Online Hundeschule vs klassische (Offline) Hundeschule

Die Frage nach der richtigen Hundeschule stellt sich wohl Jeder, der sich mit der notwendigen Erziehung seines Vierbeiners auseinandersetzt. Als Erstes denken dabei natürlich die Meisten an die Hundeschule im Ort. Leider gibt es diese aber nicht immer. Onlinehundeschulen sind daher manchmal eine echte Alternative. Wir haben uns mit den verschiedenen Angeboten im Netz auseinandergesetzt und hier die Vor- und Nachteile kompakt gegenübergestellt.

Die Zeitfrage

  • Klassische Hundeschulen bieten fixe Kurszeiten an. Jede Woche an einem bestimmten Wochentag zu einer bestimmten Uhrzeit. Natürlich gibt es einige verschiedene Kurse parallel. Doch für viele Menschen sind solch enge Zeitkorsetts dennoch nicht geeignet. In der heutigen Arbeitswelt ist oftmals Flexibilität ein großes Thema. So können heute viele Menschen keine 12 Wochen im Voraus sagen, ob sie zum Beispiel jeden Mittwoch um 18 Uhr Zeit für den Hundeerziehungskurs haben. Ihr Dienstplan steht leider oft nur für die nächsten zwei Wochen sicher fest.
  • Ein ständiger Wechsel zwischen den Kursangeboten der Hundeschule wird meist nicht gerne gesehen oder ist teilweise sogar völlig unerwünscht. Auf der einen Seite verständlich, da der Hundetrainer nur eine bestimmte Anzahl an Tieren auf einmal trainieren kann. Wenn sich die Anzahl der Teilnehmer ständig verändert, kann die Hundeschule schlecht planen. Doch für arbeitende Hundebesitzer stellt eine derartig starre Regelung oft ein unüberwindliches Hindernis, an einem Hundetraining teilzunehmen, dar.
  • Online Hundeschulen bieten hier einen klaren Vorteil. Alle diese Probleme treten bei einer Onlinehundeschule erst gar nicht auf. Man kann sich seine Zeit für die Erziehung seines Hundes völlig frei einteilen. Jeder kann seinen Hund trainieren, wie es am Besten in seinen Tagesablauf passt. Es bleibt Jedem selbst überlassen, wann er seinem Hund neue Kommandos lehrt. Ob das jeweils eine Stunde zu einer festen Zeit ist, oder man täglich kurze Übungseinheiten in den Alltag einbaut, ist Geschmackssache.
  • Auch beim Besuch einer klassischen Hundeschule endet die Erziehung nicht mit dem Verlassen des Schulungsplatzes. Die Erziehung seines Hundes sollte sich in den Alltag mit hineinziehen. Ohne jeden Zeitstress kann man sich so einen eigenen Trainingsplan zusammenstellen. Meist reichen bereits Einheiten von einer halben Stunde, um sich besonders intensiv mit der Erziehung seines Vierbeiners zu beschäftigen. Kürzere Sequenzen sind weniger ermüdend, sowohl für den Hund als auch für das Herrchen. Für Beide ist es Einfacher die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten, was zu mehr Spaß an der Arbeit beiträgt.
  • Ein weiterer Vorteil einer Online Hundeschule ist der Wegfall von An- und Rückfahrtszeiten. Liegt die klassische Hundeschule nicht im selben Ort, kann man dafür eine Menge unnötige Zeit verschwenden. Fahrzeiten gibt es bei der Onlinehundeschule keine. Einzig die Zeit sich in ein neues Thema einzulesen oder vorzubereiten könnte hier dagegen gerechnet werden.

