Hunde verstehen lernen – Calming Signals & Hundesprache lernen

Ein wedelnder Schwanz, ein tiefdringender Augenkontakt, oder das auffordernde Stupsen mit der Schnauze sind Kommunikationsweisen eines Hundes, die du im Rahmen dieses Beitrags zu verstehen wissen wirst. Hundesprache deuten ist gar nicht schwer. Eigentlich viel zu offensichtlich zeigt dir dein Hund, was er mit seinem Verhalten bewirken oder dir anzeigen möchte. Doch leider verstehst du ihn bis dato nicht so wirklich oder nimmst einfach eine falsche Andeutung an, weil du es noch nicht besser weißt.

Dieser Beitrag wird dir dabei helfen, deinen Hund besser verstehen zu können, damit die Beziehung, zwischen dir und deinem treuen Gefährten noch intensiver, ausgeglichener und harmonischer wird. Du lernst, gezielter auf seine Wünsche und Anzeichen einzugehen.

Grundlagen zum Hundeverhalten

Viele Hundebesitzer bedauern wahrscheinlich, dass der eigene Hund nicht mit einem in der gleichen Sprache sprechen kann.

Du glaubst gar nicht, wie dein Hund bereits in der Vergangenheit mit dir gesprochen hat oder du die Sprache fremder Hunde missverstanden hast, weil sie dir bis heute noch keiner erklärt, beziehungsweise richtig gedeutet hat. Du musst dich vor allem darauf einlassen können, die Hundesprache verstehen zu wollen. Denn nur so kannst du zukünftig lernen, wie du sie richtig deuten kannst.

Dabei legt jeder Hund und jede Hunderasse ein individuelles Verhalten ans Tageslicht, die du nur richtig einzuordnen wissen musst. Nachstehend findest du ein paar typisch rassenspezifische Verhaltensweisen von Hunden:

  • Retriever-Hund: Ruhig und gelassen, stets freudig mit dem Schwanz wedelnd, kuschel- und harmoniebedürftig, ein richtiger Familienhund
  • Terrier-Hund: Aufgedreht und quirlig, starker Wille, spiel- und sportsüchtig, ein Hund für aktive Menschen
  • Schäfer-/Hütehund: Sehr ruhiges und lernwilliges Wesen, ein Beschützer für die ganze Familie, liebt es zu spielen und lange Spaziergänge zu machen

Doch das Verhalten deines Hundes hängt nicht nur von der Rasse ab. Wichtig ist auch, wie du einem Hund begegnest oder wie er erzogen wird. Viele Verhaltensweisen gelten grundsätzlich für alle Hunde – rassenunabhängig.

Wie begegne ich einem Hund?

Die nachfolgenden Tipps, werden dir in der Zukunft dabei helfen können, wie du dich gegenüber einem Hund zu verhalten hast. Auch was man alles falsch machen kann, beziehungsweise richtigmachen sollte erklären wir dir:

  • Beuge dich nie von Vorne über einen Hund. Sondern tritt einem Hund stets in gleicher „Augenhöhe“ gegenüber.
  • Streichle einen (fremden) Hund nie zuerst über den Kopf, oder die Schnauze, sondern immer zuerst über den Rücken.
  • Schreie einen bellenden Hund nie an. Entferne dich einfach ruhig aus der Situation.
  • Bestrafe einen ungehorsamen Hund nie mit Gewalt. Zeige ihm lieber mit Leckerlis, wie er es besser machen soll, bzw. wann sein Verhalten richtig ist.
  • Ziehe einen Hund nie an der Leine hinter dir her. Zeige ihm stattdessen mit einem kurzen Leinenruck, wo er hingehen soll und sage es ihm einfach.
  • Unterwerfe dich niemals einem Hund. Hunde sind Rudeltiere und wenn du einem Hund nicht zeigen kannst, dass du der Rudelanführer bist, übernimmt er die Rolle. Dein Hund braucht eine führende und konsequente Hand.
  • Vermenschliche Hunde nicht. Hunde sind Tiere und sollten auch so behandelt werden. Natürlich sind sie ein Familienmitglied und sind einfach der „beste Freund“, aber irgendwo gibt es auch eine Grenze, die nicht überschritten werden sollte. Du brauchst mit deinem Hund beispielsweise nicht wie mit einem Baby reden.
  • Lasse einem Hund nicht alles durchgehen. Vom Welpenalter an, muss jeder Hund trainiert werden. Hunde müssen Kommandos verstehen, sie umzusetzen wissen und auch dauerhaft befolgen können. Das gelingt allerdings nur dann, wenn man als Hundehalter stetig mit seinem Hund trainiert – Auch, wenn es manchmal schwer werden kann. Eine Hundeschule kann hier helfen.

