Magenschleimhaut Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Hat dein Hund immer wieder Probleme bei der Verdauung seines Futters? Erbricht er häufig oder leidet er unter Blähungen?

In diesem Artikel erhältst du Informationen, ob die Probleme deines Hundes durch eine Erkrankung des Magens verursacht werden und was du dagegen tun kannst.

Der Hundemagen- Aufbau und Funktion

Der Magen stellt einen Nahrungsspeicher dar, in dem Futter zerkleinert und nach der Durchmischung mit Magensaft an den Dünndarm weitergeleitet wird.

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Die Magenwand ist aus mehreren Schichten aufgebaut: Schleimhaut, Submukosa, Muskelhaut und Serosa. Die Schleimhaut des Magens ist mit einem gefurchten, prismatischen Oberflächenepithel überzogen, das keine Drüsen enthält und der Vergrößerung der Oberfläche dient. Die Magendrüsen münden in den Furchen des Epithels. Die Hauptzellen der Fundusdrüsen produzieren Pepsinogen, dass der Verdauung von Eiweiß dient. Die Belegzellen sondern Salzsäure ab. Die Pylorusdrüsen erzeugen vor allem Schleim, der die Mageninnenwand überzieht und den Magen vor Selbstverdauung schützt. Die Kardiadrüsen sondern hydrolytische Stoffe ab.

Welche Erkrankungen der Magenschleimhaut können auftreten

  1. Akute Gastritis- akute Entzündung der Magenschleimhaut

Normalerweise ist die durch eine Schleimschicht geschützte Magenschleimhaut relativ unempfindlich und kann sich nach Schädigung rasch wieder regenerieren. Sind die Schutzbarrieren zu schwach, dringt Magensäure in tiefere Magenschichten ein. Gewebeschädigungen entstehen, Blutungen und Schmerzen treten auf.

Ursachen:

Chemische, physikalische Reize, oder Parasiten und Bakterien führen zu einer oberflächlichen Schädigung der Magenschleimhaut. Die Magensäure dringt in tiefere Schichten der Magenwand ein. Durch die Gewebeschädigung wird Histamin freigesetzt, das wieder eine erhöhte Produktion von Magensäure verursacht- ein Teufelskreis.

Verdorbenes Futter, Fremdkörper, Pestizide können ebenfalls eine Gastritis auslösen.

Auch einige Medikamente, wie Aspirin, Glukokortikoide oder Antibiotika, sind in der Lage, die Magenschleimhaut zu schädigen.

Magenentzündungen treten auch oft gemeinsam mit anderen Organerkrankungen, wie Niereninsuffizienz, Leberkrankheiten und Herzschwäche auf.

Symptome

Magenschleimhaut Hund

Magenschleimhaut Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Dein Hund erbricht plötzlich, er ist benommen. Bauchschmerzen treten auf. Hält das Erbrechen länger an, wird dein Hund aufgrund des Flüssigkeitsverlustes dehydriert sein. Das Erbrochene besteht aus wässrigem, weißem Schaum. Futter wird oft unverdaut wieder erbrochen.

Dein Hund verweigert das Futter, verlangt nach mehr Wasser. Beim Spaziergang wird er vermehrt Gras fressen, um anschließend wieder zu erbrechen. Der Bauch ist im Bereich des Magens Schmerz- und Druckempfindlich. Erbricht dein Hund öfter, wird er Gewicht verlieren und schneller ermüden. Er leckt vermehrt an verschiedenen Gegenständen und auch an seinem eigenen Körper.

Diagnose

Blutuntersuchung: Abklärung von Leber- und Nierenerkrankungen

Kotuntersuchung: zum Nachweis von ausgeschiedenen Parasiteneiern

Bei Verdacht auf Fremdkörper sollte ein Röntgen durchgeführt werden.

Therapie

Nach einer Nahrungkarenz von 24 Stunden tritt oft Spontanheilung ein. Sonst ist es wichtig, die Grunderkrankung zu beseitigen. Entwurme deinen Hund regelmäßig.

30 Minuten vor der Fütterung sollte ein Schleimhautschutz verabreicht werden.

Bildet der Magen deines Hundes zu viel Salzsäure, kann ein Säureblocker Abhilfe schaffen.

Antibiotika und andere Medikamente sollten, wenn möglich, in Form einer Injektion verabreicht werden.

Infusionen gleichen den Flüssigkeitsverlust aus.

Antiemetika, wie Paspertin, helfen, die Brechanfälle zu reduzieren.

Alternative Heilmethoden:

Iris versicolor D30 steigert die Futterakzeptanz deines Hundes bei Gastritis

Graphites C30: beruhigt den Magen nach der Aufnahme von verdorbenem Futter oder nach zu schnellem Fressen

Pulsatilla D30: verringert Stress und steigert das Wohlbefinden und die Entspannung deines Hundes

Arsenicum album D30: wird bei stark schmerzhaften Gastritiden eingesetzt.