Die Kostenfrage

  • Klassische Hundeschulen sind meist nicht gerade günstig. Ein Grundkurs in der Gruppe mit acht bis zehn Einheiten kostet durchschnittlich zwischen 100 und 200 Euro. Bei den Preisen kommt es darauf an, wo man sich im Bundesgebiet befindet. Die Kosten schwanken regional sehr stark. Leider hilft es da nicht, einfach zur nächsten Hundeschule auszuweichen. Das jeweilige Preisniveau ist pro Landkreis oder sogar pro Bundesland höher oder niedriger.
  • Will man nicht nur einen Grundkurs mit seinem Hund absolvieren, entstehen natürlich weitere Kosten für den nächsten Kurs in der Hundeschule. Die Kosten für An- und Heimfahrten zur und von der Hundeschule sollten natürlich auch immer mitberücksichtigt werden. Schließlich fallen sie auch, je nach Entfernung welche man zurücklegen muss, unterschiedlich hoch aus.
  • Möchte man mit seinem Hund etwas Besonderes erlernen, so kostet eine Einzelstunde schnell man zwischen 35 und 60 Euro. Gibt es ein Problem mit dem Hund im eigenen Zuhause, kann man dies mit einem Hundetrainer vor Ort möglicherweise lösen. Derartige Spezialstunden außerhalb des Hundeschulgeländes erfordern häufig einen tiefen Griff in den Geldbeutel. Zwischen 75 und 175 Euro sind hier schnell mal fällig. Für eine mehrere Kurse umfassende Hundeerziehung kommt man hier schnell auf Kosten zwischen 500 und 1.000 Euro.
  • Bei Onlinehundeschulen gibt es diese regionalen Schwankungen naturgemäß nicht. Doch auch hier sollte man sich vorab gut informieren. Man findet im Internet ein breites Band an unterschiedlichen Angeboten. Preislich findet man auch hier eine gewisse Bandbreite. Grundsätzlich gibt es zwei große Unterschiede bei den Angeboten. Entweder bieten Onlinehundeschulen ihre Angebote gegen Einmalzahlungen an oder man schließt eine Mitgliedschaft mit monatlichen Mitgliedsbeiträgen ab.
  • Dabei muss man allerdings mitberücksichtigen, wie lange man bei dem jeweiligen Angebot Zugang zu den Inhalten erhält. Bei Onlinehundeschulen mit Einmalzahlungen erhält man meist einen zeitlich unbegrenzten Zugang zum vorliegenden Angebot oder zumindest Zugriff für ein ganzes Jahr. Hier liegen die Kurskosten zwischen etwa 50 und 300 Euro. Wird der Zugang über eine Mitgliedschaft mit monatlichen Beiträgen abgeschlossen, bekommt man dafür einen Onlinezugang für genau die jeweilige Dauer seiner Mitgliedschaft. Das heißt, kündigt man die Mitgliedschaft, sind auch alle bisher zur Verfügung stehenden Inhalte wieder gesperrt. Hier liegen die Kosten meist bei durchschnittlich 15 Euro pro Monat der Mitgliedschaft.
  • Der Preis der jeweiligen Onlinehundeschule sollte aber nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage darstellen. Jeder sollte zuerst überlegen, was er sich von einem Onlinekurs erwartet. Erst danach macht es Sinn sich über die unterschiedlichen Angebote im Netz einen Überblick zu verschaffen. Der Umfang der angebotenen Kursunterlagen ist sehr unterschiedlich. Aber dazu später noch mehr.

Auswahl der Hundeschule

Bei klassischen Hundeschulen sollte man sich vorab Angebote über Preise und Kurszeiten einholen. Aber damit ist es noch nicht getan. Folgende Punkte sollte man hinterfragen um einen guten Vergleich zu ermöglichen:

  • Werden Probeeinheiten angeboten? Gibt es diese Möglichkeit kann man dabei noch weitere Fragen abchecken:
  • Haben die Trainer eine entsprechende Ausbildung?
  • Wie arbeiten die Trainer? Kommt man persönlich mit der Arbeitsweise zurecht? Passt der Umgangston?
  • Wie reagiert der Hund auf die ungewohnte Umgebung? Ist der ängstlich, verunsichert oder macht es ihm Spaß?
  • Gibt es Erfahrungsberichte von Bekannten und Freunden? Gibt es Onlineberichte über die jeweilige Hundeschule?
  • Wie werden Fehlstunden gehandhabt? Muss man sie trotzdem bezahlen oder kann man sie später nachholen?
  • Was passiert, wenn der eigene Hund für manche Lerneinheiten länger brauchen sollte? Welche finanziellen und zeitlichen Änderungen hat man zu erwarten.
  • Wie lange dauert eine Trainingsstunde? Nicht alle Stundeneinheiten dauern automatisch 60 Minuten.

