Husten bei Hunden – 2 Ursache, Symptome, Therapie

Auch ein Hund kann aufgrund einer Erkältung oder einer anderen Erkrankung husten. Meist hat man aber eher den Eindruck eines heftigen Würgen. Hier findest du Informationen, wie du herausfindest, ob und warum dein Hund hustet.

Was versteht man unter Husten

Husten muss nicht immer das Zeichen einer Erkrankung sein. Er ist auch ein lebenswichtiger Schutzreflex der Atemwege, der dazu dient, eingeatmete und reizende Teilchen wieder zu entfernen.

Was passiert bei Husten im Körper

Dein Hund atmet tief ein, die Stimmritze schließt sich. Die an der Ausatmung beteiligte Muskulatur zieht sich zusammen. Bei neuerlicher Öffnung der Stimmritze werden Luft, Fremdkörper und Schleim durch den Muskeldruck explosionsartig aus den oberen Atemwegen entfernt.

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Husten kann bewusst ausgelöst werden oder unwillkürlich erfolgen. Reflexartiger Husten wird vor allem von Rezeptoren, die sich auf der Schleimhaut von Hals, Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien befinden, verursacht. Werden diese Rezeptoren gereizt, können Hustenanfälle die Folge sein.

Welche Formen von Husten gibt es

  1. Trockener Husten

Ist rau und schmerzhaft. Es wird kein Schleim abgesondert. Oft wird trockener Husten von Würgeanfällen begleitet.

  1. Feuchter Husten

Klingt weicher und ist immer von Absonderungen begleitet. Oft sind auch Gurgeln und Rasseln zu hören. Ist der Husten von Würgen begleitet, wird auch Schleim erbrochen.

  1. Chronischer Husten

Dein Hund hustet bereits länger als drei Wochen.

Ursachen

  1. Trockener Husten:

Eine Entzündung der oberen Atemwege führt anfangs zu trockenem, anfallsartigem Husten. Schreitet die Entzündung weiter fort, können auch Bronchien und Lunge betroffen sein. Diese Entzündungen werden meistens von Viren ausgelöst.

Einatmen von reizenden Substanzen führt zu Schleimhautreizungen, die Schleimhäute der oberen Atemwege reagieren mit einer Entzündung.

Trachealkollaps: die stützenden Knorpelspangen der Luftröhre sind zu weich ausgebildet. Bei Anstrengung oder Aufregung fällt die Luftröhre zusammen, der Hund hustet. Meist sind kleine, kurzschnauzige (brachycephale) Hunderassen, wie Mops, Chihuahua, Zwergschnauzer, Malteser und Zwergspitz von dieser vererbten Erkrankung betroffen.

Asthma: eine chronische, meist allergisch bedingte Erkrankung, die zu einer Verengung der Bronchien führt.

Herzerkrankungen: dein Hund hustet meist nachts oder bei Anstrengung

Fremdkörper: wird ein Fremdkörper, zum Beispiel Grannen der Mäusegerste, eingeatmet, versucht dein Hund, diesen durch reflexartigen Husten wieder aus den Atemwegen zu entfernen. Frisst dein Hund zu schnell, können Futterbrocken in die Luftröhre gelangen.

Zwingerhusten: eine durch Parainfluenzaviren verursachte Entzündung der oberen Atemwege.

Lungenwürmer: Parasiten, die in den Bronchien der Hundelunge leben. Die Larven wandern in das Lungengewebe ein und führen zu einer Verdichtung und Zerstörung des Gewebes.

  1. Feuchter Husten

Lungenentzündung: bei einer durch Bakterien oder Viren verursachten Lungenentzündung wird meistens reichlich Exsudat gebildet.

Lungenödem: bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen ist das Herz nicht mehr in der Lage, die Flüssigkeit aus der Lunge abzutransportieren. Diese sammelt sich in den Lungenbläschen, den Bronchiolen und den Bronchien an.

