Haarlinge bei der Katze – 6 Behandlungsmöglichkeiten

Ist deine Katze unruhig, kratzt und putzt sich ständig? Leckt sie an ihrem Fell, bis kahle Stellen entstehen. Dann könnte sie unter einem Befall mit Haarlingen leiden.

In diesem Artikel findest du Informationen über Haarlinge, wie du sie erkennen, und was du gegen den Parasitenbefall tun kannst.

Was sind Haarlinge

Der Katzenhaarling (Felicola subrostratus) ist ein flügelloser Parasit, der sich von Hautschuppen und Sekreten ernährt. Die Eier werden an die Haare der Katze geklebt, nach acht Tagen schlüpfen Larven, die sich innerhalb von fünf Wochen zu adulten Haarlingen entwickeln. Der komplette Entwicklungszyklus findet im Fell der Katze statt. Mit ihren kräftigen Klauen klammern sich die Haarlinge an einzelne Haare, so dass sie nicht abgestreift werden können.

Haarlinge besitzen einen breiteren Kopf als Läuse. An der Unterseite liegt eine Einkerbung, mit der sie über die Haare deiner Katze gleiten können.

Katzenhaarlinge sind die einzige Läuseart, die auf Katzen parasitiert.

Welche Katzen werden von Haarlingen befallen

Haarlingsbefall ist eher selten, er tritt vor allem in der kalten Jahreszeit bei entkräfteten, wildlebenden Katzen mit geschwächtem Immunsystem auf.

Wie erfolgt die Übertragung von Haarlingen

Haarlinge werden vor allem durch Kontakt von Katze zu Katze, Kämme, Bürsten oder Spielzeug übertragen. Sie klammern sich mit ihren Klauen auch an Mücken oder Fliegen, die sie zu der nächsten Wirtskatze transportieren. Da sie unabhängig von ihrer Wirtskatze nicht sehr lange in der Umgebung überleben können, ist vor allem die Bekämpfung der Parasiten auf der Katze vorrangig.

An welchen Körperteilen setzen sich die Haarlinge fest

Haarlinge sitzen vor allem an Kopf, Hals und Rücken deiner Katze. Sie siedeln sich aber auch in der Umgebung von Mund und Anus an. Sie sind sehr beweglich und laufen ständig im Fell deiner Katze hin und her.

Ursachen für den Befall mit Haarlingen

Meist werden ungepflegte Katzen mit verfilztem Fell oder Tiere mit einem geschwächten Immunsystem befallen.

Können Haarlinge Krankheiten übertragen

Der Katzenhaarling ist, wie der Floh, ein Zwischenwirt für den Gurkenkernbandwurm. Frisst deine Katze einen Haarling, kann sie sich mit den Wurmlarven anstecken.

Symptome

Haarlinge rufen kaum direkte Symptome hervor. Da die Parasiten ständig herumkriechen, beunruhigen sie deine Katze und verursachen Stress. Durch eine allergische Reaktion auf den Speichel der Parasiten entsteht Juckreiz, die Katze kratzt und beleckt ständig ihren Körper und ihr Fell. Die Haare fallen aus, es entstehen nässende Ekzeme. Durch bakterielle Sekundärinfektionen bilden sich Eiterungen. Das verbleibende Fell wirkt stumpf, die Haare brechen ab.

Die Pedikulose (Befall mit Läusen) ähnelt in ihrer Symptomatik einer miliaren Dermatitis, anfangs treten Papeln, Krusten und Schuppen auf. Erfolgt keine Behandlung, bilden sich durch Sekundärinfektionen mit Bakterien schwere Pyodermien (großflächige Eiterungen der Haut).

Manche Katzen sind vollständig frei von Symptomen, sie zeigen nur leichten Juckreiz und vermehrte Schuppenbildung auf der Haut.

Diagnose

Die Nissen werden an die Basis der Haare geklebt, durch Wachstum des Fells sind sie aber auch in den oberen Bereichen der Haare zu finden. Oft können leere Eikapseln, die noch an den Haaren kleben, nachgewiesen werden.

Durch Auskämmen oder Ausrupfen wird eine Haarprobe gewonnen, die Eikapseln können unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Klebestreifenmethode: ein Klebestreifen wird mehrmals in das Fell deiner Katze gedrückt. Die Haarlinge oder Nissen bleiben kleben und können unter dem Mikroskop nachgewiesen werden.

Kotuntersuchung: Da Haarlinge beim Putzen verschluckt werden, können sie auch im Kot nachgewiesen werden. Der Chitinpanzer schützt die Parasiten vor den Verdauungssäften im Magen- Darmtrakt, sie werden unverdaut ausgeschieden.

Therapie

Tierläuse sind sehr wirtsspezifisch, sie verbringen ihr ganzes Leben auf der Katze. Leben in deinem Haushalt mehrere Katzen, solltest du alle Tiere gleichzeitig behandeln.

In Platten verfilztes und verknotetes Fell muss vor der Behandlung geschoren werden. Nach einem ausgiebigen Bad kann ein Insektizid aufgetragen werden.

