Milben beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Ist dir aufgefallen, dass sich dein Hund immer wieder am Körper oder an den Ohren kratzt? Ist sein Fell schütter, brechen die Haare ab, oder fallen sie aus? Beobachtest du kahle Stellen, an denen sich die Haut entzündet? Dann könnte dein Hund unter Milbenbefall leiden.

In diesem Artikel erhältst du Informationen über die verschiedenen Milbenarten, die Krankheiten, die sie auslösen und wie du sie bekämpfen kannst.

Was sind Milben

Milben sind kleine Spinnentiere, die die äußere Körperoberfläche deines Hundes befallen. Manche Arten können auf den Menschen übertragen werden und juckende Hautentzündungen mit Papeln auslösen.

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Welche Arten von Milben gibt es

  1. Herbstgrasmilben- Neotrombicula autumnalis

Herbstgrasmilben sind circa stecknadelkopfgroße Ektoparasiten, die orange bis rötlich gefärbt sind.

Zwischen Mai und Oktober sitzen die kleinen Milben auf Gräsern und werden von deinem Hund im Vorüberlaufen abgestreift.

Entwicklung der Herbstgrasmilbe:

Die Nymphen der Herbstgrasmilbe leben im Erdboden und ernähren sich von kleinen Insekten. Die Larven verlassen den Boden und kriechen an Grashalmen hoch. Befallen sie deinen Hund ritzen sie die oberen Hautschichten ein, zersetzen mit ihrem Speichel die Hautzellen und saugen sie auf. Die Larven bleiben nur für einige Stunden für den Saugakt auf einem Wirtstier. Nach einer Woche sind die Larven vollgesogen und haben das dreifache ihrer ursprünglichen Körpergröße erreicht. Sie lassen sich zu Boden fallen und entwickeln sich weiter zu erwachsenen Milben, die sich von kleinen Insekten ernähren.

Welche Körperstellen werden befallen

Die Larven bevorzugen für den Saugakt dünne Hautstellen, die gut durchblutet sind. Sie saugen hauptsächlich im Zwischenzehenbereich, in der Umgebung der Augen und Lippen, an Nasenrücken und Ohrmuscheln und am Schwanz.

Symptome

Der Speichel der Milbe löst allergische Reaktionen aus, die mit starkem Juckreiz verbunden sind. Beginnt sich dein Hund ungefähr 24 Stunden nach dem Biss zu kratzen, hat die Milbe seinen Körper meist schon wieder verlassen. Der Juckreiz kann bis zu zwei Wochen andauern. Die Haut rötet sich, Pusteln und Quaddeln entstehen. Das Kratzen verursacht Hautverletzungen, Bakterien und Pilze können sich ansiedeln. Wird die Entzündung der Haut nicht behandelt, entstehen tiefe Pyodermien mit teilweisem Absterben der Haut.

Therapie

Verabreichung von Antibiotika zur Bekämpfung der Sekundärinfektion mit Bakterien. Glucokortikoide helfen, den Juckreiz zu verringern.

Baden mit Spezialshampoos: kaltgepresstes Kokosöl, Weißöl, Kamillenextrakt und Ylang Ylang- Öl verringern den Juckreiz bei Milbenbefall.

Wie kannst du vorbeugen

Lass deinen Hund nur über Wiesen mit kurzem Gras laufen. Besitzt du einen eigenen Garten, mähe den Rasen regelmäßig. Bade deinen Hund nach jedem Spaziergang mit Spezialshampoo oder lauwarmem Seifenwasser (Citrusseife oder Lavendelseife). Haben sich Hautstellen bereits entzündet, kannst du lokal Honig auftragen. Dieser enthält natürliche Antibiotika und mildert den Juckreiz und die Entzündung.

Kratzt sich dein Hund sehr stark, oder beißt er sogar Körperstellen blutig, solltest du unbedingt einen Tierarzt aufsuchen.

Herbstgrasmilben sind auch auf Menschen übertragbar.

  1. Ohrmilben- Otodectes cynotis

Ohrmilben sind Parasiten, die sich vor allem im äußeren Gehörgang deines Hundes, aber auch in der näheren Umgebung der Ohren ansiedeln. Sie ernähren sich von Körperflüssigkeiten und abgestorbenen Hautzellen.