Erst wenn man alle diese Fragen für sich befriedigend beantwortet hat, sollte man den Preis mit in seine Auswahl einbeziehen. Denn was hilft es einem, wenn man zwar einige Euros spart, aber mit dem Kurs total unglücklich ist oder der Hund sich unwohl fühlt.

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Auch bei der Auswahl für eine Onlinehundeschule sollte man vorher recherchieren. Hier ist vor allem wichtig die Angebotenen Kurseinheiten zu vergleichen. Folgende Fragen sind für einen Vergleich besonders wichtig:

  • Steht hinter der Seite ein ausgebildeter Hundetrainer?
  • Aus wie vielen Lektionen besteht der Kurs? Meist werden 12 Lektionen angeboten. Aber es gibt dafür eine größere Anzahl an Videos.
  • Stehen die Lektionen nur schriftlich zur Verfügung, sind sie in Präsentationsform aufbereitet oder gibt es Lernvideos? Videos sind besonders hilfreich, weil man hier den genauen Ablauf und auch die Reaktion des Hundes gut sehen kann.
  • Wie lange kann man die Inhalte abrufen? Nur eine bestimmte Zeit oder kann man sich die Lerninhalte downloaden. Gibt es vielleicht zusätzliches Material wie PDF-Files, DVDs oder Bücher? Endet die Möglichkeit des Zugangs mit der eigenen Mitgliedschaft?
  • Kann man die Lektionen auch auf sein Smartphone laden? Das ist besonders praktisch, da man das Handy auch mit zum Training nehmen kann. So kann man schnell mal einen unklaren Punkt nochmals nachlesen oder ein Video ein 2. Mal ansehen.
  • Wie läuft der Bezahlmodus ab? Ist die Seite verschlüsselt, auf der man seine Daten eingibt? Gibt es verschiedene Zahlungsmöglichkeiten, wie eine Rechnung?
  • Werden zusätzliche Bonuslektionen angeboten? Beliebt sind Clickertraining, Spürhundtraining oder ein anderes Training, welches einem persönlich interessiert?
  • Kann man persönliche Fragen stellen? (schriftlich, telefonisch oder in einem Chatforum)

Auch bei der Onlinehundeschule sollte der Preis das letzte Entscheidungskriterium sein. Das Umfeld ist bei der Onlinehundeschule nicht so wichtig, da man in der gewohnten Umgebung mit dem Hund arbeitet.

Lernumgebung beim Training

  • In der klassischen Hundeschule finden die Kurse bei jedem Wetter statt, einfach weil die Termine vorab fix vereinbart wurden. Kann man bei einem Kurs nicht teilnehmen, weil der Hund oder man selbst krank ist, wird es oftmals kompliziert. Hunde verhalten sich häufig in unterschiedlichen Umgebungen auch unterschiedlich. Da sind sie ähnlich wie Kinder. Zu Hause lassen sie die Sau raus und bei Freunden sind sie auf einmal die reinsten Engel. Auch manche Hunde verhalten sich ähnlich. In der Gruppe auf dem Platz der Hundeschule verhält der Hund sie vermutlich anders als später zu Hause.
  • Mit einer Onlinehundeschule trainiert man mit seinem Hund automatisch immer in seiner gewohnten Umgebung. Auch wenn man für einzelne Trainingseinheiten den nächstgelegenen Park aufsucht, liegt der in der Nähe und wird auch in der „Freizeit“ öfters besucht werden. Das unterschiedliche Verhalten des Hundes kommt daher überhaupt nicht zum Tragen.

