Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Wird das Fell deines Hundes immer stumpfer und brechen die Haare ab? Ist er müde und bewegt sich nicht mehr gerne? Leidet er ständig an Ohrentzündungen? Wirkt dein Hund senil, obwohl er noch jung ist? Dann könnte auch ein Problem mit der Schilddrüse die Ursache sein.

In diesem Artikel findest du Informationen, wie du eine Unterfunktion der Schilddrüse erkennen kannst und was du dagegen tun kannst.

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse befindet sich an der Unterseite des Halses, etwas unterhalb des Kehlkopfes. Sie speichert Jod und produziert die Hormone Triiodthyronin (T3) und Tetraiodthyronin (T4, Thyroxin).

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Aufgaben der Schilddrüsenhormone

T3 und T4 steigern den Energieverbrauch im Körper, sie sorgen für den schnelleren Abbau von Kohlenhydraten und Fetten, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten und genügend Energie für verschiedene Stoffwechselvorgänge zur Verfügung zu stellen. Sie unterstützen die Herzarbeit durch Zufuhr von Adrenalin. Da auch für die Gehirnaktivität Energie benötigt wird, haben Schilddrüsenhormone eine direkte Wirkung auf die Psyche deines Hundes. Sie steuern als Botenstoffe mehrere Vorgänge im Gehirn.

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen hat Auswirkungen auf den ganzen Körper deines Hundes und auf sein Verhalten.

Wie wird die Produktion der Schilddrüsenhormone gesteuert

Die Freisetzung von Schildrüsenhormonen wird über das Gehirn gesteuert. Erkennt die Hypophyse, dass zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut enthalten sind, wird TSH ausgeschüttet, welches die Hormonproduktion in der Schilddrüse anregt. Die Hypophyse reagiert bereits auf geringe Abweichungen der Schilddrüsenhormonproduktion von der Norm.

Welche Hunde sind betroffen

Eine Schilddrüsenunterfunktion kommt häufig bei großen Hunderassen vor. Besonders oft betroffen sind Dobermann- Pinscher und Golden Retriever. Meistens erkranken Hunde im Alter von 3- 8 Jahren an einer klinischen Hypothyreose.

Was ist eine Hypothyreose

Durch eine Unterfunktion der Schilddrüse wird eine zu geringe Menge an Thyroxin produziert.

Ursachen

  1. Primäre Ursachen

Das hormonproduzierende Gewebe der Schilddrüse wird durch eine Entzündung zerstört und durch Bindegewebe ersetzt. Die Schilddrüse wirkt größer, kann aber nicht mehr genügend Hormone herstellen.

Autoimmunerkrankungen: das körpereigene Immunsystem richtet sich gegen das Schilddrüsengewebe und zerstört dieses mit Antikörpern. Da immer größere Teile durch Bindegewebe ersetzt werden, wird weniger Schilddrüsenhormon produziert.

Ist die Schilddrüsenunterfunktion angeboren, werden die Welpen oft tot geboren. Überleben sie die Geburt, bleiben sie in der Entwicklung stark hinter den anderen Wurfgeschwistern zurück. Sie sind zwergwüchsig, durch den frühen Verschluss der Wachstumsfugen der Knochen treten Deformationen an den langen Röhrenknochen auf.

  1. Sekundäre Ursachen

Durch andere Erkrankungen, wie schwere bakterielle Entzündungen, Cushing Syndrom, Medikamente (Cortison, Sulfonamide und entzündungshemmende Arzneimittel), oder vor kurzem durchgeführte Anästhesien, wird eine verringerte Produktion von Schilddrüsenhormonen verursacht.

Jodmangel und Tumoren der Hypophyse bewirken ebenfalls eine verringerte Produktion von Schilddrüsenhormonen.

Was versteht man unter Euthyroid Sick Syndrom

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Bei dem Euthyroid Sick Syndrom wird bei Hunden mit einer gesunden Schilddrüse die Konzentration der Schilddrüsenhormone durch eine andere Erkrankung unterdrückt. Durch die geringere Konzentration der Schilddrüsenhormone kann er Energieverbrauch deines Hundes und sein Zellstoffwechsel für die Dauer der Erkrankung reduziert werden.

Meist ist das Euthyroid Sick Syndrom mit Niereninsuffizienz, Leberschwäche, Herzversagen, Autoimmunerkrankungen, Diabetes mellitus oder schweren Infektionen verbunden.

Was ist eine subklinische Hypothyreose

Die klassische Schilddrüsenunterfunktion entwickelt sich über einen langen Zeitraum, in dem dein Hund fast keine körperlichen Symptome aufweist. In der subklinischen Phase entwickeln sich Auffälligkeiten des Verhaltens, die eine organische Ursache haben und nicht durch ein klassisches Verhaltenstraining beseitigt werden können.