Ursachen

Die Milben werden durch Kontakt von Mutterhündinnen auf Welpen übertragen. Eine Ansteckung über Krusten und beim Kratzen aus dem Ohr fallenden Ohrmilben ist eher selten.

Entwicklung der Ohrmilben

Die Entwicklung erfolgt über ein Larvenstadium und zwei Nymphenstadien. Nach drei Wochen ist die Entwicklung abgeschlossen

Symptome

Milben beim Hund

Milben beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Milben verursachen starken Juckreiz. Dein Hund kratzt sich ständig am Kopf und schüttelt die Ohren. Die Haut ist gerötet und geschwollen, vor den Ohren und an den Wangen bilden sich nässende Entzündungen.

Der Gehörgang ist mit dunkelbraunen, bröckeligen, trockenen Massen gefüllt. An der Schleimhaut befinden sich Bläschen. Der äußere Gehörgang ist stark entzündet, Blutungen können auftreten.

Durch das ständige Schütteln des Kopfes können kleine Gefäße im Ohr platzen, Blut sammelt sich zwischen der Knorpelschicht des Ohres und der Haut an, ein Othämatom entsteht. Durch die immer größere werdende Schwellung ist auch oft die Innenseite des Ohres betroffen. Das Ohr ist warm, die Haut ist stark gespannt.

Diagnose

Mikroskopischer Nachweis der Milben. Liegt eine schwere, eitrige Entzündung des äußeren Gehörganges vor, können die Milben oft nicht mehr direkt nachgewiesen werden.

Therapie

Othämatom: nach einer Punktion wird Blut abgelassen. Anschließend wird Kortison in die Schwellung injiziert. Füllt sich das Ohr immer wieder mit Blut, muss ein chirurgischer Eingriff durchgeführt werden. Die Schwellung wird eröffnet, Blutkoagula werden entfernt. Durch Befestigung von speziellen Kompressen nach Vernähen der Wunde werden weitere Blutungen verhindert. Wird das Othämatom nicht behandelt, bilden sich Narben und Einziehungen. Das Ohr erhält eine blumkohlartige Form. Diese Vernarbungen können auch zu einer Verengung des Gehörganges führen und das Hörvermögen deines Hundes beeinträchtigen.

Otitis externa (Entzündung des Gehörganges): Das Ohr wird gründlich gereinigt und gespült. Entzündungshemmende und juckreizstillende Salben werden direkt in den äußeren Gehörgang eingebracht. Liegt eine eitrige Entzündung vor, wird das Ohr deines Hundes zusätzlich mit antibiotischen Ohrtropfen behandelt.

Spot- on Präparate: Einige Spot- on Präparate können auch zur Vorbeugung und Bekämpfung von Ohrmilben eingesetzt werden. Ist ein Tier im Haushalt erkrankt, sollten auch alle anderen im Haushalt lebenden Hunde und Katzen mit einem Spot- on Präparat behandelt werden, da auch nach Abheilung der Ohrentzündung die Milben noch durch Kontakt übertragen werden können.

Wie kannst du Ohrmilben vorbeugen

Reinige regelmäßig den Gehörgang deines Hundes mit pflegenden Ohrreinigern. Benutze dafür keine Wattestäbchen, um deinen Hund nicht im Ohr zu verletzen. Die Ohrreiniger spülen Schmutz nach oben, dieser kann mit weichen Tüchern entfernt werden.

Lass deinen Hund frühzeitig von einem Tierarzt behandeln, damit sich keine schweren Ohrentzündungen entwickeln können.

  1. Haarbalgmilben- Demodex canis

Demodexmilben besiedeln normalerweise die Haarfollikel, die Talgdrüsen und die Schweißdrüsen. Vermehren sie sich sehr stark, entsteht eine Demodikose.

Entwicklung

Die Milben parasitieren tief in den Haarbalgdrüsen, bei sehr starkem Befall auch in Talgdrüsen an schwach behaarten Hautstellen. Die Entwicklung verläuft über ein Larvenstadium und zwei Nymphenstadien vollständig in den Haarfollikeln. Die erwachsenen Milben können auch in Lymphknoten, im Blut und in anderen Organen nachgewiesen werden.