Morgenhusten: tritt bei einer Schwäche des linken Herzanteils auf. In der Nacht angesammeltes Exsudat wird ausgehustet.

Staupe: das Hunde- Staupe-Virus löst eine Entzündung der oberen Atemwege und eine Lungenentzündung aus. Dein Hund hustet eitriges Exsudat aus.

Tuberkulose: tritt beim Hund nur selten auf. Die Mycobakterien verursachen eine Entzündung der oberen Atemwege und der Lunge. Es bildet sich blutig- eitriger Auswurf.

Achtung: Hundetuberkulose ist auf den Menschen übertragbar.

Symptome

Husten bei Hunden

Husten bei Hunden – 2 Ursache, Symptome, Therapie

Dein Hund ist unruhig, hustet und würgt. Der Kopf ist gesenkt, die Zwischenrippenmuskulatur zieht sich stoßweise zusammen. Bei starken Hustenanfällen treten auch Kontraktionen der Bauchmuskeln auf. Durch Würgen versucht dein Hund, Schleim und anderes Exsudat aus den oberen Atemwegen zu entfernen. Manchmal schluckt der Hund den hochgewürgten Schleim wieder ab.

Bei trockenem Husten ist der Husten leicht durch Druck auf den Kehlkopf oder die Luftröhre auslösbar. Auch Klopfen auf den Brustkorb kann neue Hustenanfälle auslösen.

Die Schleimhaut von Mund und Rachen ist gerötet. Im hinteren Rachenbereich können Schwellungen sichtbar sein. Setzt sich die Entzündung auch auf die Tonsillen (Mandeln) fort, sind diese geschwollen und treten aus den Taschen deutlich hervor. Oft sind die Mandeln mit zähem Schleim überzogen.

Zwingerhusten:

Der Husten ist leicht durch Druck auf die Luftröhre auslösbar, schon ein leichter Zug am Halsband kann genügen, um schwere Hustenanfälle auszulösen. Erfolgt eine zusätzliche Infektion mit Bakterien (Bortedella bronchiseptica) wird der Husten feucht, rasselnde Atemgeräusche sind zu hören. Augenausfluss, Niesen und Fieber treten ebenfalls auf.

Lungenwürmer- Angiostrongylose:

Lungenwürmer werden vor allem durch Schnecken, die Zwischenwirte für die Larven darstellen, übertragen. Frisst der Hund eine befallene Schnecke, wandern die Larven aus dem Darm bis in Herz und Lunge. Die erwachsenen Lungenwürmer legen in der Lungenarterie weitere Eier ab, die mit dem Blut in die Kapillaren des Lungengewebes gelangen und dort Entzündungen verursachen. Die Larven werden anschließend ausgehustet und können so wieder von Schnecken aufgenommen werden.

Bei befallenen Hunden tritt Reizhusten mit blutigem Auswurf und Atemnot auf. Durch Befall des Herzens wird eine Herzschwäche ausgelöst. Dein Hund ermüdet rasch. Die Schleimhäute erscheinen durch den Sauerstoffmangel blau verfärbt. Durch Störung der Blutgerinnung kann ein Kreislaufkollaps entstehen. Wird eine Ansteckung mit Lungenwürmern nicht behandelt, verläuft sie tödlich.

Trachealkollaps:

Dein Hund zeigt anfallsartigen Husten, der sich bei Druck auf die Luftröhre verstärkt. Die Atmung ist beschleunigt und für deinen Hund mit Anstrengung verbunden. Durch den Sauerstoffmangel sind die Schleimhäute blau verfärbt. Bei Hunden mit dieser Erkrankung ist besondere Vorsicht bei Narkosen angebracht.

Diagnose

Röntgen: zum Nachweis von Lungenentzündungen und Befall mit Lungenwürmern. Bei Asthma ist eine verstärkte Abbildung der Bronchien sichtbar.

Ultraschall: zur Überprüfung der Herzfunktion

Klinische Untersuchung durch einen Tierarzt: Durch Abtasten des Halsbereichs können bei Trachealkollaps die zu weichen Knorpelspangen getastet werden.