Nux vomica C30: bei ständigem, unstillbarem Erbrechen.

Was kannst du für deinen Hund tun

Vermeide die Fütterung von rohem Obst, Gemüse und Gewürzen, da dies zu einer erhöhten Produktion von Magensäure führt.

Füttere deinen Hund mit Magenschonkost mehrmals täglich. Verabreiche kein Futter direkt aus dem Kühlschrank, die Mahlzeiten sollten immer Zimmertemperatur haben.

Vermeide stressige Situationen.

Füttere deinen Hund nicht immer zur selben Zeit. Hunde haben bestimmte Rituale und verknüpfen Tageszeiten mit der Verabreichung von Futter. Diese Erwartung reicht aus, um die Produktion von Magensäure zu steigern. Lege ein Fütterungsfenster von zwei bis drei Stunden fest.

  1. Chronische Gastritis- chronische Entzündung der Magenschleimhaut

Dauert die Magenentzündung länger als drei Wochen an, ist die Schleimhautentzündung deines Hundes chronisch geworden.

Ursachen:

Chronische Nierenerkrankungen führen zu einem Anstieg des Harnstoffes im Blut. Die Schadstoffe schädigen die Schutzbarriere der Magenschleimhaut. Chronische Leber-, Pankreas-, oder Herzkrankheiten führen zu einer verzögerten Entleerung des Magens und zu einer Schleimhautschädigung.

Allergien auf verschiedenen Bestandteile des Futters können chronische Entzündungen der Magenschleimhaut auslösen.

Symptome:

Dein Hund erbricht ab und zu, oft auch nur im Abstand von einigen Tagen. Das Erbrechen erfolgt sowohl auf leeren, als auch auf vollen Magen. Beim Spaziergang wird vermehrt Gras gefressen.

Da dein Hund zwischendurch trinkt, ist er nicht dehydriert. Gewichtsverlust und Anämie infolge Blutungen in den Magen können auftreten.

Diagnose

Bei einer Ultraschalluntersuchung kann eine Verdickung einzelner Schichten des Magens festgestellt werden.

Röntgen: zum Nachweis von Fremdkörpern, wie Haarballen, verschluckten Steine oder Hölzchen.

Therapie

Beeinflussung der Magenbewegungen durch Motilitätsregulatoren, wie Motilium oder Paspertin.

Fütterung einer allergenarmen Diät aus Hühnerfleisch, Schaffleisch und Kohlenhydraten.

Was kannst du für deinen Hund tun

Füttere mehrere kleine Portionen täglich. Vermeide Stress.

  1. Eosinophile Gastritis- eosinophile Entzündung der Magenschleimhaut

Die eosinophile Gastritis ist eine chronische Entzündung, bei der die Magenschleimhaut mit Infiltraten von eosinophilen Zellen durchsetzt ist. Meist ist sie mit einer Entzündung des Dünndarms verbunden. Diese Form der Magenschleimhautentzündung tritt vor allem bei Hunden unter fünf Jahren auf.

Ursache

Das Immunsystem deines Hundes reagiert allergisch auf Futterbestandteile oder Parasiten.

Symptome

Dein Hund erbricht blutig, eine Anämie ist die Folge. Oft ist das Erbrochene gelb durch Beimengung von Galle aus dem Dünndarm.

Zusätzlich kannst du oft Durchfall beobachten. In schweren Fällen verliert dein Hund Gewicht und entwickelt einen Eiweißmangel.

Diagnose

Bei einer Ultraschalluntersuchung wird eine starke Verdickung der Magenwände festgestellt.

Biopsie: Nachweis der eosinophilen Zellen nach einer Gastroskopie

Ausschlussdiät. Zur Bestimmung der Futtermittelallergene

Therapie

Fütterung von allergenarmen Futtermitteln. Kleine Dosen von Glukokortikoiden und Cimetidin fördern die Heilung der Magenschleimhaut durch Reduktion der Entzündung.

  1. Hypersekretorische Gastritis- Magenschleimhautentzündung durch gesteigerte Produktion von Salzsäure

In einem chronischen Reizmagen wird ständig zu viel Salzsäure produziert. Meist sind von dieser Form junge, nervöse, hyperaktive Hunde betroffen.

Ursache:

Magenschleimhaut Hund

Magenschleimhaut Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Stress und Verhaltensstörungen führen zu einer Erhöhung des Vagus- Tonus.

Symptome:

Dein Hund erbricht, hat Durchfall und magert ab. Bei nervösen, gestressten Hunden tritt das Erbrechen vor allem in den frühen Morgenstunden auf.

Diagnose

Bei einem Kontraströntgen wird eine zu schnelle Passage des Kontrastmittels durch den Magen nachgewiesen.