Die Aufgabe der Schilddrüsenhormone im Gehirn ist noch nicht ausreichend abgeklärt. Sie beeinflussen Neurotransmitter und übernehmen auch selbst die Rolle von Botenstoffen. Die subklinische Phase kann auch als zentrale Hypothyreose, die sich ausschließlich auf das Gehirn beschränkt, bezeichnet werden. Zusätzlich sind die Schilddrüsenhormone am Stoffwechsel von Cortisol beteiligt und helfen bei der Bewältigung von Stress.

Dein Hund zeigt also eine geringere Stressresistenz, er ist aggressiv und unverträglich gegen Menschen und andere Hunde. Er leidet unter Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, es fällt ihm schwer, sich länger auf eine Aufgabe zu konzentrieren. Gleichzeitig scheint er verwirrt und hyperaktiv zu sein, Zwangsstörungen, wie Drangwandern, treten auf. Du hast den Eindruck, dein Hund steht neben sich, er ist nicht mehr derselbe, wie früher.

Solche Auffälligkeiten können bei jedem Hund aus den verschiedensten Ursachen auftreten, wichtig ist, dass sich das Verhalten deines Hundes gegen früher wesentlich verändert hat.

Symptome

Die Krankheit entwickelt sich nur langsam, anfangs sind kaum Symptome erkennbar. Dein Hund wirkt müde und faul, er bewegt sich kaum mehr. Mit der Zeit ist, trotz eines reduzierten Appetits, eine Gewichtszunahme zu beobachten. Da der Energiestoffwechsel reduziert ist, ist dein Hund empfindlicher gegenüber Kälte und Nässe, er zittert oft.

Das Haarkleid wird dünn, stellenweise fällt das Fell vollständig aus. Vor allem im Bereich der Ohren und am Schwanz lassen sich die Haare leicht ausziehen. Die Haut ist trocken, verdickt und neigt zu Entzündungen. Auch Entzündungen der Ohren und des äußeren Gehörganges treten vermehrt auf. Da die Haut durch die Entzündungen immer wieder gereizt wird, lagern sich dunkle Pigmente ein.

Auf der Cornea (Hornhaut der Augen) treten vermehrt Geschwüre auf, die zu einer Erblindung durch Trübung der Hornhaut führen können.

Bei Rüden verkleinern sich die Hoden, bei Hündinnen setzt die Läufigkeit aus, oder die Blutung dauert länger an, da das Hormongleichgewicht gestört ist.

Durch körperliche Schwäche und Lähmungen läuft dein Hund unkoordiniert, er taumelt. Die Muskeln sind schwach, die Gelenke können sich versteifen.

Der Herzschlag ist verlangsamt, teilweise treten Rhythmusstörungen auf.

Da auch der Magen- Darmtrakt betroffen ist, wechseln Verstopfung und Durchfall ab. Ist die Muskelbewegung der Speiseröhre eingeschränkt, treten Schluckbeschwerden auf. Ist die Hypothyreose in einem fortgeschrittenen Stadium, kann durch die mangelhafte Darmbewegung auch ein Darmverschluss entstehen.

Der Cholesterinspiegel im Blut ist bei 80% der Hunde erhöht, da die Fettspeicherung nur in geringem Ausmaß stattfindet. Gleichzeitig kann durch einen Eisenmangel eine Anämie beobachtet werden.

Auch das Verhalten verändert sich durch eine Unterfunktion der Schilddrüse. Oft treten erste Verhaltensänderungen, wie Unruhe, Reizbarkeit, Aggression, Ungeduld und verminderte Lernbereitschaft schon in der subklinischen Phase vor allen anderen Symptomen auf.

Auch Tiere mittleren Alters wirken senil und zeigen einen traurigen Gesichtsausdruck.

Diagnose

Die Unterfunktion der Schilddrüse kann durch ein im Labor angefertigtes Schilddrüsenprofil aus einer Blutprobe nahgewiesen werden. Dabei werden alle Schilddrüsenwerte, T3, T4 und freies T4 gemessen. T3 kann allerdings auch bei einer Unterfunktion in normaler Höhe vorhanden sein. Da die Schilddrüsenwerte im Laufe des Tages starken Schwankungen unterliegen, ist eine mehrmalige Messung nötig, um aussagekräftige Werte zu erhalten.

Bestimmung von Cholesterin: bei 80% der Hunde ist der Cholesterinwert erhöht.

TAK: Bestimmung der Anzahl der Antikörper auf das Transporteiweiß Thyreoglobulin. Greift das Immunsystem die Schilddrüse an, werden auch Antikörper gegen T3 und T4 gebildet.

