Magendrehung beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Magendrehung ist der Albtraum jedes Hundehalters. Sie kann auch völlig gesunde Hunde plötzlich treffen und bei nicht rechtzeitiger Behandlung schnell zum Tod führen. In diesem Artikel erhältst du Informationen über den Notfall Magendrehung, wie du diesen Notfall erkennst und was du dagegen tun kannst.

Der Magen

Der Magen ist ein muskulöser Sack, der zwischen Speiseröhre und Dünndarm liegt. Kardia und Pylorus verschließen den Magen. Der gesamte Magen des Hundes ist mit Drüsenschleimhaut ausgekleidet, die Salzsäure produziert. Durch diese werden Bakterien, die sich im Futterbrei befinden abgetötet. Der Salzsäuregehalt ist circa zehnmal so hoch wie bei Menschen. Deshalb ist es für Hunde auch möglich, problemlos Aas und Knochen zu verdauen.

Der Magen deines Hundes kann sich stark ausdehnen und dient als Nahrungsspeicher. Hunde besitzen keine Sättigungsrezeptoren in der Magenwand, der Schutz vor Überfressen fehlt. Bettelt dein Hund auch zwischen den Mahlzeiten ist das kein Zeichen für Hunger, er legt sich nur Vorräte für schlechtere Zeiten an und nutzt die volle Kapazität seines Magens als Speicher.

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Zusätzlich zu der Salzsäure produzieren die Drüsenzellen Pepsin, das eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Fleischfasern spielt. Damit sich der Magen nicht selbst verdaut, ist die Innenseite mit einer schützenden Schleimschicht bedeckt.

Der Magen wird durch Dünndarm, Speiseröhre und zwei flexible Bänder, die an Leber und Milz ansetzen, in seiner Position im Bauchraum fixiert.

Welche Hunde sind gefährdet

Jeder Hund kann eine Magendrehung bekommen. Das Risiko steigt bei älteren Hunden, da die Bänder, die den Magen in seiner Position halten, erschlaffen. Größere Hunde sind gefährdeter als kleinere Hunde, da die Magenbänder länger sind. Bei Doggen, Schäferhunden, Königspudel, Bernhardinern, Chow Chow und Boxern treten Magendrehungen häufiger auf als bei anderen Hunderassen.

Ursache

Die Magendrehung wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Durch Stress, Störung der Magenbewegungen und falsches Futter (ein hoher Kalziumgehalt führt zu einer langsameren Verdauung des Futters und zu einem längeren Verweilen des Futterbreis im Magen) kommt es zu einer Aufgasung des Magens und zu einer Überdehnung. Der Magen dreht sich um seine Längsachse, Mageneingang und Magenausgang werden verschlossen. Größere Blutgefäße werden abgeschnürt, Blut staut sich in der Milz, diese schwillt an. Der Magen wird nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt.

Nicht bestätigt werden konnte die Theorie, dass Hunde eine Magendrehung entwickeln, wenn sie mit gefülltem Magen rasch laufen und sich der Magen infolge der Schwerkraft dreht.

Magendrehungen können sich auch in der Nacht während der Schlafphase bilden.

Symptome

Die Magendrehung verursacht einen kurzen Schmerz, dein Hund jault auf. Er versucht zu erbrechen. Versucht dein Hund zu trinken, wird das Wasser sofort wieder erbrochen, da der Übergang von Speiseröhre zum Magen (Kardia) verschlossen ist. Durch die vermehrte Gasbildung wirkt der Bauch deines Hundes gebläht, hart und gespannt wie eine Trommel. Klopft man vorsichtig auf den Bauch, hört man ein hohles Geräusch.

Die Atmung ist angestrengt, dein Hund hechelt ständig. Zuerst wird dein Hund unruhig herumwandern. Da sich der Kreislauf immer mehr verschlechtert, wird er mit der Zeit apathisch. Der Puls rast, ist flach und oft kaum mehr tastbar. Die Schleimhäute werden weiß. Erhält dein Hund keine Hilfe verfällt er in einen Schockzustand und stirbt schließlich.

Diagnose

Magendrehung beim Hund

Magendrehung beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Durch ein Röntgenbild wird die Verlagerung und die Aufgasung des Magens dargestellt. Der Magen sieht auf dem Röntgenbild zipfelmützenartig aus.

