Lipom beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Sind dir beim Bürsten des Fells deines Hundes einer oder mehrere Knoten in der Haut aufgefallen. Dann könnte dein Hund bereits in einem Alter sein, in dem sich vermehrt Geschwulste unter der Haut bilden. Hat dein Hund vielleicht Krebs? In diesem Artikel findest du Informationen, ob es sich um gutartige Lipome, Liposarkome oder andere Tumoren handeln könnte.

Was ist ein Lipom

Das Lipom ist ein bei älteren Hunden sehr häufig vorkommender Tumor der Fettzellen der Unterhaut. Bösartige Formen, wie Liposarkome, sind eher selten.

Welche Hunde sind betroffen

Meist erkranken Hunde im Alter von über acht Jahren an Tumoren des Fettgewebes. Weibliche Hunde sind häufiger betroffen als männliche Hunde.

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Bei Cocker Spaniel, Teckel, Weimaraner, Labrador Retriever und kleinen Terrierrassen treten Lipome häufiger auf als bei anderen Hunderassen.

Welche Formen von Lipomen gibt es

Lipom:

Lipome sind gutartige Neubildungen in der Unterhaut, die durch eine starke Vermehrung der Lipozyten, Fettzellen, entstehen. Die Tumore können einzeln oder verteilt über den ganzen Körper auftreten. Sie sind halbkugelförmig oder gestielt und gut gegen die Umgebung abgrenzbar. Die Neoplasien fühlen sich weich an. Lagert sich Bindegewebe ein, oder liegt eine Entzündung des Tumors vor, kann dieser auch eine harte, unelastische Konsistenz aufweisen.

Infiltrative Lipome:

Diese Tumore treten vor allem bei Hunden im mittleren Alter auf. Weibliche Hunde erkranken öfter an infiltrativen Lipomen als männliche Hunde. Diese Lipome sind weich und nicht gegen Muskulatur und Bindegewebe abgrenzbar. Durch Druckschmerz oder mechanische Behinderungen infolge der Lage können sie zu einer Einschränkung der Lebensqualität führen.

Angiolipome:

Angiolipome sind weiche bis feste Tumoren, die von zahlreichen Blutgefäßen durchzogen sind. Sie sind gut gegen die Umgebung abgegrenzt. Drückst du auf das Angiolipom wird dein Hund mit Schmerzen reagieren.

Fibrolipome:

Fibrolipome weisen einen sehr hohen Bindegewebeanteil auf. Sie fühlen sich hart und oft auch höckrig an.

Diffuse Lipomatose:

Bei einer diffusen Lipomatose kommt es zu einem überschießenden Wachstum des Fettgewebes. Die gutartigen Tumore sind nicht abgekapselt. Die krankhafte Fettzubildung tritt vor allem am Körper und am Beginn der Extremitäten auf. Die Fettwucherungen sind ungleich unter der Haut verteilt, diese fühlt sich höckrig an. Durch Druck kann eine Schmerzreaktion ausgelöst werden. Diese Lipomform tritt nur sehr selten auf.

Liposarkome:

Liposarkome sind bösartige Tumore, die von subkutanen Lipoblasten gebildet werden. Sie treten eher selten bei Hunden in einem Alter von über zehn Jahren auf. Meist handelt es sich um einen einzelnen Tumor in der Unterhaut, der eine Größe von bis zu zehn Zentimetern erreicht. Liposarkome sind schlecht gegen die Umgebung abgegrenzt, sie wachsen infiltrativ und durchdringen das umgebende Bindegewebe und Muskelgewebe.

Ursache

Lipom beim Hund

Lipom beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Ursachen, die zur Entstehung von Lipomen führen, sind noch nicht ausreichen geklärt. Da Lipome bei einigen Hunderassen gehäuft auftreten, ist eine vererbte Disposition wahrscheinlich. Das vermehrte Auftreten der Tumore bei weiblichen Hunden lässt auf einen hormonellen Einfluss schließen. Druckstellen durch zu enge Brustgeschirre und Halsbänder können das Wachstum von Lipomen fördern. Übergewicht mit vermehrten Fettansammlungen als Auslöser für die Bildung von Lipomen konnte nicht nachgewiesen werden.

An welchen Körperstellen bilden sich Lipome

Lipome entstehen vor allem am Hals und Rumpf im Bereich von Brustkorb und Flanke. Auch die oberen Teile der Extremitäten können betroffen sein.

Symptome

In der Unterhaut deines Hundes sind weiche, verschiebliche, meist nicht schmerzhaft Knoten tastbar. Normalerweise sind die Knoten gut gegen das umgebende Gewebe abgekapselt. Die Tumore wachsen langsam und können ab einer gewissen Größe zu einer Beeinträchtigung der Bewegung deines Hundes führen.

Leidet dein Hund an einem infiltrativen Lipom, sind die Knoten nicht mehr gegen die Umgebung verschieblich, sondern mit Muskeln, Sehnen und eventuell sogar Knochen, vor allem den Rippen, verwachsen. Häufig sind Oberschenkel und Achseln betroffen. Drückst du auf das Lipom, kann dein Hund Schmerz äußern.

