Niereninsuffizienz beim Hund – 3 Ursachen, Symptome und Therapie

Nicht nur Menschen können unter Nierenschwäche leiden, auch unsere vierbeinigen Begleiter sind mit zunehmendem Alter von dieser Erkrankung betroffen.

Trinkt dein Hund vermehrt Wasser? Setzt er große Mengen an Harn ab? Erbricht er häufig und hat keinen großen Appetit? Dann könnte die Ursache auch eine Schwäche der Nieren sein.

In diesem Artikel findest du Informationen, wie du eine Nierenschwäche bei deinem Hund erkennst, und was du dagegen tun kannst.

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Anatomie der Nieren

Die Niere besteht aus der Nierenrinde, dem Nierenmark und dem Nierenbecken.

Der Harn wird in den Nierenkörperchen (Glomerula) gebildet, dabei werden toxische Stoffe aus

dem Blut filtriert. In den Nierenkanälchen (Tubuli) wird der Primärharn konzentriert, Wasser und

Ionen werden wieder dem Körper deines Hundes zugeführt. In den Sammelkanälchen wird

Der Harn weiter angesäuert und in das Nierenbecken weitergeleitet. Von dort erfolgt der

Weitertransport des Harns über die Harnleiter in die Harnblase.

Dein Hund besitzt zwei bohnenförmige Nieren, die gegenüber des ersten Lendenwirbels liegen. Die

linke Niere liegt etwas weiter hinten als die rechte Niere.

Aufgabe der Nieren

Filtrierung von Blut, Gewinnung von Harn, Ausscheidung von Toxinen und Rückgewinnung von

Aminosäuren und Wasser sind nur ein Teil der Aufgaben der Nieren deines Hundes.

In den Nieren wird das Hormon Erythropoetin gebildet, das an der Bildung von roten Blutkörperchen

beteiligt ist. Befindet sich im Blut, das durch die Niere fließt, zu wenig Sauerstoff, wird das Hormon

ausgeschüttet, die Bildung von Erythrozyten wird gesteigert.

In der Niere erfolgt auch die Umwandlung von Vitamin D aus einer inaktiven Vorstufe.

Was ist eine Niereninsuffizienz

Niereninsuffizienz beim Hund

Niereninsuffizienz beim Hund – 3 Ursachen, Symptome und Therapie

Bei einer Nierenschwäche sind die Nieren nicht mehr in der Lage, Giftstoffe aus dem Blut zu filtern.

Der Harnstoffgehalt im Blut steigt an, es entwickeln sich Vergiftungssymptome. Der Harn wird nicht

mehr konzentriert, Wasser geht in großen Mengen verloren. Der Körper trocknet durch den hohen

Flüssigkeitsverlust aus.

 Welche Formen der Niereninsuffizienz gibt es

 Die chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich langsam, über mehrere Monate.

  1. Die akute Niereninsuffizienz tritt plötzlich auf, die Nieren stellen ihre Arbeit schlagartig ein.

 Ursachen

 Chronische Niereninsuffizienz:

Durch angeborene Erkrankungen, wie Zystennieren oder zu klein ausgebildete Nieren, können diese

ihre Entgiftungstätigkeit nur teilweise erfüllen.

Nierensteine führen zu einer Schädigung des Nierengewebes, die Filtration findet nicht mehr statt.

Tumore können ebenfalls die Funktion der Nieren beeinträchtigen.

Durch Entzündungen, zu hohen Blutdruck oder Niereninfarkte als Folge von Durchblutungsstörungen arbeiten die Nieren ebenfalls nicht in vollem Ausmaß.

Altersbedingt tritt bei 80- 90% der alten Hunde eine eingeschränkte Nierenfunktion auf.

Eine chronische Nierenschwäche kann sich aus einer akuten Nierenschwäche entwickeln, wenn die Gewebeschäden dauerhaft bestehen bleiben.

Oft führt eine chronische Herzschwäche auch zu einer Nierenschwäche.