Interpretation der Blutbefunde: Bei der Auswertung der Blutbefunde müssen verschiedene individuelle Faktoren berücksichtigt werden. Windhunde weisen immer niedrigere Werte auf, kleinere Hunderassen haben höhere Werte als große Hunderassen. Bei trächtigen Hündinnen steigt der T4 Wert vor der Geburt an.

Auch Medikamente können den gemessenen Wert verfälschen. Daher sollten diese, wenn möglich, drei bis vier Wochen vor der Blutabnahme abgesetzt werden.

Durch Ultraschalluntersuchungen der Schilddrüse können Tumoren oder starke Entzündungen abgeklärt werden.

Bei einer subklinische Hypothyreose liegen alle Laborwerte noch im Normbereich. Die Diagnose stützt sich hauptsächlich auf den Vorbericht des Besitzers und die Verbesserung des gestörten Verhaltens durch die Verabreichung von Schilddrüsenhormon- Ersatzpräparaten. Es muss auch in Betracht gezogen werden, dass die als normal angesehenen Referenzwerte zu niedrig angesetzt sind, da hauptsächlich ältere Hunde getestet und aus diesen Resultaten ein Mittelwert errechnet wurde. Die probeweise Verabreichung von diesen Ersatzpräparaten ist für deinen Hund absolut ungefährlich.

Therapie

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Schilddrüsenunterfunktion beim Hund – Ursachen, Symptome und Therapie

Deinem Hund werden täglich synthetische Schilddrüsenhormone in Form von Tabletten oder Saft verabreicht. Während der Einstellungsphase müssen regelmäßige Blutkontrollen durchgeführt werden. Spricht dein Hund gut auf die Medikamente an, genügt eine Kontrolle alle 6 Monate.

Die synthetischen Schilddrüsenhormone können vom Hund schlechter über den Darm aufgenommen werden, als von Menschen. Zusätzlich werden sie auch schneller abgebaut. Daher ist immer eine entsprechend hohe Dosierung nötig.

Ist eine andere Erkrankung die Ursache für die Schilddrüsenunterfunktion, müssen in erster Linie die Symptome dieser Erkrankung behandelt werden.

Ist die Therapie wirksam, verbessern sich Haut und Haarkleid innerhalb wenige Monate. Da eine Heilung nicht möglich ist, muss die Therapie lebenslang durchgeführt werden.

Homöopathische Behandlung:

Durch Verabreichung körpereigener Mineralstoffe, wie Calcium jodatum, Silicea, Spongia, Phosphor oder Jod, kann die Produktion von Schilddrüsenhormonen wieder angeregt werden. Oft werden Potenzen bis D12 angewendet. Das homöopathische Mittel ersetzt nicht die Schilddrüsenhormone, es reguliert die natürliche Funktion der Schilddrüse.

Behandlung mit Schüßler Salzen:

Nr 1 Calcium fluoratum D12

Nr 7 Magnesium phosphoricum D6

Nr 11 Silicea D12

Nr 13 Kalium arsenicosum D6 vor allem bei sehr trägen Hunden

Nr 14 Kalium bromatum D6

Alle Schüßler Salze können unbedenklich miteinander kombiniert werden, es sollten aber maximal bis zu drei verschieden Salze verwendet werden.

Wie kannst du einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

Achte bei der Fütterung deines Hundes auf eine ausreichende Versorgung mit Jod. Suche bei Erkrankung deines Hundes immer einen Tierarzt auf, um Spätfolgen für die Schilddrüse zu vermeiden.

Was passiert, wenn die Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt wird

Dein Hund wird immer apathischer, er wird unter Psychosen und Depression leiden. Befindet sich dein Hund noch im Wachstum kann Zwergwuchs auftreten.

Im Endstadium tritt ein hypothyreotes Koma auf, Körpertemperatur und Atemfrequenz sinken stark ab, am ganzen Körper bilden sich Ödeme. Durch Blutdruckabfall und Hirnödem fällte dein Hund ins Koma. Erfolgt weiter keine Behandlung tritt der Tod durch Herzversagen ein.

Zusammenfassung

Ist bei deinem Hund eine Unterfunktion der Schilddrüse diagnostiziert worden, achte auf die pünktliche, tägliche Verabreichung der Hormonersatzdosis. Lass regelmäßig Blutkontrollen bei einem Tierarzt durchführen.

Nicht alle Verhaltens- und Erziehungsprobleme sind auf eine subklinische Hypothyreose zurückzuführen, auch wenn es sehr reizvoll erscheint, solche Probleme mit einer Tablette lösen zu können. In manchen Fällen hilft nur gutes Training mit Experten.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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