Bei bösartigen Liposarkomen kannst du einen derben, höckrigen Knoten fühlen, der nicht gegen die Umgebung abgegrenzt ist. Liposarkome können in Lunge, Leber oder Knochen Metastasen bilden.

Diagnose

Die Diagnose wird durch Abtasten des Körpers deines Hundes gestellt. Anschließen wird mit einer Nadel Punktat aus dem Tumor entnommen und histologisch untersucht (Feinnadelbiopsie). Bei Lipomen lassen sich viele Fetttropfen, aber kaum Zellmaterial nachweisen. Diese Nadelbiopsie ist für deinen Hund nicht schmerzhaft, sie kann ohne Narkose durchgeführt werden.

Bei einer Biopsie (Gewebeprobenentnahme) wird Gewebe aus dem Tumor histologisch untersucht. Hierbei kann unterschieden werden, ob es sich um ein gutartiges Lipom oder ein bösartige Liposarkom handelt.

Röntgen und Ultraschall helfen abzuklären, ob der Tumor gut abgegrenzt ist und ob sich bei einem Liposarkom bereits Metastasen an anderen Körperstellen gebildet haben.

Therapie

Gutartige Lipome, die langsam wachsen und gut abgekapselt sind, müssen meist noch nicht therapiert werden. Die Größe und die Geschwindigkeit des Wachstums sollten regelmäßig kontrolliert werden. Erreicht das Lipom eine Größe, die zu einer Bewegungseinschränkung führt, oder liegt es anatomisch an einer ungünstigen Stelle, wird es von einem Tierarzt chirurgisch entfernt. Mit der operativen Entfernung sollte solange wie möglich gewartet werden, da sich oft an derselben Körperstelle wieder ein neues Lipom bildet.

Bei infiltrativen Lipomen wird auch ein Teil des angrenzenden, gesunden Gewebes operativ entfernt. Sind Knochen (Rippen) betroffen, müssen diese ebenfalls entfernt werden, da sich sonst wieder sehr schnell ein neuer Tumor bildet. Eventuell ist eine Zwerchfellplastik zum neuerlichen Verschluss des Brustkorbes nötig.

Wurde bei deinem Hund eine Liposarkom festgestellt, ist oft eine anschließende Bestrahlung und Chemotherapie erforderlich. Ebenso sollte bei einem erneut gebildeten infiltrativen Lipom über eine Bestrahlung nachgedacht werden.

Dendritische Zelltherapie: Dendritische Zellen sind ein Teil des Immunsystems deines Hundes. Sie erkennen fremde Zellstrukturen von Krebszellen und nehmen die Antigene dieser Zellen auf. Durch die aufgenommenen Antigene können T- Zellen aktiviert werden, eine Immunreaktion wird ausgelöst.

Nach einer Blutentnahme werden aus dem Blut deines Hundes (Monozyten) dendritische Zellen hergestellt. Diese werden in Form einer Injektion wieder dem Körper zugeführt und beginnen nun, die Zellen des Tumors anzugreifen. Tumorvakzinen müssen dreimal im monatlichen Abstand verabreicht werden.

Alternative Behandlungsmethoden:

Ein Lipom kann den Körper deines Hundes aus dem Gleichgewicht bringen. Deshalb sollte immer im Frühjahr und Herbst eine Entgiftungskur durchgeführt werden.

Pfefferminze, Mariendistel, Artischocke, Fenchel und Schafgarbe fördern die Leberfunktion und unterstützen den Fettstoffwechsel.

Sulfur D30 fördert die Ausscheidung von Giftstoffen.

Wie kannst du einem Lipom vorbeugen

Achte auf das Gewicht deines Hundes. Verwende hochwertiges Futter und sorge für ausreichend Bewegung.

Taste den Körper deines Hundes bei jeder Fellpflege ab. Solltest du Knoten ertasten, suche sofort einen Tierarzt auf, damit festgestellt werden kann, ob es sich um gutartige oder bösartige Veränderungen handelt.

Wurde bei deinem Hund ein Lipom diagnostiziert, lass regelmäßig die Größe von einem Tierarzt kontrollieren. Beobachtest du eine schnellere Zunahme des Umfangs des Tumors, suche bitte sofort einen Tierarzt auf.

Zusammenfassung

Knotige Veränderungen, die du am Körper deines Hundes entdeckst, können immer ein Alarmzeichen sein. Lass deinen Hund in so einem Fall immer rasch von einem Tierarzt untersuchen, der abklären kann, ob es sich um eine gutartige oder eine bösartige Neubildung handelt. Je früher mit einer Therapie begonnen wird, umso größer sind die Erfolgsaussichten.

Handelt es sich um ein gutartiges Lipom, dessen Entfernung derzeit noch nicht notwendig ist, kannst du mit der Beimischung von Kräutern zum Futter das Wachstum verlangsamen und die Operation hinauszögern. Ist dein Hund schon älter, ist die dendritische Zelltherapie oft das Mittel der Wahl, um ein hohes Narkoserisiko zu vermeiden.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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