainieren. Nach Möglichkeit sollte man den Hund bereits als Welpe an das Laufen an der Leine gewöhnen. Anfangs ist das noch relativ einfach. Wenn sich ein Hund bereits an das übermotivierte Ziehen an der Leine gewöhnt hat, wird es schwieriger. Es ist ungleich zeitaufwändiger ihm diese Unart wieder abzugewöhnen. Aber es ist nicht unmöglich. Wir versuchen hier einige Lösungsansätze aufzuzeigen.

Warum ziehen Hunde an der Leine?

Hunde merken sich, wenn sie mit einem Verhalten Erfolg haben. Zerrt dein Hund an der Leine und wird darin durch dein Nachgeben bestärkt, macht er das immer wieder. Wir belohnen den Hund quasi für das Gezerre indem wir ihm nachgeben und hinterherlaufen. Auf diese Weise entstehen einige Missverständnisse zwischen deinem Hund und dir. Der Hund glaubt folgendes:

  • Wenn er nur kräftig genug zerrt, kommt er schnell dorthin wo er hin will.
  • Er bemerkt, dass du dich immer nach ihm richtest. Wenn er schnüffelt, lässt du ihn und bleibst stehen. Wenn er zieht folgst du ihm schneller.
  • Kommt ein Artgenosse auf euch Beide zu, so denkt der Hund er muss sich verteidigen. Also rennt er los du lässt dich hinterher ziehen.

Es liegt also an dir, diese Missverständnisse deines Hundes aufzuklären. Das gelingt nur mit viel Ausdauer und Konsequenz.

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Hunde an die Leine gewöhnen

Bevor du deinen Hund an die Leine gewöhnen kannst, muss er erst an ein Halsband oder ein Geschirr gewöhnt sein. Ihm Beides zur gleichen Zeit das erste Mal anzulegen, ist nicht empfehlenswert.

Nicht jeder Hund reagiert auf die gleiche Weise auf Halsband und Leine. Manche freunden sich sehr schnell damit an, andere rebellieren extrem. Am einfachsten ist es, deinen Hund erst mal abzulenken. Lege ihm das Halsband an und beginne sofort mit ihm zu spielen. Lenke ihn ab und mache etwas Spannendes mit ihm. Er wird schnell auf das Halsband vergessen.

Hund zieht ständig an der Leine

Hund zieht an der Leine – 5 Methoden für die Leinenführigkeit

Am Ende des Spiels nimmst du ihm das Halsband wieder ab. Die ganze Prozedur wiederholst du mehrmals bis dein Hund auf das Halsband gar nicht mehr reagiert. Erst danach kannst du diese Taktik mit der Leine wiederholen. Dabei sollte die Leine nur lose am Halsband hängen. Versuche nicht gleich zu Anfang sie fest zu halten. Auch diese Übung wiederholst du mehrmals.

Erst wenn der Hund nicht mehr an die Leine denkt, nimmst du die Leine hoch. Wenn er entspannt reagiert, lobe ihn und gib ihm ein Leckerli. Geh ein bis zwei Schritte. Kommt dein Hund mit, lobst du ihn ausgiebig. Wenn er nicht mitkommt, warte einfach. Nach einer Weile wird ihm garantiert langweilig werden und er kommt zu dir. In diesem Moment musst du ihn besonders loben und ihm ein Leckerli geben.

Gehe wieder ein Stück und der Hund muss dir folgen. Sein Leckerli bekommt er erst, wenn er brav hinter dir her kommt. Die Strecken kannst du nach und nach immer mehr verlängern. So gewöhnst du deinen Hund nicht nur an die Leine, sondern du bringst ihm bereits die ersten Schritte an der Leine bei.