 

Akute Niereninsuffizienz:

Werden die Harnleiter durch einen Nierenstein, oder durch Hämatome infolge eines Unfalltraumas verschlossen, staut sich der Harn in die Niere zurück. Eine Filtration kann nicht mehr stattfinden.

Schwere Blutverluste, Schock oder Austrocknung verursachen durch ein Absinken des Blutdrucks ebenfalls eine akute Nierenschwäche.

Gifte, wie Blei, Frostschutzmittel oder Pestizide schädigen das Nierengewebe. Weintrauben und Rosinen können das Nierengewebe dauerhaft schädigen und eine bleibende Nierenschwäche verursachen.

Auch Infektionskrankheiten (Leptospirose) können die Tätigkeit der Niere negativ beeinflussen.

 

Nierensteine:

Der Harn enthält eine hohe Konzentration an Mineralsalzen, die größere Steine bilden können. Die Entstehung von Nierensteinen wird durch falsches Futter, Entzündungen der Niere und der Harnwege, sowie Medikamente gefördert. Liegen die Urolithe direkt im Nierengewebe, können sie eine Störung der Durchblutung und Niereninfarkte auslösen. Das Nierengewebe stirbt an dieser Stelle ab und wird durch Bindegewebe ersetzt.

Symptome

Die Niere kann über einen langen Zeitraum eine geringere Filtrationsarbeit kompensieren. Erst bei einer Schädigung von zwei Dritteln des Nierengewebes treten klinische Symptome auf.

Bei einer akuten Nierenschwäche hat dein Hund Durchfall, er erbricht. Da er Schmerzen im Bauchraum hat, setzt er sich nur vorsichtig hin. Er verweigert das Futter und versucht möglichst viel zu trinken.

Harn wird nur mehr in kleinen Mengen, oder gar nicht abgesetzt.

Bei einer chronischen Nierenschwäche wird dein Hund immer ruhiger und teilnahmsloser. Er frisst wenig, trinkt viel Wasser und setzt große Mengen an unkonzentriertem Harn ab. Mit der Zeit tritt Erbrechen und Übelkeit auf, der Kot ist hart, dein Hund neigt zu Verstopfungen. Dein Hund verliert immer mehr an Gewicht. Da der Harnstoff auch über die Mundschleimhaut ausgeschieden wird, bilden sich Geschwüre im Mund, dein Hund verströmt einen unangenehmen Geruch.

Wird die Niereninsuffizienz nicht erkannt, vergiftet sich der Körper deines Hundes, Krämpfe treten auf. Schließlich stirbt dein Hund an Nierenversagen.

Bei Nierensteinen trinkt dein Hund mehr Wasser und setzt größere Mengen blutigen Harn ab. Er erbricht, verliert Gewicht und äußert Schmerzen bei Berührung des Bauches.

Diagnose

Niereninsuffizienz beim Hund

Niereninsuffizienz beim Hund –

Nach einer Blutabnahme werden Harnstoff und Kreatinin bestimmt. Bei Vorliegen einer chronischen Nierenschwäche sind beide Werte um ein Vielfaches höher als die Referenzwerte.

Harnuntersuchung: Das spezifische Gewicht des Harns ist stark vermindert, er wirkt farblos und unkonzentriert. Im Harn kann auch eine erhöhte Menge an ausgeschiedenem Protein nachgewiesen werden, da die Rückgewinnung der Aminosäuren in der Niere nicht mehr funktioniert.

Bei Ultraschalluntersuchungen kann das veränderte Nierengewebe dargestellt werden. Nierensteine können direkt abgebildet werden.

Therapie

Schwer geschädigtes Nierengewebe ist nicht mehr in der Lage, sich zu regenerieren. Das Ziel einer Therapie ist es, noch funktionsfähiges Gewebe zu erhalten und in seiner Funktion zu unterstützen.