Therapie

Durch Verabreichung von Tranquilizern wird Stress abgebaut.  Zylkene (ein spezielles Milchprotein in Tablettenform) hilft ebenfalls, den Stress deines Hundes zu reduzieren.

Cimetidin am späteren Abend verabreicht, hilft, das morgendliche Erbrechen zu reduzieren.

Fütterung von Magenschonkost.

  1. Hypertrophische Gastritis- Entzündung mit Verdickung der Magenschleimhaut

Durch eine sehr starke Verdickung der Magenschleimhaut kann es zu einer Verengung des Magenausgangs und einer Magendilatation kommen. Die Magensaftproduktion liegt oft im normalen Bereich.

Ursache

Die Ursachen sind noch nicht geklärt. An den Drüsen bilden sich Zysten, die Magenfunktion ist durch ein Ödem beeinträchtigt.

Symptome

Erbrechen und Störung der Magenentleerung infolge Verengung des Pylorus (Magenausgang).

Dein Hund magert ab.

Therapie

Durch eine operative Entfernung von Pylorusteilen wird der Magenausgang erweitert.

  1. Atrophische Gastritis- Entzündung und Rückbildung der Magenschleimhaut

Bei der atrophischen Gastritis bildet sich die entzündete Magenschleimhaut stark zurück. Die Magensaftmenge ist verringert, die Schleimproduktion nimmt stark zu.

Da die Abtötung von Bakterien durch die Magensäure nicht mehr funktioniert, wandern die Keime in den Dünndarm. Dort verursachen sie Entzündungen.

Ursache

Das fehlgeleitete Immunsystem deines Hundes greift die Magenschleimhaut an.

Symptome

Chronische Durchfälle und Störung der Aufnahme von Nährstoffen sind die Folge.  Dein Hund erbricht.

Diagnose

Bei einer Gastroskopie wird eine starke Verringerung der Magensäure festgestellt. Die Magenschleimhaut ist dünn und wenig gefaltet.

Therapie

Verabreichung von Vitamin B12 in Form von Injektionen.

  1. Magengeschwüre

Schreitet die Magenentzündung immer weiter fort, kommt es zur Schädigung tiefer Gewebeschichten der Magenwand.

Ursachen

Schockzustände und Stress können beim Hund vermehrt zum Auftreten von Magengeschwüren führen. Medikamente, wie Glukokortikosteroide, Aspirin oder nichtsteroidale Entzündungshemmer führen ebenfalls zu einer lokalen Schädigung der Magenwand.

Symptome

Dein Hund erbricht häufig. Oft ist im Erbrochenen und im Kot Blut und Schleim sichtbar. Der Appetit ist verringert, nach der Futteraufnahme treten Bauchschmerzen auf. Durch ständigen Blutverlust wird dein Hund anämisch, er verliert Gewicht. Bricht die Magenwand durch, kollabiert dein Hund plötzlich. Durch in die Bauchhöhle austretendes Futter entwickelt sich eine Entzündung des Bauchfells (Peritonitis)

Diagnose

Gastroskopie: sollte bei Magenblutungen immer durchgeführt werden.

Probelaparotomie: in unklaren Fällen ist oft eine Öffnung der Bauchhöhle nötig, um eine direkte Sicht auf den Magen zu erhalten.

Therapie

Bei einer Operation werden blutende Magengeschwüre entfernt.  Durch Entfernung von Teilen des Pylorus wird die Magenpassage erleichtert.

Was kannst du für deinen Hund tun

Nach der Operation benötigt dein Hund für mindestens drei Monate Schonkost und Cimetidin, um die Produktion von Magensäure zu verringern.

  1. Tumore der Magenschleimhaut

Tumore der Magenschleimhaut kommen bei Hunden selten vor. Sie können sowohl bösartig, als auch gutartig sein. Betroffen sind vor allem alte Hunde.

Ursachen

Die Ursachen sind nicht genau bekannt. Eine genetische Veranlagung wird vermutet.

Symptome

Meist werden die Symptome, die ein Magentumor verursacht, erst spät erkannt. Dein Hund erbricht chronisch, meist findet sich im Erbrochenen Blut. Der Appetit ist wechselnd, dein Hund magert ab. Nach der Futteraufnahme können Schmerzen und Bauchkrämpfe auftreten.

Diagnose

Durch eine Magenspiegelung und eine Biopsie kann festgestellt werden, ob es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor handelt.

Therapie

Wenn möglich, sollte der Tumor chirurgisch entfernt werden. Eine gleichzeitig durchgeführte dendritische Zelltherapie hilft, die Gefahr von Rezidiven zu verringern.

Zusammenfassung

Erkrankungen der Magenschleimhaut können, trotz ähnlicher Symptome, vielfältige Ursachen haben. Es ist wichtig, Entzündungen der Magenschleimhaut bereits im Anfangsstadium zu behandeln, damit  schwere Folgeschäden vermieden werden.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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