Leinenführigkeit bei Welpen trainieren

Mit einem Welpen kann man das gewünschte Verhalten an der Leine noch recht einfach trainieren. Klar, der Kleine muss seine neue Welt erkunden und läuft hier hin und da hin. Er schnüffelt an dem Baum und am nächsten Laternenpfahl und wir lassen ihn gewähren. Das rächt sich spätestens dann, wenn der Hund keine fünf Kilo mehr hat, sondern 30 kg oder noch mehr.

Das Wichtigste bei dem Training ist, es darf sich für deinen Hund nicht lohnen, wenn er an der Leine zerrt!

Es gibt unterschiedliche Methoden, dem Ziehen entgegen zu wirken. Das Training sollte nur gestartet werden, wenn du genug Zeit hast und der Hund weder nervös oder gestresst wirkt. Es sollten nach Möglichkeit auch nicht zu viele Ablenkungen um euch herum sein. Ein Hundespielplatz ist daher nicht zu empfehlen.

Der Welpe muss lernen, dass es einfach nicht weiter geht, wenn er sich in die Leine hängt. Bleibe immer stehen, sobald die Leine gespannt ist. Du darfst sie nicht zurück rucken, auch schimpfen hilft hier wenig. Am Besten ist es, wenn du einfach stehen bleibst. Irgendwann wird sich dein Hund zu dir umdrehen und die Leine lockerlassen. Warte noch einen Augenblick bevor du los gehst. Gehe aber nur so lange, wie die Leine locker bleibt.

Sobald sich die Leine wieder spannt, bleibe wieder stehen. Das kann anfangs lästig erscheinen. Aber nur wenn du jetzt konsequent bist, wird dein Hund nach einer Weile verstehen, was du von ihm erwartest.

Leinenführigkeit mit ausgewachsenen Hunden trainieren

Die Bezeichnung Leinenführigkeit ist eigentlich etwas irreführend. Man sollte einen Hund nicht wirklich mit der Leine führen. Sie dient eigentlich nur als Sicherung, damit sich der Hund nicht zu weit von dir entfernt oder plötzlich wegläuft. Man könnte sie daher eher als Sicherheitsleine bezeichnen.

Es gibt einige unterschiedliche Methoden seinem Hund das Ziehen an der Leine abzugewöhnen. Suche dir diejenige aus, die dir am besten zusagt.

  • Methode – bleib stehen wie ein Baum

Du brauchst deinen Hund, unbedingt mit einem Halsband nicht mit einem Geschirr und eine Leine. Eventuell ein paar Leckerlis als Belohnung. Ein Geschirr gibt immer etwas nach, mit dem Halsband geht es einfach keinen Millimeter mehr weiter, wenn du nicht mehr nachgibst.

Immer wenn sich die Leine strafft bleibst du wie ein Baum angewurzelt stehen. Du sagst nichts, bewegst dich nicht weiter und ruckelst auch nicht an der Leine. Du bleibst einfach stehen und wartest. Jetzt ist deine Geduld gefragt.

Irgendwann wird dem Hund langweilig werden und er wird zu dir kommen. Wenn du jetzt einen Schritt weiter gehst und der Hund an der noch lockeren Leine mitgeht, belohne ihn sofort. Beim nächsten Ziehen erstarrst du wieder zum Baum. So merkt dein Hund irgendwann, was du von ihm erwartest.

  • Methode – lies ein Buch

Du brauchst dazu deinen Hund mit Halsband und Leine und ein Buch. Welches Buch du mitnimmst bleibt dir überlassen, allerdings sollte es nicht allzu schwer sein, damit du es locker in einer Hand halten kannst. Diese Methode ist eine Erweiterung der „Baum-Methode“. Sie macht es dir leichter Geduld aufzubringen. Du kannst dich durch das Lesen ablenken.

Ziehe mit dem Hund an der Leine los. Sobald der Hund an der Leine zu ziehen beginnt, bleibst du stehen und liest eine Seite deines Buches. Ist die Leine danach wieder locker, gehst du mit dem Hund weiter. Zerrt er immer noch an der Leine, lies einfach noch eine Seite. Immer so weiter.