Blutuntersuchung: die Blutgerinnung ist gestört, es entsteht eine Übersäuerung des Blutes.

Therapie

Bei der Magendrehung handelt es sich um einen absoluten Notfall. Dein Hund muss so schnell wie möglich zu einem Tierarzt gebracht werden, der die Verlagerung des Magens chirurgisch wieder korrigiert.

Vor der Operation muss oft eine Druckentlastung durch Punktion des Magens über die seitliche Bauchwand und Ablassen von Gas erfolgen. Nach der Öffnung des Bauchraums wird der Magen vollständig entgast, der Mageninhalt ausgespült und der Magen wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht. Abgestorbene Teile der Magenwand müssen entfernt werden. Um eine neuerliche Drehung zu verhindern, wird der Magen im Bauchraum fixiert (Gastropexie). Der Magen wird an der seitlichen Bauchwand befestigt (inzisionale Gastropexie). Durch Bildung einer Schleife der Magenmuskulatur um die letzte Rippe kann ebenfalls eine Fixierung erreicht werden (zirkumkostale Gastropexie).

Nach der Operation muss dein Hund mit Antibiotika und Schmerzmittel versorgt werden. Infusionen sorgen für eine Stabilisierung des Kreislaufs.

Komplikationen: Durch die schlechte Durchblutung der Magenwand können weitere Teile des Magens absterben und zu Infektionen führen. Blutgerinnsel können nach der Operation Embolien verursachen.

Wie kannst du einer Magendrehung vorbeugen

Dein Hund sollte sich zum Füttern nach unten beugen, so dass das Abschlucken von Luft vermindert wird. Du solltest mehrere Portionen über den Tag verteilt füttern. (mindestens zweimal täglich).

Fettreiches Futter verringert das Risiko von Gasbildungen, da Fett anders als Kohlenhydrate die Gasbildung hemmt.

Weiche Trockenfutter vorher in Wasser ein, damit es im Magen nicht so stark aufquillt. Achte darauf, dass der Hundenapf sauber ist und das Futter bei hohen Temperaturen nicht zu lange herumsteht.

Wie kannst du die Magendrehung erkennen

Dein Hund hechelt, ist unruhig, lässt den Kopf hängen. Manchmal stöhnt er. Die Schleimhäute sind blass, der Bauch ist gespannt und aufgebläht.

Erste Hilfe:

 

Für solche Notfälle solltest du immer die Telefonnummer einer Tierklinik bereit haben, da nicht jeder Tierarzt diese Operationen durchführt. Informiere die Tierklinik über den Notfall, Wartezeiten können tödlich sein.

Transportiere deinen Hund sofort zu einem Tierarzt. Lagere deinen Hund während des Transportes hinten höher, um den Kreislauf zu stabilisieren. Ist dein Hund bereits bewusstlos, bringe ihn in eine stabile Seitenlage.

Worauf solltest du nach der Operation achten

Hat dein Hund die Magendrehung überlebt, kann er für den Rest seines Lebens an einer Einschränkung der Magenfunktion leiden. Durch den Druck des aufgeblähten Magens können Lunge und Herz geschädigt sein, eventuell bleiben Herzrhythmusstörungen bestehen.

Direkt nach der Operation dürfen nur kleine Futterportionen gefüttert werden. Die Futterart sollte genau mit dem Tierarzt abgesprochen werden. Vermeide anfangs lange Spaziergänge und das Steigen von Treppen. Fotografiere den Kot deines Hundes, damit du dem Tierarzt besser Auskunft über Menge, Farbe und Konsistenz geben kannst.

Auch nach einer überstandenen Operation kann es immer wieder zu Aufgasungen des Magens kommen. Bringe deinen Hund in so einem Fall sofort zu einem Tierarzt.

Zusammenfassung

Bei der Magendrehung handelt es sich um einen absoluten Notfall, der für deinen Hund ohne schnelle Hilfe durch einen Tierarzt tödlich enden kann. Gehört dein Hund einer der stark gefährdeten Hunderassen an, besteht auch die Möglichkeit, eine Gastropexie vorbeugend durchzuführen.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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Magendrehung beim Hund
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