Für die Übertragung durch Kontakt ist eine Temperatur von mindestens 40° Celsius nötig, da die Milben erst ab dieser Temperatur die Haarfollikel verlassen. Welpen werden meist beim Trinken von Muttermilch infiziert. Eine Übertragung nach dem dritten Lebenstag ist unwahrscheinlich.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis lebender Milben in den Haarfollikeln. Der mikroskopische Nachweis erfolgt über ein tiefes Hautgeschabsel.

Formen der Demodikose

Lokalisierte oder spontane Demodikose:

Tritt vor allem bei jungen Hunden auf. Es bilden sich lokal schuppige, haarlose Stellen. Juckreiz tritt nicht auf.

Lokalisierte, iatrogene Demodikose

Durch eine örtliche Unterdrückung des Immunsystems infolge Verabreichung von Kortison- Präparaten entstehen gut abgegrenzte, gerötete, schuppige Hautstellen. Die Haare fallen aus.

Generalisierte erbliche Demodikose

Durch einen vererbten Immundefekt treten am ganzen Körper haarlose, gerötete Stellen mit Verlust der Haare auf. Meistens sind vor allem Vorderbeine und Kopf betroffen.

Generalisierte Demodikose durch Immunsuppression

Bei der Behandlung von Tumoren oder Stoffwechselerkrankungen (Cushing, Hypothyreose) ist es oft nötig, das Immunsystem zu unterdrücken. Die Milben vermehren sich, es tritt Haarverlust am ganzen Körper auf.

Pododemodikose

Die Hautentzündungen treten vor allem im Bereich der Pfoten auf, diese sind gerötet und geschwollen. Meistens erkranken vor allem französische Bulldoggen, West Highland White Terrier, Bobtails und Shar Peis.

Symptome

Milben beim Hund

Milben beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Dein Hund leidet lokal an Haarausfall. An den haarlosen Stellen werden vermehrt Talg und Schuppen gebildet. Die geschädigte Haut verfärbt sich grau. Im Anfangsstadium tritt meist kein Juckreiz auf.

Eine generalisierte Demodikose betrifft vor allem Hunde bis zu zwei Jahren, die an einem angeborenen Immundefekt leiden.

Welpen entwickeln eine „Brillenbildung“, die Haarverluste treten vor allem in der Umgebung der Augen und an den Beinen auf. Meist heilt die Erkrankung auch ohne Therapie innerhalb weniger Wochen ab. Erfolgt eine Sekundärinfektion mit Staphylokokken bilden sich Pusteln und Furunkel. Die Lymphknoten schwellen an. Die Haut ist oft pergamentartig und dünn.

Therapie

Meist ist das lokale Auftragen von desinfizierenden Gelen mit Chlorhexidin ausreichend. Hat sich eine systemische Demodikose entwickelt, muss der ganze Körper deines Hundes behandelt werden. Lokale Waschlösungen und Antibiotika verringern die Zahl der Milben. Der Einsatz von Ivermectin kann ebenfalls zu einer Abtötung der Milben führen. Achtung: Ivermectin darf nicht bei Welpen eingesetzt werden, da die Blut- Hirnschranke noch nicht intakt ist und schwere neurotoxische Nebenwirkungen entstehen können.

Wie kannst du vorbeugen

Wurde bei deiner Hündin eine Demodikose festgestellt, sollte sie nicht mehr zur Zucht verwendet werden, um eine weitere Übertragung auszuschließen.

  1. Raubmilben- Cheyletiella parasitivorex

Raubmilben sind nicht spezifisch auf den Hundewirt ausgerichtet, sie befallen auch Katzen, Kaninchen und Menschen.

Entwicklung

Die gesamte Entwicklung findet auf dem Wirtstier statt, alle Entwicklungsstadien leben parasitär. Raubmilben leben auf der Hautoberfläche, bewegen sich zwischen den Haaren und ernähren sich von Körperflüssigkeiten. Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt mit einem infizierten Tier oder durch Gegenstände.

Diagnose

Nachweis der Milben in einem Hautgeschabsel. Da sich die Milben an der Körperoberfläche befinden, kann auch die Klebestreifentechnik angewendet werden. Ein Klebestreifen wird auf die Haut deines Hundes gedrückt, die Milben bleiben hängen und können unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Symptome

Am Rücken deines Hundes bilden sich vermehrt Schuppen, Juckreiz tritt auf.