Diese Methode hilft dir mehr als dem Hund. Durch das Buch bist du abgelenkt und der Hund merkt, dass du ihn mehr oder weniger ignorierst. Das Ziehen an der Leine macht für den Hund keinen Sinn, denn auf diese Weise kommt er nicht vom Fleck. Es wird eine Weile dauern, aber irgendwann wird er den Zusammenhang verstehen.

  • Methode – Neben dem Herrchen ist es am schönsten:

Du brauchst dazu eine mindestens zwei Meter lange Leine, ein Halsband, Leckerlis und einen eher hungrigen Hund.

Du zeigst deinem Hund das Leckerli und legst es neben dir auf den Boden. Bereits während er sich darüber hermacht, gehst du so weit vorwärts bis die Leine gespannt ist. Kommt dir dein Welpe nach dem Fressen nach lobst du ihn sobald er neben dir ist. Jetzt legst du ihm wieder ein Leckerli direkt neben dich auf den Boden. Sobald er frisst gehst du wieder weiter und wartest bis er dir nachkommt.

Das wiederholst du so lange, bis dein Hund bereits nach dem Leckerli Ausschau hält, sobald er zu dir kommt. Jetzt gehst du ein oder zwei Schritte weiter, bevor er sein Leckerli bekommt. Du kannst nach und nach immer mehr Schritte machen, bevor er sein Leckerli bekommt. Vergiss nicht, ihn immer auch zu loben, wenn er brav neben dir hertrabt. Mit der Zeit wird das Ganze auch ohne so viele Leckerlis klappen.

  • Methode – Richtungswechsel

Du brauchst Halsband und Leine und dein Hund sollte immer auf ein Ziel zusteuern, wenn er an der Leine zieht.

Immer wenn der Hund zu einem bestimmten Platz oder einem anderen Hund will, kannst du diese Methode gut einsetzen. Sobald er an der Leine zerrt, gehe einfach in einem kleinen Bogen in eine völlig andere Richtung. Erst wenn dein Hund wieder locker an der Leine läuft, gehst du wieder in die Richtung wo er ursprünglich hinwill. Zieht er wieder, an der Leine, gehst du mit ihm wieder in eine andere Richtung. Du solltest aber nicht an der Leine ruckeln, sondern einfach bestimmt die Richtung ändern. Dein Hund soll einfach merken, dass ihn das Ziehen an der Leine nicht in die Nähe seines gewünschten Ziels bringt.

  • Methode – verkehrte Welt

Für diese Methode brauchst du wieder Halsband, Leine, deinen Hund und eventuell einige Leckerlis.

Bei dieser Methode drehst du den Spieß einfach um. Du wartest nicht, bis der Hund an seiner Leine zerrt und zieht. Findet dein Hund eine interessante Stelle an der er schnüffeln möchte, spannst du langsam die Leine und ziehst in von dort weg. Auf keinen Fall solltest du das Ruckartig machen, sonder langsam aber bestimmt in eine andere Richtung gehen.

Sobald dein Hund die Leine lockert, kannst du ihn loben und ein Leckerli geben. Diese Methode ist nicht für den dauerhaften Einsatz gedacht. Aber du kannst sie immer Mal wieder einsetzen. Dein Hund merkt so, dass nicht nur er an der Leine ziehen kann.

Fazit: Wie bei den meisten Problemen in der Hundeerziehung gilt auch hier, je eher dein Hund lernt was du von ihm möchtest je einfacher gestaltet sich die Lösung.

Dein Hund muss einfach wissen, es lohnt sich nicht, an der Leine zu ziehen. Er kommt dadurch nicht schneller an sein Ziel. Aber du musst auf jeden Fall konsequent sein, egal für welche Erziehungsmethode du dich entscheidest. Lässt du ihm das Ziehen einmal durchgehen, so fordert er es das nächste Mal wieder ein. Wir wünschen viel Geduld und Ausdauer!

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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