Um den Haarlingsbefall zu behandeln, dürfen nur für Katzen zugelassene Medikamente verwendet werden.

1. Spot- on:

  • das Präparat wird nach Scheiteln der Haare zwischen den Schulterblättern deiner Katze aufgetropft. Das Medikament wirkt ausschließlich im Nervensystem der Parasiten toxisch und verursacht durch eine gesteigerte Erregung den Tod der Haarlinge. Für Katzen und Menschen ist das Präparat unschädlich.

2. Puder und Spray:

  • die Insektizide sind auch in Form von Pudern und Spray erhältlich. Bei einer langhaarigen Katze ist Puder besser geeignet, da sich der Wirkstoff in dieser Form leichter im Fell verteilt. Bei kurzhaarigen Katzen kann auch ein Spray verwendet werden.

3. Waschlotionen:

  • sollten nur bei Wohnungskatzen angewendet werden. Da das Fell deiner Katze nicht so rasch trocknet, könnten sonst bei kalten Temperaturen Erkältungen entstehen. Die Shampoos enthalten Pyrethrin oder Karbamate.

4. Behandlung durch Spay:

  • Es ist wichtig, die Schlafplätze, die Wohnung, Spielzeug und Kämme mit einem Spray zu behandeln, um alle vorhandenen Haarlinge abzutöten.
  • Die Behandlungen sollten mindestens zweimal wiederholt werden, um einem neuerlichen Befall mit Haarlingen vorzubeugen. Zwischen den einzelnen Therapien muss eine Pause von zwei Wochen liegen, da oft bei der ersten Behandlung nicht alle Nissen abgetötet worden sind und nach 14 Tagen die übriggebliebenen Larven geschlüpft sind. Durch diese Pause hat auch die Haut deiner Katze die Möglichkeit, sich von der Behandlung mit dem Insektizid zu erholen.

5. Entwurmen:

  • Da die Haarlinge Zwischenwirte für Bandwürmer sind, ist es bei einem Befall mit diesen Parasiten immer auch nötig, die Katze mehrmals zu entwurmen.

6. Alternative Bekämpfung:

  • Es gibt viele natürliche Substanzen, die insektizid wirken. Lavendel-, Teebaum- oder Eukalyptusöl unterstützen die Bekämpfung der Haarlinge. Teebaumöl sollte bei Freigängern nur mit Vorsicht angewendet werden, da es die Haut empfindlicher gegen Sonnenstrahlung macht und auch Allergien auslösen kann.
  • Behandelst du das Fell deiner Katze täglich mit Kokosöl, das einen hohen Gehalt an Laurinsäure enthält, kannst du Parasiten vom Fell deiner Katze fernhalten. Der natürliche Botenstoff wirkt abschreckend auf alle Ektoparasiten.

Wie kannst du einem Befall mit Haarlingen vorbeugen

 

Haarlinge bei Katzen

Mit diesen 5 Tipps kannst du Haarlinge vorbeugen

  1. Freigänger sollten regelmäßig mit einem Spot- on, welches auch gegen Zecken und Flöhe wirkt, vorbeugend behandelt werden.
  2. Reinige die Katzentoilette, die Liegeplätze, Spielzeug und Bürsten deiner Katze regelmäßig.
  3. Sorge für eine ausreichende Fellpflege, damit die Haare nicht verfilzen können.
  4. Füttere artgerechtes, hochwertiges Futter, um das Immunsystem deiner Katze zu stärken. Achte auf einen hohen Fleischanteil im Futter deiner Katze, damit diese ausreichend Proteine, Fette und Antioxidantien, wie Selen und Vitamin C erhält, um ihr Immunsystem zu stärken.
  5. Vermeide Kontakt zu Streunerkatzen.

Soll deine Katze vom Tierarzt untersucht werden

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Katze von Haarlingen befallen ist, solltest du auf alle Fälle einen Tierarzt aufsuchen. Nur so erhältst du eine genaue Diagnose, da die Bestimmung der Parasiten ohne Mikroskop schwierig ist. Wird der Parasitenbefall nicht behandelt, können sich auf der Haut deiner Katze ausgedehnte, eitrige Entzündungen bilden, die sehr schmerzhaft sein können.

Zusammenfassung

Haarlinge sind lästige Plagegeister, die deine Katze massiv beunruhigen und unter Stress setzen können. Sie treten vor allem bei Katzen mit ungepflegtem Fell und geschwächtem Immunsystem auf.

Die Bekämpfung ist einfach, trotzdem sollte eine Behandlung so schnell wie möglich erfolgen, damit sich nicht schwere Hautentzündungen bilden.

Heyho 🙂 Ich bin Lea und ich schreibe aus Leidenschaft zum Tier auf Tiersinne. Ich bin offen für jede Art von Diskussion und freue mich auf jeden Austausch mit Gleichgesinnten, welche die gleiche Leidenschaft teilen: das Wohl der Tiere!
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