Die Hunde Körpersprache und wie man Hunde verstehen kann

Mit der nachfolgenden Liste, wirst du eine Vielfallt der Hunde Körpersprache kennenlernen und sehen, was dir in deiner Vergangenheit dein, oder ein fremder Hund bereits alles mitgeteilt hat. Du wirst mit dieser Übersicht Hundesprache lernen.

Können und ihre Hundesprache verstehen:

  • Wedelnder Schwanz: Ein Hund freut sich und ist zum Spielen aufgelegt.
  • Gerade runterhängender Schwanz: Einem Hund geht es körperlich nicht gut.
  • Angespannter Schwanz/“Kamm“: Ein Hund hat Angst oder geht in Abwehrhaltung.
  • Angespannt stehende Ohren: Ein Hund hört angespannt in die Ferne.
  • Kopf neigen: Ein Hund lauscht und versucht ein Geräusch zu orten.
  • Vor dir sitzend: Ein Hund möchte deine Aufmerksamkeit.
  • Anstupsend – Nase oder Pfote: Ein Hund möchte, dass du mitkommst, oder mit ihm spielst. Manchmal fordert er so auch Streicheleinheiten.
  • Jaulen: Ein Hund verspürt einen starken Schmerz. Dieser Schmerz kann auch seelischer Art sein, wenn du ihn beispielsweise allein lässt und er sich einsam fühlt.
  • Auf dem Rückend wälzend: Ein Hund fühlt sich so richtig wohl.
  • Knurren/Zähne fletschen: Dieses Signal ist in der Regel eine Warnung und bedeutet so viel wie „Komm mir nicht zu nahe“
  • Bellen: Der Hund kommuniziert mit dir oder anderen Hunden.

Bellen ist sehr vielfältig und situationsbedingt. In Verbindung mit Knurren kann es einer Drohung oder einer Warnung gleichkommen. Ein Hund kann einen anderen (auch Menschen) verbellen und ihn so versuchen, zu vertreiben.
Wenn dein Hund einen anderen sieht und bellt, sagt er einfach „Hallo“. Gerade, wenn du an anderen Hundebesitzern vorbeiläufst und die Hunde zu kurz an der Leine gehalten werden, um den anderen zu erreichen wird oft vermehrt gebellt. Die Ursache liegt darin, dass der Hund unbedingt zum jeweilig anderen will und es ihm nicht möglich macht, diesem Wunsch verleiht er durch das Bellen dann Ausdruck.

Bist du mit deinem Hund zuhause und er bellt beispielsweise den Futternapf an, sagt er dir damit, dass du diesen füllen sollst. Möglicherweise bellt dein Hund auch die Tür an, wenn er nach draußen möchte. Andere Hunde bellen, wenn die Familie am Esstisch sitzt. So wird nach Aufmerksamkeit verlangt. Sie sagen, dass sie auch noch da sind und betteln nach Leckerlis.

Wie du siehst, kann das Bellen ganz viele Ursachen haben. Ein Wachhund gibt durch bellen beispielsweise Alarm, wenn sich jemand dem Grundstück nähert. Achtest du auf deinen Hund genauer, wirst du mit der Zeit besser verstehen, was er mit seinem Bellen zum Ausdruck bringen möchte.