Therapie

Die meisten Spot- on Präparate gegen Flöhe sind auch bei der Bekämpfung der Raubmilben wirksam. Sind die Milben abgetötet, heilen die Hautsymptome von alleine ab.

  1. Grabmilbe- Sarcoptes scabei canis

Die Räudemilbe kommt hauptsächlich bei Hunden und Füchsen vor.  Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Kontakt mit infizierten Tieren oder Gegenständen.

Entwicklung

Die Milbe gräbt Bohrgänge in die Hautoberfläche, in denen sie ihre Eier ablegt. Außerhalb des Wirtstieres sind die Milben nur für wenige Wochen lebensfähig.

Diagnose

Die Milben können in einem Hautgeschabsel nachgewiesen werden.

Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern gegen Sarcoptesmilben.

Symptome

Die Milbe ernährt sich von Gewebebestandteilen. Durch eine allergische Reaktion auf die Milben leidet dein Hund unter starkem Juckreiz. Die Haut ist verdickt, es bilden sich Krusten und Papeln. Die Haare fallen aus.

Die Milbe befällt vor allem Ohrränder, Bauch, Ellbogen und Sprunggelenk.

Therapie

Spot- on Präparate mit Avermectin oder Fluralanen töten die Räudemilben ab. Befinden sich im Haushalt mehrere Hunde, sollten alle Tiere gleichzeitig behandelt werden.

  1. Nasenmilben- Pneumonssoides caninum

Diese kleinen, cremefarbenen Spinnentiere sind vor allem in Skandinavien weit verbreitet.

Ursache

Die Übertragung erfolgt durch Schnüffeln an Kot und Aas.

Diagnose

In einem Nasenabstrich können die Milben direkt nachgewiesen werden.

Symptome

Die Milben reizen die empfindlichen Schleimhäute der Nase. Nasenausfluss und Juckreiz treten auf. Dein Hund wird von heftigen Niesanfällen geplagt. Durch Kratzen können Infektionen entstehen, der Nasenausfluss wird eitrig, das Riechvermögen deines Hundes ist stark eingeschränkt.

Therapie

Spot- on Präparate schützen deinen Hund vor einer Infektion mit Nasenmilben.

  1. Futtermilben- Vorratsmilben

Futtermittelmilben kommen hauptsächlich in nährstoffreichen Umgebungen vor.

Symptome

Bei der Aufnahme von infiziertem Futter kann dein Hund auf die Milben und ihre Exkramente allergisch reagieren.

Diagnose

Blutuntersuchung: im Blut findet eine starke Vermehrung der eosinophilen Zellen statt

Intrakutantest: Kleine Allergenmengen werden von einem Tierarzt in die obere Hautschicht gespritzt. Eine Reaktion deutet auf eine Allergie hin.

Symptome

Dein Hund kratzt sich und leidet unter starkem Juckreiz. Durch Besiedlung der aufgekratzten Haut mit Bakterien, können sich eitrige Hautentzündungen bilden.

Wie kannst du vorbeugen

Friere das Hundefutter portionsweise für einige Tage ein. Lagere das Futter nicht neben menschlichen Nahrungsmitteln.

Wie werden Milben beim Hund behandelt

Abhängig von der Milbenart können Spot- on Präparate oder Gele eingesetzte werden. Zur Bekämpfung der Entzündung werden Antibiotika verabreicht.

Waschungen mit milden Shampoos lindern den Juckreiz.

Behandlungen sollten immer über mehrere Wochen durchgeführt werden, um alle Entwicklungsstadien der Milben abzutöten.

Wie kannst du Milben vorbeugen

Achte auf eine gesunde Lebensweise deines Hundes und auf ein gut funktionierendes Immunsystem.

Omega-3 und Omega-6- Fettsäuren unterstützen die Hautgesundheit.

Vermeide Kontakt zu infizierten Hunden.

Bade und kämme das Fell deines Hundes regelmäßig.

Wasche die Liegeplätze deines Hundes regelmäßig oder behandle sie mit heißem Dampf.

Zusammenfassung

Milben begleiten den Alltag deines Hundes. Erkrankt dein Hund, suche einen Tierarzt auf, damit sich die Milbeninfektion nicht über den gesamten Körper deines Hundes ausbreiten kann.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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