Vorbereitung für das eigentliche Training mit dem Hund

  • Für die klassische Hundeschule braucht man kaum Vorbereitung. Teilweise wird erwartet, dass man eigenes Spielzeug und natürlich eigene Leckerlis für den Hund mitbringt. Leine und Halsband vervollständigen die Liste. Ansonsten muss man nur zur vereinbarten Zeit bei der Hundschule eintreffen.
  • Den Ablauf der einzelnen Trainingsstunde bestimmt der Trainer. Er bestimmt was und wann in der jeweiligen Einheit gelernt und trainiert wird. Es reicht, wenn man sich an die Kommandos hält und sie seinem Hund entsprechend weitergibt. Macht man dabei etwas falsch wird man meist umgehend korrigiert.
  • Bei einer Onlinehundeschule muss sich das Herrchen oder Frauchen etwas mehr vorbereiten. Es ist sinnvoll sich die jeweilige Lektion zuerst alleine vorm Bildschirm genau anzusehen oder sich einzulesen. Erst wenn man sich über den Inhalt im Klaren ist, kann man das eigentliche Training mit dem Hund starten. Es erfordert also vom Menschen eine bestimmte Vorbereitungszeit für die einzelnen Trainingseinheiten. Alle notwendigen Gegenstände wie, Leine, Halsband, Spielzeug, Hindernisse, Leckerlis sind in dem Fall natürlich auch selbst vorzubereiten.

Wie funktioniert das laufende Training?

  • In der klassischen Hundeschule übt man jede Woche zu den festgesetzten Zeiten. Der Trainingsplan steht bereits zu Beginn fest. Jede Trainingsstunde läuft im festgelegten Tempo ab. Kommt der eigene Hund und man selbst gut mit dem Tempo mit, passt alles und man wird am Ende einen gut erzogenen Hund sein Eigen nennen. Zwischen den fixen Einheiten muss man allerdings selbst mit dem Hund weiter üben. Denn wenn der Hund die Erziehung ausschließlich in der Hundeschule erfährt, hat er keinen Grund das Erlernte auch zu Hause zu befolgen. Die Regeln der Hundeschule gelten in seinem Verständnis nur dort. Der Hundebesitzer muss das Training logischer Weise zu Hause genauso weiterführen, wie in der Schule. Ansonsten ist der ganze Aufwand leider umsonst.
  • Nutzt man eine Onlinehundeschule, so kann man sich die Trainingszeiten frei einteilen. Jede Trainingseinheit kann man sich selbst zusammenstellen. Man lernt mit dem Hund in seinem eigenen Tempo. Funktioniert etwas nicht gleich, so wiederholt man die Übungen einfach nochmals. Da man sich die Zeiten selber einteilen kann, ist es auch gut möglich, die Lerneinheiten an den eigenen Tagesablauf anzupassen. Oft ist es hilfreich, kürzer zu üben, dafür aber öfters. Am Zielführendsten ist es, das vom Hund bereits erlernte konsequent auch im Alltag von ihm zu erwarten.
  • Bei den Übungen nach der Onlinemethode kann man auch die ganze Familie mit einbinden. Auf diese Weise lernen auch die Familienmitglieder dieselben Kommandos wie das eigentliche Herrchen oder Frauchen. Der Hund erkennt gleichzeitig schnell, dass die erlernten Befehle von jedem Familienmitglied gleich zu befolgen sind. Ein wesentlicher Vorteil den eine klassische Hundeschule nicht bietet. Dort wird immer nur der Hundebesitzer zusammen mit dem Hund unterrichtet.
  • Ein eventueller Nachteil einer Onlinehundeschule liegt an der fehlenden Kontrolle durch einen Hundetrainer. Dabei handelt es sich aber eher um die Kontrolle des Menschen als der des Hundes. Man braucht als Hundebesitzer Durchhaltevermögen und Konsequenz. Für Menschen, welche immer jemanden brauchen, der ihn antreibt, ist es vermutlich sicherer eine klassische Hundeschule zu besuchen.

Fazit

Grundsätzlich gilt für jede Art der Hundeerziehung, es braucht Konsequenz. Ohne diese ist jede Art von Hundeerziehung früher oder später zum Scheitern verurteilt. Egal ob man sich für die klassische Hundeschule oder eine Onlinehundeschule entscheidet. Übt man jedoch bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit seinem Vierbeiner, so wird er die Kommandos und Befehle bald als gegeben anerkennen. Ein stressfreies Zusammenleben mit dem Tier wird so auf Dauer immer einfacher. Bringt man selbst die notwendige Disziplin auf und hält sie aufrecht, so kann man sich auf ein stressfreies Zusammenleben mit seinem Hund freuen.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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