Übrigens zeigen manche Hunde auch die Zähne, wenn sie „lächeln“. Dein Hund begrüßt dich schwanzwedelnd und zieht dabei die Lefzen hoch? Das ist keinesfalls eine Warnung, er freut sich nur. Manche Hunde tun dies auch, während des Spiels mit anderen Hunden. Achte immer auf die komplette Körpersprache deines Tieres. Wenn der Hund die Zähne zeigt und dabei freudig und schnell mit dem Schwanz wedelt, hast du nichts zu befürchten.

Hundeverhalten deuten durch Erziehung

Du kannst mit deinem Hund auch besser kommunizieren, in dem du ihm eine Sprache beibringst, die ihr beide versteht. Damit sind keine Laute gemeint. Möchtest du ihm beispielsweise einen Weg zeigen, dir mitzuteilen, wann er nach draußen muss? Dann lasse ihn jedes Mal vor der Haustür „sitz“ machen, bevor ihr gassi geht. Er wird es sich merken und irgendwann wird er sich von selbst vor die Tür setzen, wenn er mal muss.

So wird beispielweise Spürhunden bei der Polizei beigebracht, wie sie Drogen anzeigen. Ihnen wird ein bestimmtes Verhalten antrainiert, welches sie beim Geruch des gesuchten Stoffes ausführen sollen. So können sie ihrem menschlichen Partner mitteilen „Hey, ich habe hier was gefunden“. Durch Erziehung kann man also auch Hundeverhalten deuten.

Hunde beschwichtigen

Wenn du merkst, dass ein Hund einfach nicht zur Ruhe zu bekommen ist, kannst du eine Handvoll Methoden ausführen, um dem Hund Beschwichtigungssignale zu senden. Solche Beschwichtigungssignale, werden auch calming signals genannt. Hier sind einige Beispiele dafür:

  • Gehe in Augenhöhe zu dem Hund und rede mit ruhiger und leiser Stimme auf ihn ein.
  • Wenn du den Hund gut kennst, kannst du ihn zur Beruhigung hinter den Ohren, unter der Schnauze, oder zwischen den Augen graulen.
  • Nimm ein Leckerli und gebe es dem Hund, wenn er sich ruhig hingelegt hat.
  • Lasse den Hund mit Gleichgesinnten toben, damit er sich auspowern kann.
  • Mache mit dem Hund einen langen, ausdauernden und ruhigen Spaziergang.
  • Erhebe deine Stimme (schreie nicht.) und sage dem Hund, dass er auf seinen Platz gehen soll.
  • Ignoranz kann auch hin und wieder helfen. Denn wenn der Hund merkt, dass sein Benehmen keine für ihn positive Kehrtwende nimmt, wird ihm das auf die Dauer zu langweilig und er sucht sich eine neue Beschäftigung.

Fazit zum Hunde verstehen Lernen

Es ist wichtig, dass du dich auf die Bedürfnisse, Anzeichen und Hundesprache deines Vierbeiners einlässt. Dann ist Hunde verstehen lernen gar nicht schwer.

Ein Hund ist nämlich nicht nur dein treuster und ergebenster Gefährte auf einem Abschnitt deines Lebens. Er zeigt dir mit seiner Geste und Mimik, was er von dir möchte, aber vor allem auch, wie es ihm gerade körperlich und geistig geht. Du musst die Hundesprache und das dazugehörige Hundeverhalten einfach nur erkennen und lernen, es richtig zu deuten.

Übung macht hier, wie in allen Bereichen des Lebens, den Meister. Nutze einfach die obigen Tipps, Informationen und Ratschläge, probiere diese aus und du wirst sehen, dass du früher, oder später ein richtiger Hundeversteher seien wirst.

Nur, wenn du dich mit der Verantwortung eines Herrchens, oder Frauchens zu 100% sicher fühlst, kannst du das auch auf deinen, oder andere Hunde übertragen. Das ist anschließend nicht nur, ein Segen für dich, sondern vor allem für deinen Hund, da er all deine Kommandos und Anweisungen verstehen kann.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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