Therapie

Bei allergischen Ursachen solltest du, wenn möglich, die entsprechenden Allergene vermeiden.

Hustensaft: bei leichten Entzündungen der oberen Atemwege und des Rachenraums genügt es oft, pflanzlichen Hustensaft zu verabreichen. Die Bestandteile Spitzwegerich, Thymian und Fenchel wirken schleimlösend und helfen deinem Hund beim Aushusten des Schleims. Besteht ein starker Reizhusten, kann Hustensaft mit Kodein helfen.

Antibiotika: Leidet dein Hund bereits an einer bakteriellen Lungenentzündung mit Fieberschüben, müssen über einen längeren Zeitraum Antibiotika verabreicht werden.

Tonsillitis: bei Entzündungen der Mandeln erfolgt eine lokale Behandlung durch Auspinselung des Rachens mit desinfizierenden Substanzen.

Antibiotika machen nur bei sekundären Infektionen mit Bakterien Sinn, bei rein viralen Erkrankungen helfen sie nicht, sie schaden sogar, da die Keime Resistenzen gegen das Antibiotikum ausbilden können.

Herzerkrankungen: abhängig von der Art der Herzschädigung können ACE- Hemmer, Beta- Blocker und Diuretika (Entwässerungsmittel) verordnet werden. Herzhusten kann nicht geheilt werden, durch Medikamente ist es aber möglich, die Herzleistung zu verbessern und deinem Hund ein artgerechtes Hundeleben zu ermöglichen. Je früher mit einer Therapie begonnen wird, umso größer sind die Chancen auf ein jahrelanges, beschwerdefreies Hundeleben.

Trachealkollaps: eine direkte Therapie ist nicht möglich. Übergewicht und Zug auf Halsbänder sollte vermieden werden. Die Verwendung eines Brustgeschirrs wird empfohlen. Bei starken Hustenanfällen können hustenstillende Medikamente eingesetzt werden.

Homöopathie:

Echinacea: stärkt die Immunabwehr der Schleimhaut der oberen Atemwege.

Bryonia: unterstützt das Aushusten von Schleim

Belladonna: bei Hustenschüben, die mit Fieber verbunden sind

Drosera: löst bei Husten, der vor allem in der Nacht auftritt, hartnäckigen, zähen Schleim

Cocculus: fördert die Durchblutung der Koronargefäße des Herzens und unterstützt den Herzmuskel

Inhalationstherapie:

Wacholder, Thymian und Rosmarin mit heißem Wasser aufgießen. Dein Hund wird in eine Transportbox gesetzt, die dampfende Flüssigkeit wird vor die Box gestellt. So kann dein Hund den lindernden Dampf einatmen, ohne sich der Gefahr von Verbrennungen auszusetzen.

Aromatherapie:

Duftlampen mit Eukalyptus, Lavendel oder Rosenöl lösen Verspannungen der Atemwege und wirken desinfizierend. Die Duftlampe sollte nie direkt vor den Hund gestellt werden, da die Öle sonst die kleinen Lungenbläschen verkleben können.

Vorbeugung

Schütze deinen Hund vor dem Befall mit Lungenwürmern mit Spot- on Präparaten. Achte auf ein gesundes Raumklima. Soll dein Hund während eines Urlaubs in einer Hundepension untergebracht werden, schütze ihn vorher mit einer Impfung gegen Zwingerhusten.

Zusammenfassung

Nicht jeder Hustenanfall deines Hundes ist ein Symptom einer schweren Erkrankung. Husten kann auch Bestandteil einer natürlichen Abwehrreaktion des Körpers sein. Tritt bei deinem Hund Husten über einen längeren Zeitraum auf, solltest du unbedingt eine Untersuchung durch einen Tierarzt durchführen lassen. Unbehandelter Husten aufgrund Lungenwurmbefall oder Herzerkrankungen kann ohne Behandlung zum Tod deines Hundes führen.

 

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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