Eine akute Niereninsuffizienz ist ein absoluter Notfall, dein Hund muss schnellstens tierärztlich versorgt werden. Liegt eine Vergiftung vor, wird ihm ein Gegengift verabreicht werden. Gleichzeitig muss die Tätigkeit und Regeneration des Nierengewebes durch Infusionen und verschiedene Medikamente angeregt werden. Dein Hund muss solange behandelt werden, bis sich die Nieren erholt und ihre Ausscheidungstätigkeit wieder aufgenommen haben.

Bei der chronischen Niereninsuffizienz setzt die Therapie oft zu spät ein, da die Erkrankung anfangs ohne wesentliche Symptome verläuft.

Falls noch möglich, sollte die Ursache der chronischen Niereninsuffizienz behoben werden. Zusätzlich benötigt dein Hund Infusionen, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Spezielles Diätfutter und ausreichend Wasser schonen die Nieren deines Hundes.

ACE- Hemmer senken den Blutdruck, die Filtrationsrate des noch vorhandenen Nierengewebes wird erhöht.

Können Nierensteine nicht aufgelöst werden, müssen sie chirurgisch entfernt werden, um nicht noch mehr Nierengewebe zu schädigen.

Nierendiät

Eine Nierendiät sollte ein hoch verdauliches Protein enthalten, Phosphor- und Natriumgehalt sind reduziert. Dadurch werden Herz, Kreislauf und Niere entlastet.

Wichtig ist, dass das Futter ausreichend Energie enthält, und deinem Hund schmeckt, da er sonst das Futter verweigert. Oft kann durch eine Kombination von Trocken- und Nassfutter die Menge des aufgenommenen Futters erhöht werden.

Auch auf Leckerchen muss dein Hund nicht verzichten. Gut geeignet sind Gemüsechips, die in Kokosöl gebraten werden. Im Handel und beim Tierarzt sind spezielle Snacks für Hunde mit Nierenschwäche erhältlich.

Phosphatbinder:

Damit nicht zu viel Phosphor mit dem Futter aufgenommen werden kann, können Phosphatbinder unter das Futter gemischt werden. Sie wirken einer weiteren Schädigung des Nierengewebes entgegen.

Alternative Heilmethoden

Bei alten Hunden kann die Nierenfunktion mit homöopathischen Globuli unterstützt werden.

Ammonium carbonicum, Lycopodium und Kalium carbonicum D6- D30 unterstützen die Entgiftungsfunktion der Niere. Thuja C30 verhindert das Fortschreiten der Erkrankung.

Preiselbeer- oder Cranberryextrakte regen die Ausscheidungsfunktion der Nieren an.

Solidago D12 und Berberis D4 schützen die Niere und die Harnwege. Sie bewirken eine vermehrte Ausscheidung von Schadstoffen durch die Nieren.

Wie kannst du einer Nierenschwäche vorbeugen

Achte auf eine artgerechte Lebensweise und Fütterung deines Hundes. Lass ab einem bestimmten Alter (kleine Hunde ab dem achten Lebensjahr, große Hunde ab dem fünften Lebensjahr) eine Vorsorgeuntersuchung bei deinem Tierarzt durchführen. Suche bei dem geringsten Verdacht einen Tierarzt auf, um die auftretenden Symptome abzuklären.

Stelle deinem Hund immer frisches Trinkwasser zur Verfügung. Trinkt dein Hund nicht ausreichend, kannst du Wasser portionsweise unter das Futter mischen.

Zusammenfassung

Nierenschwäche ist eine bei Hunden, vor allem im fortgeschrittenen Alter, häufig auftretende Erkrankung, die leider oft erst zu spät erkannt und behandelt wird. Schwere Schädigungen des Nierengewebes können nicht rückgängig gemacht werden.

Durch frühe Versorgung deines Hundes mit entsprechendem Diätfutter und ausreichend Flüssigkeit kann die Lebensqualität lange aufrechterhalten werden.

Den besten Schutz bieten rechtzeitig und regelmäßig durchgeführte Vorsorgeuntersuchungen.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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